Thriller um Haischutz bei Artenschutzkonferenz

IFAW Präsident Azzedine Downes und Haiexperte Dr. Ralf Sonntag kämpfen für den Haischutz bei der Artenschutzkonferenz.Es ist geschafft! Zwei Wochen Artenschutztagung sind vorbei, und wir haben einen Riesenerfolg für die Meere erreicht. Es ist ein gutes, sogar historisches Ergebnis.

Bei der 16. Tagung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) stand die Verbesserung des Schutzes von 5 Hai- und der beiden Mantaarten zur Diskussion. Denselben Hai-Arten war vor drei Jahren dieser dringend benötigte Schutz verweigert worden. Die Situation der fünf Haiarten sowie die der Mantas hatte sich in der Zwischenzeit weiter verschlechtert. Die Tiere sind in einigen Gebieten ihres Vorkommens inzwischen akut vom Aussterben bedroht, insbesondere im Atlantik. Zum Teil werden Populationsrückgänge von über 90 % registriert. Hauptgrund dafür ist der gestiegene Verbrauch von Haifischflossensuppe, besonders in China.

Schon in der ersten über zweistündigen Diskussion über den Schutz des Weißspitzenhochseehais im zuständigen Ausschuss versuchten insbesondere China und Japan mit allen Mitteln einen besseren Schutzstatus zu verhindern. Bei der Abstimmung waren die Nerven bei einem Großteil der ca. 2300 Konferenzteilnehmer zum Zerreißen gespannt. Als dann das Ergebnis bekannt wurde, brandete Jubel auf, Menschen fielen sich um den Hals und gratulierten sich gegenseitig. 68% der Länder stimmten für den Schutz des Weißspitzenhochseehais. Für den Schutz der drei Hammerhaien waren 70% und sogar 70,6% der Staaten für den Schutz des Heringshais. Für den Schutz der Mantas votierten 80% der Mitgliedsstaaten.

Ein historischer Sieg für den Artenschutz bei dieser Konferenz! Er war nur möglich, weil schon im Vorfeld viele Umweltverbände koordiniert zusammengearbeitet hatten. Gemeinsam mit der deutschen Regierung, den USA und einer Reihe von lateinamerikanischen Staaten konnte die Koalition möglichst viele Länder von der Notwendigkeit des Haischutzes überzeugen. Dafür waren sicherlich auch mehrere Workshops in der Golfregion hilfreich, die der IFAW im Vorfeld der Konferenz veranstaltet hatte. Es waren Gelegenheiten, bei denen sich Wissenschaftler aus der ganzen Welt und Entscheidungsträger der Region treffen, diskutieren und informieren konnten.

Allerdings musste die Ausschuss-Abstimmung noch bei der Plenarsitzung am letzten Tag der Konferenz bestätigt werden. Es war klar, dass Japan versuchen würde, die vorherige Abstimmung zu revidieren. Die japanische Delegation arbeitete intensiv daran, das notwenige Drittel der Mitgliedsländer zu überzeugen, eine erneute Abstimmung zu fordern. Ob das gelingen würde, wurde von allen Artenschützern auf der Konferenz gespannt verfolgt. Es kam dann zu einem ersten Versuch beim Weißspitzenhochseehai und einem weiteren bei den Hammerhaien. Aber Japan bekam nicht das erforderliche Drittel der Stimmen für eine Wiedereröffnung der Diskussion. Bei den folgenden Anträgen zu Heringshai und den Mantas gab Japan auf. Dadurch wurden die Abstimmungen des Ausschusses durch das Plenum angenommen. Der Jubel war grenzenlos, niemand hatte solch einen Erfolg erwartet.

Das bedeutet, diese Arten werden jetzt auf Anhang 2 hochgestuft, d.h. sie dürfen nur noch gehandelt werden, wenn sie aus einer nachweislich ökologisch nachhaltigen Fischerei stammen. Es wird sicherlich Implementierungsprobleme geben, trotzdem ist es ein Durchbruch, der in Zukunft dafür sorgt, dass die Befischung dieser Arten viel stärkeren Kontrollen unterworfen wird.

--RS

Mehr Informationen über unsere Anstrengungen, den illegalen Wildtierhandel zu beenden, finden Sie hier: http://www.ifaw.org/deutschland/theme/21

 

Post a comment

Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien