Seltener Anblick auf Cape Cod: Strandung einer Lederschildkröte

Der IFAW half im September 2012 bei Rettung und Transport einer zwei Meter langen und 300 kg schweren Lederschildkröte.Es kommt wahrlich nicht oft vor, dass eine bedrohte Lederschildkröte in Massachusetts am Strand aufläuft. Laut Wissenschaftlern des New England Aquarium wurde in über 40 Jahren gerade mal fünfmal so ein Vorfall gemeldet.

Und am 19. September ist es wieder passiert – eine Lederschildkröte, die größte aller Meeresschildkrötenarten, saß am Strand von Truro im Watt und weit weg vom Wasser auf dem Trockenen.

Anwohner fanden die Schildkröte und meldeten es der Naturschutzorganisation Massachusetts Audubon. Es war zu spät am Tag, um das Tier sicher dort wegzubringen, also entwarfen die Einsatzkräfte einen Rettungsplan für den frühen Morgen des kommenden Tages. Da wurde dann auch der IFAW um Unterstützung bei der Rettung gebeten.

Ein zehnköpfiges Team aus Audubon- und IFAW-Mitarbeitern sowie ehrenamtlichen Helfern hoben die Schildkröte auf eine der IFAW-Transportkarren für Delfinstrandungen, auf dem sie dann über Austernbänke und das Watt hinweg und durch den Pamet River zum bereitstehenden IFAW-Transporter gebracht wurde. Ein Tierarztteam vom New England Aquarium (NEAQ) traf den Transporter auf dem Weg und führte bei der Schildkröte einen Gesundheitscheck durch.

Trotz ihrer 300 kg stellten die Ärzte bei dem Tier Untergewicht und Dehydrierung fest. Die Lederschildkröte ist die größte Reptilienart der Welt, und ausgewachsene Tiere wiegen normalerweise über 500 kg.

Es wurde beschlossen, dass die Schildkröte in ihrem Zustand nicht freigelassen werden konnte und in einer Rehabilitationseinrichtung für Meeressäuger versorgt werden sollte. Die Rehabilitation von Lederschildkröten ist aufgrund ihrer Größe ein unglaublich schwieriges Unterfangen. Sie leben normalerweise küstenfern und sind daran gewöhnt, lange Strecken zu schwimmen. Glücklicherweise hatte das NEAQ-Team bereits Erfahrung mit der Rehabilitation anderer Meeresschildkrötenarten gesammelt und jüngst auch mit Lederschildkröten gearbeitet. Nachdem das Tier zwei Tage in der Einrichtung für Strandungen des New England Aquarium versorgt worden war, entschied man, dass es für eine Auswilderung bereit war.

Erneut stellte der IFAW seinen Delfintransporter zur Verfügung, um die riesige Schildkröte aus der Rehabilitationseinrichtung in Quincy auf das Deck eines in Harwich bereitstehenden Bootes zu bringen. Die Schildkröte wurde dann für eine Auswilderung ins Tiefwasser südlich von Cape Cod gebracht. Durch die Unterstützung des Large Pelagics Research Laboratory und mithilfe eines von der Riverhead Foundation in New York zur Verfügung gestellten Satellitensenders kann die Schildkröte nun durch Wissenschaftler verfolgt und ihre Entwicklung nach der Auswilderung beobachtet werden. Diese Aktion ist ein tolles Beispiel dafür, wie in kürzester Zeit verschiedene Institutionen sehr effektiv zusammenarbeiten und dabei beeindruckende Ergebnisse zustande bringen.

Zuletzt wurde die Lederschildkröte gesehen, wie sie gen Süden Richtung Nantucket Island unterwegs war.

--BS

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Kampagnenberater
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Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
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Leiterin Wildtierschutz, IFAW
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