Südafrika: Hundekämpfe nehmen immer mehr zu

Ein Halsband ist alles, was der Familie noch als Erinnerung an ihren verstorbenen Hund bleibt.

Der Vater schaut erschrocken, als er sagt: "300.000 Rand! Wirklich?“ Unsere Kollegin Cora Bailey, die unser IFAW Programm CLAW in Südafrika leitet, besucht ein Township im Bezirk West Rand - etwa 40 Kilometer von Johannesburg entfernt. Sie ist dort, um den Eltern eines Jungen zu erklären, dass Hundekämpfe eine Straftat sind und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Der Junge hatte den Hund der Familie auf eine Wiese mitgenommen – ein paar hundert Meter von seinem Zuhause entfernt. Das hohe Schilf dort bietet ein ausgezeichnetes Versteck für allerlei kriminelle Aktivitäten.

Die Wiese, wo der Hundekampf stattfand, befindet sich ganz in der Nähe des Hauses der Eltern.

Umringt von Jugendlichen, die alle ungeduldig darauf warteten, Blut zu sehen, wurde der Hund zum Kampf gezwungen. Dabei erlitt er so schwere Verletzungen, dass er eingeschläfert werden musste.

Der Vater des Jungen ist außer sich vor Wut. Er hing sehr an dem Tier und will nicht daran denken, was der Hund erleiden musste. Aber eine Geldstrafe? Oder sogar Gefängnis? " 300.000 Rand (etwa 19.000 Euro) und 15 Jahre Gefängnis: Das ist die Höchststrafe hier in der Region", erklärt Cora Bailey. "Und natürlich erhält man einen Eintrag im Vorstrafenregister - sogar wenn der Richter eine mildere Strafe verhängt. Damit wird es schwierig, einen Job zu finden."

Cora Bailey hat herausgefunden, dass man Eltern wachrütteln kann, wenn man ihnen die negativen Konsequenzen für ihre Kinder vor Augen führt. Das Hauptargument ist dabei immer die Vorstrafe: Die meisten Eltern haben selbst große Schwierigkeiten, Arbeit zu finden. Der Gedanke daran, dass ihr Kind sich die Chance Arbeit zu finden, für immer verbaut und es auch als Erwachsener immer noch von ihnen abhängig sein könnte, macht ihnen Angst.

In diesem Fall ist der Junge erst zwölf. Er kann daher zwar wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz belangt werden, kommt aber nicht ins Gefängnis - noch nicht.

Wenn jetzt niemand eingreift, versinkt der Junge möglicherweise immer tiefer im kriminellen Sumpf. Die Hundekämpfe sind dabei nur ein Teil des Ganzen. Oft sind sie verbunden mit Drogenhandel und organisiertem Verbrechen. Bis er volljährig ist, könnte er schon eine beachtliche kriminelle Laufbahn hinter sich haben. Noch können die Eltern eingreifen und diese Entwicklung stoppen.

Nach unserem Besuch bei dem Vater des Jungen fahren wir weiter zu einer Familie in Soweto. Der Grund ist ein 26 Jahre alter Mann, der wahrscheinlich schon festes Mitglied der Hundekampfszene ist.

Cora Bailey ist gekommen, um ihm mitzuteilen, dass sein Hund wegen der schweren Verletzungen, die er bei einem Kampf erlitten hatte, von unseren Tierärzten eingeschläfert werden musste. Er behauptet, sein Hund sei auf der Straße in einen Kampf geraten. Doch der sanftmütig wirkende Pitbull hatte schon Narben von früheren Kämpfen. Und die Verletzungen, denen er am Ende erlag, ließen keine Zweifel daran, woher sie stammten. Der junge Mann lebt bei seiner Großmutter. Cora Bailey führt auch ihr die Konsequenzen für ihren Enkel vor Augen - in der Hoffnung, dass es sie aufrüttelt und sie etwas unternimmt.

Cora Bailey erklärt der Großmutter eines sechsundzwanzigjährigen Mannes, welche Strafen für Hundekampf drohen. Sie hofft, dass es sie aufrüttelt und sie etwas unternimmt.

Die bittere Armut und die aussichtslose Lage vieler junger Männer führen oftmals dazu, dass sie sich nutzlos und ihrer Männlichkeit beraubt fühlen. Die Hundekämpfe sind für sie ein Weg, Männlichkeit und Macht zu demonstrieren und gleichzeitig Geld zu verdienen.

Das Problem nimmt immer stärker zu. Deshalb versuchen wir im Rahmen unseres IFAW Programms CLAW mit Aufklärungsarbeit dagegen anzugehen. Denn wir dürfen nicht zulassen, dass die Hunde zum Kampf gezwungen werden und dafür am Ende auch noch mit ihrem Leben bezahlen.

Mandi Smallhorne

Helfen Sie uns, die grausamen Hundekämpfe zu verhindern und Tiere weltweit zu retten und zu versorgen.

Post a comment

Experten

Kampagnenberater
Kampagnenberater
Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Veterinarian, DVM, PhD - IFAW Beijing
Tierärztin, DVM, PhD
Katie Moore, Leiterin Marine Mammal Rescue and Research
Programmdirektorin Tierrettung
Shannon Walajtys, Leiterin IFAW Katastrophenhilfe
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater Strategische Partnerschaften