Sibirischer Tiger erfolgreich ausgewildert

Die Tigerin Zolushka springt in die Freiheit.
Dienstag, Mai 14, 2013
Wladiwostok, Russland

Eine Tigerin ist nach einer einjährigen Rehabilitation wieder in die Freiheit entlassen worden. Sie war im Winter 2012 verwaist aufgefunden worden, nachdem ihre Mutter vermutlich von Wilderern getötet worden war.

„Der Lebensraum der Tiger schrumpft beständig durch unkontrolliertes Holzfällen und Waldbrände“, erklärt Robert Kless, IFAW-Tigerexperte. „Zusätzlich sinkt die Population der Beutetiere der Tiger. Die Wilderei floriert, weil Tigerteile in der traditionellen Medizin im benachbarten China sehr begehrt sind. All diese Faktoren führen dazu, dass immer öfter weibliche Tiger sterben. Ihre hungrigen und erschöpften Jungen gehen in der Folge auf der Suche nach Nahrung zunehmend in die Dörfer.“

Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds), der Phoenix Fund, Special Inspection Tiger, das Severtsov Institut für Ökologie und Evolution sowie die Russische Akademie für Wissenschaften sind an dem Rehabilitations-Projekt beteiligt. Die jetzt freigelassene Tigerin kam vor etwa einem Jahr in die Aufzuchtstation. Dort wurde sie zunächst aufgepäppelt und dann auf ihr Leben in Freiheit vorbereitet. Der Kontakt zu Menschen wurde vermieden, die Experten beobachteten die Tigerin über Videokameras. „Zolushka“, so wurde das Tier genannt, musste sich seine Beute in dem sehr großen Gehege selber fangen und töten.

„Dank der großen Professionalität der beteiligten Organisationen ist Zolushka nun bereit für den nächsten, unabhängigen Schritt in ihrem Leben“, sagt Sergei Bereznuk, Leiter des Phoenix Funds.

Die Tigerin bekam ein Senderhalsband, mit dem ihre Bewegungen mit Hilfe von Satelliten verfolgt werden können. Letzte Woche ließen die Experten die Tigerin im Bastak Naturreservat frei.

„Wir sind zuversichtlich dass sich Zolushka gut einleben und bald Nachwuchs bekommen wird“, sagt Kless. „Es gibt nur noch 3.200 Tiger in Freiheit, davon etwa 400 in Russland. Da ist jedes einzelne Tier wichtig, um diese wundervolle Art vor dem Aussterben zu bewahren.“

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