Tragödie in Rumänien: Die Massentötung von Straßenhunden ist keine Lösung

Tragödie in Rumänien: Die Massentötung von Straßenhunden ist keine LösungLetzte Woche wurden der vierjährige Ionuţ Anghel und sein sechsjähriger Bruder laut Medienberichten in einem Bukarester Park von Hunden angefallen. Der ältere Bruder konnte verletzt entkommen. Ionuţ wurde getötet.

Als Mutter zweier Jungen mag ich mir gar nicht vorstellen, was in den Eltern vorging. Ich trauere mit der Familie und fühle mit allen Eltern, die sich darum sorgen, durch Straßenhunde ihr Kind zu verlieren. Es ist daher für mich nur verständlich, dass man in Bukarest jetzt mit allen Mitteln die Kinder vor einer möglichen Gefahr direkt vor der eigenen Haustür schützen möchte. Aus dieser Perspektive kann ich nachvollziehen, dass die Einwohner der rumänischen Hauptstadt eine schnelle Lösung für das Problem mit den Straßenhunden fordern.

Würden meine Kinder in Bukarest leben, würde ich auch eine Lösung verlangen. Als Mutter will ich meine Kinder schützen. Ich will aber auch, dass sie eine fröhlichere, sicherere und friedlichere Zukunft haben. Deshalb halte ich den Vorschlag des rumänischen Präsidenten Băsescu, alle Straßenhunde zu töten, für unangemessen und kurzsichtig.

Wir haben in Hunderten von Städten auf allen Kontinenten gearbeitet und nicht ein einziges Mal erlebt, dass die Tötung von Hunden das Problem effektiv löst. Einerseits lassen solche Massentötungen völlig außer Acht, woher die Straßenhunde kommen, denn entlaufene und ausgesetzte Hunde gehören hier ebenso dazu wie solche, die keinen festen Besitzer haben, und natürlich auch Hunde, die gezüchtet wurden. Die Tötung der Hunde führt zudem zwangsläufig zu weiteren Konflikten innerhalb der Gemeinde und beeinträchtigt damit auch die Erfolgsaussichten effektiver langfristiger Lösungen.

Die einzige Strategie, die unserer Erfahrung nach funktioniert, muss die gesamte Gemeinde einbeziehen, um gemeinsam mit allen Betroffenen Lösungen zu entwickeln. Häufig sind zur Lösung des Problems unterschiedliche  Maßnahmen notwendig, wie Informationsarbeit, Kastrationsprogramme, Erfassung und/oder kurzfristige Betreuung und Unterbringung der Tiere. In jeder Gemeinde ist die Situation anders und sind auch die Vorstellungen und Wünsche individuell unterschiedlich. Doch daran müssen sich  Lösungen orientieren, um nachhaltig etwas zu verändern.

Ich will, dass meine Kinder in einer sicheren Umgebung aufwachsen. Das wollen die Menschen in Bukarest auch. Deshalb habe ich einen Brief an Präsident Băsescu geschrieben und ihn gebeten, die geplante Tötung der Straßenhunde noch einmal zu überdenken. Gleichzeitig habe ich ihm die Hilfe des IFAW bei der Entwicklung einer humanen und an den Bedürfnissen der Betroffenen orientierten Lösung angeboten,  um zu verhindern, dass  sich solche Tragödien wiederholen und um ein Umfeld zu gestalten, in dem Ionuts Bruder sicher und glücklich aufwachsen kann.

Ich bitte Sie, unsere Beileidsbekundung an die Familie und die Bürger Bukarests zu unterstützen und dem Präsidenten ans Herz zu legen, mit uns an einer nachhaltigen Lösung für die Probleme mit den Straßenhunden zu arbeiten.

Kate Nattrass Atema

Teilen Sie Präsident Băsescu mit, dass die Massentötung der Straßenhunde in Bukarest Ihrer Meinung nach keine Lösung ist, um das Problem nachhaltig in den Griff zu bekommen.

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Experten

Alexa Kessler, Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Cora Bailey
Director, Community Led Animal Welfare (CLAW)
Cynthia Milburn, Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Hanna Lentz, Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Kate Nattrass Atema, Programmdirektorin Haustiere
Programmdirektorin Haustiere
Nancy Barr, Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Shannon Walajtys
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe