Tierheime auf Zypern wegen Finanzkrise in Not

Auch die Tiere leiden, wenn es den Menschen schlecht geht
Montag, April 8, 2013

Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) reagiert auf Hilferufe von Tierheimen in Zypern und unterstützt diese mit einem Notfall-Fonds. Aufgrund der Finanzkrise sind die Heime nicht länger in der Lage, genügend Futter für die Tiere zu kaufen - ohne finanzielle Hilfe droht den Tieren der Hungertod.

Spenden an zypriotische Tierheime sind in den letzten Wochen fast völlig ausgeblieben, da die Menschen nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt an ihre Konten kamen. Schon die schwierige finanzielle Situation der letzten Jahre führte dazu, dass die Heime kämpfen mussten, um ihren Schützlingen auch nur eine Grundversorgung zukommen zu lassen. Die jüngsten Entwicklungen auf Zypern haben die Lage nun noch einmal drastisch verschlimmert.

„Der IFAW hat in der Vergangenheit schon in ähnlichen Situationen Notfallhilfe bereit gestellt, z. B. im Zoo in Tripolis oder in Baghdad oder Kairo während des Arabischen Frühlings – wer hätte gedacht, dass diese Art von Hilfe in einem EU-Nachbarstaat vonnöten sein würde? Aber das ist die Realität“, so Dr. Ralf Sonntag, Leiter des IFAW-Deutschland. „Die EU ist eine der reichsten Regionen der Welt und dennoch können wir nicht die grundlegenden Bedürfnisse von Tieren oder Menschen befriedigen. Es ist eine Schande.“

Die Last, die die zyprischen Tierheime zu tragen haben, wächst stetig, da ihre finanzielle Situation sich weiterhin verschlechtert. Private Tierhalter können zunehmend nicht mehr ihre eigenen Tiere versorgen und wenden sich verzweifelt an Tierheime, um Futter und Unterkunft aufzutreiben.

Durch die Hilfe des IFAW können 1200 Hunde und Katzen in acht Einrichtungen für die nächsten Monate mit ausreichend Futter und Wasser versorgt werden.

„Mindestens zwei Tierheime mussten Mitarbeiter entlassen, um Geld für Futter zu haben“, so Mary Anastasi, Leiterin der lokalen Tierschutzorganisation „Cyprus Voice for animals“. „Die staatlichen Einrichtungen, die für Streuner-Hunde und -Katzen zuständig sind, sind pleite und nehmen keine Tiere mehr auf. Tierschützer sind sehr besorgt, was mit den Tieren passieren wird, die derzeit in öffentlichen Einrichtungen untergebracht sind. Wir machen uns außerdem Sorgen um die Versorgung der Tiere auf Bauernhöfen, da es auch den Farmern finanziell sehr schlecht geht.“

Der IFAW arbeitet weltweit mit lokalen Organisationen zusammen, um Tiernothilfe in Form von Medikamenten, Ausrüstung und Notfallfonds zur Verfügung zu stellen. Meist entsteht der Bedarf durch Naturkatastrophen wie z.B. beim Erdbeben in Haiti 2010 oder durch Menschen verursachte Desaster wie Fukushima in 2011. Dies ist das erste Mal, dass die Finanzkrise eine Tierschutz-Katastrophe eines solchen Ausmaßes auslöst.

Post a comment

Pressekontakt

Dörte von der Reith
Telefon:
040-86650033
Mobiltelefon:
0160-90486493
E-Mail:

Experten

Kampagnenberater
Kampagnenberater
Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Katie Moore, Leiterin Marine Mammal Rescue and Research
Programmdirektorin Tierrettung
Shannon Walajtys
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien