Südkorea: Stoppt Walfangpläne

Zwergwale wie diese will Südkorea im Namen der Wissenschaft töten.
Mittwoch, September 5, 2012
Hamburg

Am Vorabend der Konferenz der Weltnaturschutz-Union IUCN (International Union for Conservation of Nature) in Südkorea fordern Tierschutzverbände Südkorea auf, seine Walfangplänen zu begraben.

Die Weltnaturschutz-Union kritisiert in einem Positionspapier die Pläne Südkoreas, den wissenschaftlichen Walfang aufzunehmen. Die IUCN hebt hervor, dass die Zwergwalpopulation vor Südkorea, die angeblich erforscht werden soll, schon durch Japan bejagt wird und dadurch schon über die Maße belastet ist.

„Alle ernst zu nehmenden Wissenschaftler sind sich darüber einig, dass wissenschaftlicher Walfang eine Farce ist“, sagt Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds).

Die von Südkorea ins Visier genommene Population von Zwergwalen im Nordpazifik wurde 1985 von der Internationalen Walfangkommission IWC als gefährdet eingestuft. Japan ignoriert dies seit Jahren und tötet jährlich Wale aus dieser Population. Zudem hat eine Studie des IFAW mittels DNA-Proben von Walfleisch auf südkoreanischen Märkten ergeben, dass jährlich etwa 150 bis 200 Zwergwale getötet werden. Südkorea betreibt offiziell keinen Walfang, werden Wale jedoch unabsichtlich als sogenannter Beifang in Netzen gefangen, dürfen sie vermarktet werden.

„Ein erwachsener Zwergwal kann auf den Märkten Südkoreas etwa 100.000 US$ einbringen, ein sehr starker Anreiz Wale vermeintlich versehentlich zu fangen“, erklärt Dr. Sonntag weiter. „Südkorea sollte sich von seinen Walfangplänen endlich offiziell distanzieren.“

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