Stell dir vor, Kanada eröffnet die Robbenjagd und keiner geht hin

Schlechte Eisverhältnisse und ungewöhnlich warmes Wetter könnten auch die diesjährige kommerzielle Robbenjagd im Sankt-Lorenz-Golf beeinträchtigen. In den letzten Jahren stieg die Sterblichkeit der Robben stetig, während die Teilnahme der Jäger sank. C. IFAW/S. FinkMan musste schon sehr wachsam sein um mitzubekommen, dass heute die kommerzielle Robbenjagd im Sankt-Lorenz-Golf eröffnet wird. Angesichts des dort seit Jahren herrschenden Eismangels und des Rückgangs an Absatzmöglichkeiten für Robbenprodukte fragen wir uns natürlich, ob die Tage der kommerziellen Robbenjagd vielleicht bald endgültig gezählt sein könnten.

Vergleicht man die diesjährige Eröffnung der Jagd mit der von 2006, dann haben die beiden wirklich nicht mehr viel gemeinsam! Damals lagen Hunderte von Booten vor den Robben-Geburtstätten aufgereiht und lauerten auf die Eröffnung der Saison. Dieses Jahr werden lediglich fünf Boote erwartet und nur zwei davon sollen überhaupt an der kommerziellen Jagd teilnehmen.

Die Robbenjagd ist also mittlerweile nur noch ein blasser Abklatsch von dem, was sie einst war, es gibt im Golf ohnehin nur noch wenige Robben und die Märkte sind tot…aber nichtsdestotrotz wird noch gejagt. Obwohl der größte Teil des Golfs eisfrei ist, gibt es noch eine kleine Eisfläche vor den Magdalenen-Inseln, auf der 5000 bis 10 000 Robbenbabys geboren werden. Die Tiere sind noch sehr jung. Im Alter von drei Wochen werden sie hier in der Region „tanner“ genannt. Der Name kommt daher, dass sie ihren weißen Pelz noch nicht völlig abgelegt haben und man sagt, dass sie lediglich für Leder, aber nicht für Pelz „taugen“.

Obwohl eine absurd hohe Fangquote von 400 000 Tieren festgelegt wurde, sind in diesem Jahr bislang nur 500 Robben wegen ihres Fleischs und ihrer Häute erschossen und zu Tode geknüppelt worden. Nichtsdestotrotz bleiben wir für die restliche Jagd in Alarmbereitschaft und sind selbstverständlich sehr um das Schicksal der Tiere besorgt. Im Großen und Ganzen sind wir aber optimistisch, dass die Tage der kommerziellen Robbenjagd sehr bald gezählt sind.

Zumindest hier im Golf sieht es so aus, als ob der Klimawandel der Jagd einen Strich durch die Rechnung macht. Eine Industrie, die sich bereits seit Jahren wirtschaftlich in keiner Weise trägt, wird jetzt auch aufgrund der sich weiter verschlechternden Eisverhältnisse noch unrentabler. Dass die kanadische Regierung trotzdem weiterhin ungerechtfertigte und unnachhaltige Fangquoten festlegt und die aussterbende Industrie finanziell unterstützt, ist untragbar.

Es ist höchste Zeit, der kommerziellen Robbenjagd in diesem Land ein für allemal ein Ende zu bereiten.

--SF

Bitte handeln sie jetzt und bitten Sie die kanadische Regierung, die Robben vor den verheerenden Auswirkungen des Klimawandels zu schützen und die Robbenjagd zu beenden. 

Kommentare: 3

 
Michael Dr. Mandel
2 Jahre ago

Der jetzigen kanadischen Regierung muss endlich Einhalt geboten werden! Ölschiefer, Abholzung, Robbenjagd-Quoten usw. Diese Regierung ist ein Haufen profitgieriger korrupter Bankrotteure.

Wenn das alles nicht hilft, muss ein Boykott kanadischer Waren und des Tourismus in dieses Land durchgesetzt werden. Die einzige Sprache die solche Leute verstehen.

 
Gast
2 Jahre ago

Die augenblicke kanadische Regierung ist eine einzige Katastrophe. Das einst im Unweltschutz fortschrittliche Kanada wird immer mehr zu einem Hort der Profitgier und völligen ökologischen Ignoranz.

Wenn es schon nicht gelingt, diese miese Regierung zum Teufel zu jagen, sollten wir wenigstens zum Boykott des Landes in Bezug auf Wirtschaftsprodukte und Tourismus aufrufen.

 
Gast
2 Jahre ago

IST DAS JETZT DEUTSCH ODER ENGLISCH ?
ICH WEISS SCHON NICHT MEHR WIE ICH GEGEN DIE ROBBENSCHLACHT KÄMPFEN SOLL ICH HATTE LETZTES JAHR SCHRIFTLICH GEGEN DIE ROBBENSCHLACHT PROTESTTIERT AN DIE BOTSCHAFT IN BERLIN GESCHRIEBEN ICH GLAUBE DAS ALLE LETZTES JAHR DAGEGEN PROTESTIERT HABEN ICH KANN DA AUCH SEELISCH NICHT MEHR VERKRAFTEN DIESE SINNLOSE ROBBENSCHLACHT ES MUSS ENDLICH FÜR IMMER BEENDET WERDEN !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
ICH WEIS AUCH NICHT MEHR WAS ICH NOCH TUN KÖNNTE ICH WEIS NICHT OB MEIN PROTEST DAGEGEN ÜBERHAUPT WAS BEWIRKT HAT ICH BETE IMMER NOCH BITTE BEENDEN SIE DIE ROBBENSCHLACHT FÜRE IMMER JEDER MACHT SICH SORGEN DESWEGEN ICH MÖCHTE DAS NICHT MEHR NIEMAND WILL DAS ICH MÖCHTE ENDLICH HÖREN DAS DAS BEENDET WIRD !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! VIELE GRÜßE NINA

Post a comment

Experten

Dr. Ralf Sonntag, Länderdirektor Deutschland
Länderdirektor Deutschland
Robbie Marsland, Regionaldirektor Großbritannien
Regionaldirektor Großbritannien
Sheryl Fink, Direktorin Wildtier-Kampagnen, IFAW Kanada
Direktorin Wildtier-Kampagnen, IFAW Kanada
Sonja Van Tichelen, Regionaldirektorin Europäische Union
Regionaldirektorin Europäische Union