Stoppt Wilderei durch Verringerung der Elfenbeinnachfrage

Regelmäßig berichten wir über die verheerende und immer weiter um sich greifende Wilderei von Elefanten für ihre Stoßzähne. Dass diese Entwicklung im Eiltempo voranschreitet, beweisen unsere Beobachtungen aus erster Hand, unsere Studien zum Elfenbeinhandel und die Elfenbeinbeschlagnahmungen in Rekordhöhe im Jahr 2011.

In einem kürzlich in der US-Tageszeitung New York Times unter dem Titel „Elefanten sterben in Gewaltorgie, Elfenbein heizt Kriege und Profite an“ erschienenen Artikel erläutert Jeffrey Gettleman ausführlich, wie Wilderer, die stärker denn je militärisch aufrüsten und Schmuggler, die besser denn je organisiert sind, zum Elefantenschlachten beitragen.

In einer Grafik zum Artikel ist außerdem dargestellt, wo in Afrika das meiste Elfenbein herstammt und an welchen Zielorten in Asien es häufig landet.

„Ein Großteil des illegalen Elfenbeins – laut Experten bis zu 70% – fließt nach China. Zwar verehren die Chinesen das Elfenbein schon seit Jahrhunderten, jedoch hat es noch nie so viele unter ihnen gegeben, die es sich auch tatsächlich leisten können“, schreibt Gettleman. „Der wirtschaftliche Aufschwung in China hat eine riesige Mittelschicht geschaffen und den Preis für ein Pfund Elfenbein in Peking auf Schwindel erregende 1000 US-Dollar hochgedrückt.“

Der IFAW bekämpft den Elfenbeinhandel an jeder Station der Versorgungskette – in der Savanne und den Waldgebieten Afrikas genauso wie in den Märkten Pekings und bei den Computern, die sich in Online-Auktionsportale einloggen.

Im März gab ein Presseteam des IFAW-Länderbüros Frankreich bekannt, dass Wilderer im Bouba-Ndjida-Nationalpark in Kamerun bereits seit Wochen Hunderte von Elefanten abschlachteten. Die Regierung von Kamerun schaute dem Geschehen so lange tatenlos zu, bis das IFAW-Team den Vorfall international in die Medien brachte und sie so dazu zwang, endlich einzugreifen und das Militär ins Krisengebiet zu entsenden.

 

Wie Céline Sissler-Bienvenue in ihrem Blog-Beitrag auf der IFAW-Website schreibt, handelte es sich bei den Wilderern um Rebellen, die aus dem Sudan gekommen waren. Der Erlös aus den Elfenbeinverkäufen wird vermutlich zur Beschaffung neuer Waffen eingesetzt.

 

Der IFAW unterstützt nicht nur in Afrika sondern auch im Nahen Osten, einem der Hauptumschlagplätze für den Schmuggel, die für die Eindämmung des Handelsflusses verantwortlichen Einrichtungen mit Geldern, Ausrüstung und Schulungen für Zollbeamte, Polizisten und Ranger.

 

So führte der IFAW beispielsweise in der Polizeischule in Botswana eine Schulung für Mitarbeiter von Strafverfolgungsbehörden aus zehn Ländern durch. Der Workshop wurde in Zusammenarbeit mit INTERPOL und Environment Canada veranstaltet. Schwerpunkt der Schulung lag bei der Vermittlung grundlegender Kompetenzen in der Strafverfolgung, die dann später maßgeblich zum Erfolg der Operation WORTHY beitrugen – eine gemeinsam von IFAW und INTERPOL in mehreren Ländern parallel durchgeführte Operation gegen den Schmuggel von Elfenbein und Rhinzeroshorn in Afrika. Der IFAW finanzierte für die Operation benötigte Ausrüstung.

