Südkorea will wissenschaftlichen Walfang aufnehmen

Donnerstag, Juli 5, 2012
Hamburg

Südkorea will den wissenschaftlichen Walfang aufnehmen. Das erklärte das Land gestern Abend auf der 64. Walfangkonferenz (IWC), die derzeit in Panama Stadt tagt.

„Das ist ein durchsichtiger Versuch von Südkorea, kommerziellen Walfang unter dem Deckmantel der Wissenschaft zu betreiben“, sagt Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) vor Ort in Panama. „Walfang ist unnötig und grausam. Südkorea sollte diese unsinnigen Pläne aufgeben.“

Seit 25 Jahren betreibt Japan so genannten wissenschaftlichen Walfang, ohne bisher irgendwelche Ergebnisse von größerem wissenschaftlichen Wert zu produzieren. Zudem sind die Lagerhallen Islands, Japans und Norwegens voll mit unverkauftem Walfleisch.

„Es gibt keinen größeren Markt für Walfleisch. Diese Industrie ist am sterben“, so Sonntag weiter. „Statt Geld in solch einen defizitären Wirtschaftszweig zu stecken, sollte Südkorea lieber das Whalewatching weiter ausbauen. Viele Orte dieser Welt beweisen, dass es ökonomisch sinnvoller, nachhaltiger und besser für die Wale ist.“

Korea hat zuletzt 1986 Wale gefangen. Allerdings gibt es dort jährlich eine beträchtliche Anzahl Wale, die als sogenannter Beifang getötet werden.

„Dieser Schritt kommt überraschend“, so Sonntag, „hat doch Südkorea vor Kurzem erst wichtige Schritte gegen den illegalen Walfang in seinen Gewässern unternommen. Sollte das Land tatsächlich den Walfang wieder aufnehmen, würde das eine ohnehin ausgebeutete Walpopulation zusätzlich belasten.“.

Koreas Ankündigung ist der zweite Rückschlag für Walschützer während der gerade laufenden Konferenz, nachdem Japan und andere Nationen ein Schutzgebiet für Wale im Südatlantik abgelehnt hatten.

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