UPDATE: Funkhalsbänder von Grizzlybären gefunden

Tony Hamilton vom Umweltministerium von British Columbia präsentiert die Halsbänder. Foto: Northern-Lights-Naturschutzzentrum

Lori, Dean, Drew und Jason, die vier Grizzlyjungen, die erfolgreich aufgepäppelt und im vergangenen Juli in Bella Coola, British Columbia ausgewildert wurden, haben ihre Funkhalsbänder abgeworfen. Diese wurden jetzt eingesammelt.

Am Montag, den 27. August flogen Mitarbeiter der Northern Lights Wildlife Society und des Ministeriums für Umwelt und Forsten von British Columbia mit dem Hubschrauber zu den Stellen, an denen die Funkhalsbänder geortet worden waren, und sammelten die verbliebenen 3 Halsbänder ein. Drews Halsband war schon im September vergangenen Jahres abgefallen und eingesammelt worden.

Vor seiner Tour sah sich das Team die letzten empfangenen GPS-Koordinaten auf einer Karte an. Bei der Annäherung an die einzelnen Ortungsplätze wurde das Suchsignal auf UKW umgestellt, um die von den Halsbändern ausgesandten UKW-Signale empfangen zu können. 

Besonders begeistert waren wir von dem Schlafplatz, den sich Lori auserkoren hatte. Wir hatten keine Signale mehr von Loris Halsband empfangen und gingen deshalb davon aus, dass sie einen Schlafplatz tief unter der Erde gefunden haben musste, wo es keine Verbindung zum Satelliten gab.

Dann, im späten Frühjahr, empfingen wir ein Mortalitätssignal, aber zum Glück hatte das nichts zu sagen. Für den Winterschlaf hatte Lori eine erstklassige Immobilie gefunden – sie hatte einen verlassenen Unterschlupf übernommen. 

Dieser lag zwar in der Nähe eines Gletschers, aber er erwies sich als guter Überwinterungsplatz tief unter der Erde an einem Abhang, wo es jede Menge zu fressen gab. Sie hatte sich also schön rundgefressen zum Winterschlaf abgelegt, und als sie wieder aufwachte, hatte sie ihr Halsband abgestreift, nachdem sie über den Winter ihren Speck verloren hatte.

Lori hatte sich während ihrer Rehabilitationszeit als echtes Original erwiesen, wollte immer als erstes in das Wasserbecken und verjagte ihre Brüder, um es für sich alleine zu haben. Wenn frisches Stroh gebracht wurde, passte ihr nie, wie man es auslegte. Sie schaffte es aus ihrer Kuschelecke heraus und arrangierte es dann ihrem Geschmack entsprechend neu, während sie die ganze Zeit vor sich hingrummelte.

Die Halsbänder werden jetzt zum Hersteller geschickt, der die auf ihnen gespeicherten Daten ausliest. Dieser reiche Datenfundus wird uns eine wertvolle Informationsquelle sein. Einstweilen sind wir aber schon einmal froh, dass Lori ihren Schlafplatz so intelligent gewählt hat, denn dies zeigt, dass sie allem Anschein nach in der Lage ist, zurechtzukommen und "bärige" Entscheidungen zu treffen.

Das Pilotprojekt ist eine gemeinsame Initiative des IFAW, der Northern Lights Wildlife Society und des Ministeriums von British Columbia für Umwelt, Forsten, Liegenschaften und Natürliche Ressourcen. Mit dem Projekt soll herausgefunden werden, ob verwaiste Grizzlies erfolgreich ausgewildert werden können.

--GA

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Kampagnenberater
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