 

INTERPOL führte die Operation WORTHY im Frühjahr 2012 in 14 afrikanischen Ländern durch. INTERPOL-Mitgliedstaaten verhafteten 214 Kriminelle, beschlagnahmten 2 Tonnen illegalen Elfenbeins, 20 Kilo Rhinzeroshorn und 30 illegale Schusswaffen, die meisten davon militärtauglich.

Die Operation ist lediglich ein kleiner Teil der langfristigen Strategie des IFAW, den Schmuggel von Elfenbein und Rhinozeroshorn in Afrika und anderswo einzudämmen.

Basierend auf seiner langjährigen Überwachung der Elfenbeinmärkte in China hat der IFAW Anfang des Jahres die Studie „Making a Killing: A 2011 Survey of Ivory Markets in China“ veröffentlicht, in der die verheerenden Auswirkungen der durch die CITES genehmigten Elfenbein-Lagerverkäufe an China dargelegt werden. Der Verkauf regte die Nachfrage nach Elfenbein an und unter dem Deckmantel des legalen Marktes wurde Raum für den illegalen Handel geschaffen, der die Elefantenwilderei in Afrika wiederum verschlimmert.

Aufgrund von Informationen, die der IFAW in seiner Studie „Making a Killing“ zusammengetragen hat, führte die chinesische Forstpolizei im Chengtian-Antiquitätenmarkt bei Peking eine unangekündigte Kontrolle durch und stieß dabei auf 107 illegale Elfenbeingegenstände und andere Wildtierprodukte. Nur einer von 22 Läden hatte eine Genehmigung für den Verkauf von Elfenbein.

Wir setzen uns in China außerdem mithilfe von Aufklärungskampagnen aktiv für die Verringerung der Nachfrage ein. Mit unserer „Think Twice“-Kampagne auf dem neuen internationalen Kuning Changshui-Flughafen etwa halten wir Reisende dazu an, keine Produkte von gefährdeten Tierarten zu kaufen. Die Kampagne wird in Zusammenarbeit von IFAW, dem chinesischen Zoll und der CITES-Behörde durchgeführt.

In China haben wir unsere Botschaft schon so gut kommuniziert, dass das Schulamt der Provinz Zhejiang die Idee unserer „Mom I got teeth“-Kampagne (Mama, ich krieg’ Zähne) nun auch in der Zulassungsprüfung für die staatlichen Oberschulen einsetzt, an der jährlich fast 30.000 Schüler teilnehmen.

Einer IFAW-Studie zufolge wissen 70% aller chinesischen Verbraucher nicht, dass Elefanten für Elfenbein getötet werden. Die „Mom I got teeth”-Kampagne weist darauf hin, dass Elfenbein immer von toten Elefanten stammt und hält Verbraucher dazu an, Elfenbeinprodukte zu boykottieren.

Im Internet, wo der Verkauf von Elfenbein sehr schwer zu regulieren ist, haben wir ebenfalls beachtliche Erfolge erzielt. Auf Drängen des IFAW hin hat Chinas größte Suchmaschine Baidu.com mehr als 16.000 illegale Einträge, in denen illegale Wildtierprodukte feilgeboten wurden, entfernt und 24 Online-Foren dichtgemacht. Außerdem hat Baidu mittlerweile Bestimmungen für den Schutz gefährdeter Arten in seine Eintragsrichtlinien aufgenommen.

In diesem Video können Sie sehen, wie Sie den Schutz der Elefanten in Kenia an vorderster Front unterstützen.

Bitte helfen Sie uns dabei, die Öffentlichkeit auf die Notlage der Elefanten aufmerksam zu machen und unterzeichnen Sie unsere Petition „Nein zum Elfenbein“.

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
Präsident und CEO
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
Regionaldirektor Mittlerer Osten
Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Isabel McCrea, Regionaldirektorin Ozeanien
Regionaldirektorin Ozeanien
Jeffrey Flocken, Regionaldirektor Nordamerika
Regionaldirektor Nordamerika
Kelvin Alie, Programmdirektor Wildtierhandel
Programmdirektor Wildtierhandel
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Robert Kless, Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland
Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien