Tierschutz-Aufklärungsarbeit im Nahen Osten

IFAW-Direktor Fred O’Regan und der Leiter des IFAW-Regionalbüros Naher Osten Dr. Elsayed Mohamed mit einer Gruppe Studenten in Dubai, die nach Belegung eines Seminars zum Thema Tierschutz ihre Zertifikate erhalten.Anfang März bekam ich die Gelegenheit, das IFAW-Büro im Nahen Osten in Dubai zu besuchen.

Ich konnte wieder einmal sehen, dass unser dortiges Büro über enormes Potential verfügt, die Anliegen des Tierschutzes im Nahen Osten voranzutreiben. Und zwar aus mehreren Gründen:

1. Der Nahe Osten ist ein wichtiger Umschlagplatz für illegale Wildtierprodukte, insbesondere für Elfenbein und lebende Tiere.

2. Viele Regierungen in der Region zeigen große Bereitschaft, gegen illegalen Wildtierhandel vorzugehen und Tierschutzstandards im Allgemeinen zu verbessern.

3. Arabische Länder sind heute wichtige Akteure in Institutionen wie der CITES und ihre Stimmen zu Themen wie dem Elfenbeinhandel haben großes Gewicht. Diese Länder waren bei der CITES lange Zeit nicht sehr gut vernetzt, bis der IFAW Materialien auf Arabisch veröffentlichte. Dieser Schritt wurde sehr gut aufgenommen.

4. Dr. Elsayed Mohamed, dem Leiter unseres Regionalbüros Naher Osten zufolge wird im Koran dem rücksichtsvollen Umgang mit Tieren ein hoher Stellenwert beigemessen. Nach seiner Erfahrung stehe die Idee des Tierschutzes mit den Prinzipien des Islam in perfektem Einklang.

Allein in den vergangenen paar Monaten haben wir verschiedene Aufklärungskampagnen gestartet, Workshops für Polizei- und Zollbeamte durchgeführt und mit Regierungsbehörden zusammengearbeitet, um den Tierschutz zu verbessern.

Der Aufruf an die Menschen, keine Wildtierprodukte zu kaufen oder Wildtiere als Haustiere zu halten

Ende Dezember starteten wir im Dubaier Flughafen, einem der betriebsamsten Flughäfen der Welt, unsere „Think Twice“-Kampagne. Touristen werden damit aufgerufen, keine Wildtiersouvenirs zu kaufen, da diese sehr oft von bedrohten Arten stammen.

Unsere Kampagne wurde gleichzeitig mit einer Kampagne der Dubaier Wasser- und Umweltbehörde, des Dubai International Airport und der Dubaier Polizei unter dem Motto „Was Sie mit sich tragen, kann Ihnen schaden“ gestartet.

Als ich in Dubai war, veranstaltete der IFAW gerade einen Tag der offenen Tür für junge Leute. Kinder erfuhren von unserer „Nein zum Elfenbein“-Kampagne und lernten über die Gefahren der Haltung wilder Tiere als Haustiere. Wenn auch Sie sich gegen Elfenbeinhandel aussprechen möchten, unterschreiben Sie unsere Petition.

Die Haltung von wilden Tieren wie Löwen, Gepardenjungen und Affen wird im Nahen Osten immer beliebter und oft werden die Tiere für die Kinder angeschafft. Durch unsere Aufklärung werden Kinder und Eltern darüber informiert, dass die Haltung wilder Tiere als Haustiere für die Familie gefährlich ist, den Tieren kein artgerechtes Umfeld bietet und Wildtierbestände dezimiert.

Einbeziehung von Behörden zur Förderung des Tierschutzes

Ende letzten Jahres führte der IFAW gemeinsam mit der tiermedizischen Abteilung der Behörde für öffentliche Gesundheit in Dubai erstmalig ein Tierschutzseminar für Behördenmitarbeiter aus dem Bereich öffentliche Sicherheit und Planung durch. Etwa 45 Teilnehmer aus verschiedenen staatlichen Behörden, vom IFAW und von K9 Friends, einer lokalen Tierschutzorganisation, besuchten das Seminar.

Mit dem Seminar sollten die Diskrepanzen zwischen Gesetzeslage und gängiger Praxis in Sachen Tierschutz angegangen werden. Die geltenden Gesetze reichen oft nicht mehr aus, um wie Hunde, Katzen, Pferde und Esel und wilde Tiere wie Vögel und Löwen ausreichend zu schützen. Ein Anliegen, das von Teilnehmern ebenfalls angesprochen wurde, war der Bedarf für Schulungen von Tierärzten und Tierarzthelfern, damit diese Tierhalter über artgerechte Tierhaltung aufklären können.

Wir unterzeichneten außerdem mit dem Wasser- und Umweltministerium in Dubai eine Absichtserklärung, in der wir uns zu unserem gemeinsamen Ziel, der Förderung von Umwelterziehung und Naturschutz, bekennen.

Schulung von Behördenmitarbeitern gegen illegalen Wildtierhandel

Vor kurzem organisierte der IFAW, unterstützt durch die Polizei von Abu Dhabi, gemeinsam mit der Gesellschaft der Hundezüchter der Vereinigten Arabischen Emirate den zweiten Trainingsworkshop zur Prävention von illegalem Wildtierhandel in Abu Dhabi.

Ziel des fünftägigen Workshops war es, Polizeibeamten und Behördenmitarbeitern einen Überblick darüber zu verschaffen, über welche Wege die illegale Ware ins Land gelangt, welche Versteckmethoden Schmuggler einsetzen und welche Tierarten häufig illegal gehandelt werden.

Unsere Botschaft wird mit all diesen Aktionen transportiert. Es bleibt zwar immer noch viel zu tun, doch die Art und Weise, wie viele Leute in dieser Region mittlerweile den Tierschutz unterstützen, macht mir Mut. Gemeinsam können der IFAW und die Menschen im Nahen Osten die Situation für Tiere und Menschen um einiges besser machen.

--FO

Unterstützen Sie unseren Kampf gegen den Elfenbeinhandel und unterzeichnen Sie unsere Petition „Nein zum Elfenbein“.

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
Präsident und CEO
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
Regionaldirektor Mittlerer Osten
Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Isabel McCrea, Regionaldirektorin Ozeanien
Regionaldirektorin Ozeanien
Jeffrey Flocken, Regionaldirektor Nordamerika
Regionaldirektor Nordamerika
Kelvin Alie, Programmdirektor Wildtierhandel
Programmdirektor Wildtierhandel
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Robert Kless, Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland
Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien