Unser Mann in Bergen – Ein Bericht von der Bonner Konvention (Konvention über den Schutz wandernder Tierarten)

Ich bin gerade in Bergen angekommen, einer hübschen historischen Hansestadt in Norwegen. Leider ist es hier um diese Jahreszeit nicht sehr lange hell. In Bergen findet die 10. Vertragsstaatenkonferenz der Konvention zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten (Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals, CMS) statt. Der Internationale Tierschutzfonds sieht die CMS als eines der wichtigsten Abkommen für den Schutz der Biodiversität. Es bietet Arealstaaten und Organisationen wie dem IFAW eine Plattform, auf der sie gemeinsam Abkommen für den effektiven Schutz von Wildtieren und ihren Lebensräumen treffen können.

Seit vielen Jahren arbeitet der IFAW mit dem Sekretariat der CMS für den Schutz vieler Tierarten, für die wir uns besonders stark engagieren, wie z.B. Elefanten, Wale, Haie und Robben zusammen. Mein Hauptinteresse bei diesem Treffen gilt den wichtigen Gesprächen über die Verbesserung der Bedingungen für Elefanten, besonders in West- und Zentralafrika.

Es wird außerdem Gespräche über die weltweite Situation von Walen und Delfinen geben. Für die Delegierten aus den 116 Mitgliedstaaten, die in Bergen zusammenkommen, bietet sich hier eine gute Gelegenheit, die Unterstützung von Entscheidungsträgern für den Schutz von Elefanten, Walen und vielen anderen Arten zu gewinnen.

Auch der Klimawandel wird Thema sein, da er sich beispielsweise auf das Nahrungsangebot für Wale und Elefanten oder auf Brutstätten von Sattelrobben und Klappmützen erheblich auswirkt.

Eine Reihe von Ländern, darunter auch EU-Mitgliedstaaten, planen die Unterzeichnung eines neuen Abkommens über Haie. Das ist eine viel versprechende Maßnahme, die hoffentlich zu einem verbesserten Schutz der zahlreichen gefährdeten Haiarten führen wird.

Einer der reizvollsten Aspekte dieser Konferenzen ist immer das große Fachwissen, über die viele Delegierte dort verfügen. Als ich gemeinsam mit dem Delegierten aus Äthiopien eincheckte, erzählte dieser mir über die größte Wanderung von Säugetieren in Afrika und zwar die des Weißohr-Kobs, eine Großantilopenart, die zwischen dem Süden Sudans und Äthiopien hin und her wandert. Nur die Wanderung der Gnus in der Serengeti und der Masai Mara ist noch vergleichbar groß.

Noch eine kleine Zusatzbemerkung: Als ich am Montagmorgen zum Konferenzzentrum ging, sprang es sofort ins Auge, dass Norwegen kein EU-Mitglied ist. In vielen Läden gab es nämlich Schuhe und andere Produkte aus Sattelrobbenfell zu kaufen. Innerhalb der EU ist das illegal, was wir unserem großen politischen Erfolg, dem EU-weiten Handelsverbot für Robbenprodukte, zu verdanken haben.

Hoffentlich lassen sich von der nächsten Woche ähnlich gute Nachrichten über den Tierschutz vermelden. Ich halte Sie auf dem Laufenden!

-- RS

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
Präsident und CEO
Cynthia Milburn, Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Dr. Ralf Sonntag, Länderdirektor Deutschland
Länderdirektor Deutschland
Erica Martin, Vizepräsidentin Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit
Vizepräsidentin Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
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Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Jeffrey Flocken, Regionaldirektor Nordamerika
Regionaldirektor Nordamerika
Patrick Ramage, Programmdirektor Wale
Programmdirektor Wale
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Robbie Marsland, Regionaldirektor Großbritannien
Regionaldirektor Großbritannien
Sonja Van Tichelen, Regionaldirektorin Europäische Union
Regionaldirektorin Europäische Union