Regen in Kapstadt, Sonnenschein in Khayelitsha

Der glückliche Streuner.Als ich heute Morgen auf der Autobahn zum IFAW-Projekt für Hunde und Katzen, der Mdzananda-Tierklinik unterwegs bin, wandert mein Blick zum Horizont Richtung Helderberg. 

Der Himmel sieht bedrohlich aus; es ist wohl Regen im Anmarsch.

Als ich mich jedoch Khayelitsha nähere, wird der Himmel wieder blau und es fühlt sich gut an, das Projekt nach mehreren Wochen wieder einmal zu besuchen.

Als ich die Toreinfahrt durchquere, kommen auch schon die klinikeigenen Hunde Ruby, AJ und Liquorice angerannt, um mich zu begrüßen. Jeder von ihnen hat seine ganz eigene Art, „hallo“ zu sagen, sie wollen meistens am Bauch gekrault werden, Liquorice stupst meine Hand und schnappt frech danach, um meine Aufmerksamkeit zu bekommen. Liquorice ist der klinikeigene Blutspender. Letzte Woche hat er einem anderen Hund mit einer Bluttransfusion das Leben gerettet. 

Tierärztin Gemma Driscoll berichtet mir, dass in den letzten zwei Wochen im Krankenhaus sehr viel Betrieb geherrscht hat. Sie ist davon überzeugt, dass die vor kurzem neu angebrachten Schilder der Grund für die merkliche Zunahme an Patienten und Einweisungen sind.

Zwei Pflegerinnen mit dem glücklichen Streuner.

Der OP-Bereich ist voll und die Tierkrankenpfleger kümmern sich routiniert um die Vorbereitung der Patienten auf Kastrationen vor sowie ihre Überwachung nach der OP.

Als ich mich gerade im Sprechzimmer ein paar Minuten mit Maria Limani, eine der langjährigen Pflegerinnen des Projekts unterhalte, bemerken wir plötzlich einen jungen Mann, der verzweifelt einen kleinen, abgemagerten Welpen davon überzeugen will, ihm zu folgen. 

Wir gehen zu ihm hin und Maria sagt ihm auf Xhosa, dass er den Hund doch besser tragen soll, da dieser offensichtlich verschreckt sei und nicht genau wüsste, wohin er da geführt wird.

Er kommt ins Sprechzimmer und sagt uns, dass er den Welpen durch seine Straße hat streunen sehen und dass er keinen Hund halten kann. 

Also wird der kleine Streuner in die Obhut der Klinik übergeben und Maria impft und entwurmt ihn, behandelt ihn gegen Ungeziefer. Während der gesamten Prozedur liegt er mucksmäuschenstill auf dem Behandlungstisch. 

Sie reinigt sorgfältig seine Augen, setzt ihn vorsichtig auf dem Boden ab und füllt etwas Dosenfutter in einen Napf, das er hungrig verschlingt.

In Kapstadt regnet es, doch in Khayelitsha scheint heute auf jeden Fall die Sonne, denke ich mir da; und zwar besonders für einen bestimmten Hund, der ganz viel Glück hatte, der jetzt einen warmen Schlafplatz für die Nacht hat, einen gefüllten Magen und morgen hoffentlich schon ein neues Zuhause.

--LCH

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Alexa Kessler, Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
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Director, Community Led Animal Welfare (CLAW)
Cynthia Milburn, Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Hanna Lentz, Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
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Programmdirektorin Haustiere
Nancy Barr, Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
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Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe