SLIDESHOW: Hunderte Menschen auf den Philippinen erhalten Hilfe für ihre Tiere

Bereits vier Tage nach unserem ersten Besuch zur Beurteilung der Situation sind wir erneut in Tacloban. Diesmal kommen wir in Begleitung von zwei erfahrenen Tierärzten unserer philippinischen Partnerorganisation Philippine Animal Welfare Society (PAWS). Und wir bringen jede Menge Halsbänder, Leinen, Tierfutter, Impfstoffe und sonstige medizinische Ausstattung mit.

Am Flughafen von Tacloban ist die Stimmung eher gedrückt, aber die hohen Stapel aus Lebensmittelkisten, die am Rande der Rollbahnen stehen, machen uns Mut. Auch die Anzahl der Menschen, die hoffen, mit einem Militärflugzeug ausgeflogen zu werden, ist kleiner geworden. Greg, unser großartiger Fahrer, ist wieder zur Stelle. Er begrüßt uns und hilft beim Einladen des Gepäcks. Sogleich machen wir uns auf den Weg nach Palo, einer Stadt südlich von Tacloban City.

Während unseres ersten Aufenthalts war uns aufgefallen, dass es in Palo viele Hunde und Katzen gibt, die Besitzer haben. Außerdem hatte uns überrascht, wie weit die Stadt bereits mit den Aufräumarbeiten nach der Katastrophe ist – ein idealer Ausgangspunkt also für unsere Hilfsaktion. Bevor wir unsere Hilfsstation errichten, treffen wir uns mit allen Barangay-Vorsitzenden. Die Städte auf den Philippinen sind in Barangays aufgeteilt, eine Art Distrikte. Es ist wichtig, dass wir die Behörden über unsere Anwesenheit informieren und dass die Bewohner über Lautsprecher informiert werden. Da es keinen Strom gibt und nur wenige Menschen Zugang zu Kommunikationsmedien haben, ist dies die schnellste und effizienteste Methode dafür.

Unsere Anwesenheit spricht sich schnell herum und kaum dass wir unsere Tische aufgestellt haben, bilden sich lange Schlangen von Menschen, die uns ihre Hunde, Katzen und vereinzelt sogar Leguane und Enten bringen. Wir untersuchen die Tiere, impfen sie gegen Tollwut, versorgen sie mit Antibiotika, Vitaminen, Wurmkuren, Tierfutter und allem, was die Tiere nach dieser Katastrophe sonst noch brauchen. In dieser Situation für die Tiere zu sorgen, ist auch für die menschliche Gesundheit wichtig. Tollwut ist eine Krankheit, die auf Menschen übertragen werden kann. Selbst in Zeiten ohne Naturkatastrophen sterben auf den Philippinen jährlich 200 bis 300 Menschen an Tollwut.

Sobald wir ein Tier behandelt haben, erhält es ein buntes Halsband plus Leine. So  wissen wir, wer schon einmal da war. Nach den ersten drei Stunden haben wir bereits 150 Tiere behandelt. Wir sind daher zuversichtlich, dass wir unser selbstgestecktes Ziel – in den ersten zwei Tagen 500 Tiere zu versorgen – erreichen werden.

Wir freuen uns sehr, dass so viele Menschen in Palos mit ihren Tieren zu uns kommen. Obwohl sie gerade erst so viel verloren haben, kommen sie zu Fuß, per Fahrrad oder quetschen sich in überfüllte Kleinbusse, um ihren geliebten Haustieren zu helfen – statt ihr Haus zu reparieren oder sich um die eigene Versorgung mit Lebensmitteln zu kümmern.

Jennifer Gardner

Wir brauchen auch weiterhin Ihre Unterstützung, um die Tiere nach dem Taifun auf den Philippinen zu versorgen. Spenden Sie jetzt.

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Experten

Alexa Kessler, Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Cora Bailey
Director, Community Led Animal Welfare (CLAW)
Cynthia Milburn, Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Hanna Lentz, Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Kate Nattrass Atema, Programmdirektorin Haustiere
Programmdirektorin Haustiere
Nancy Barr, Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Shannon Walajtys
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe