Polizei in Vietnam rettet mehr als 100 Schuppentiere

Nachrichtendienste weltweit berichteten von der Rettung von mehr als 100 Schuppentieren nach einer dramatischen Verfolgungsjagd auf einer Hauptverkehrsstraße in Vietnam. Die Tiere waren in Taschen gepfercht und hatten weder Wasser noch Futter. 5 Schuppentiere starben. Doch 113 Tiere überlebten die grauenvolle Qual und werden jetzt von Tierschützern in Vietnam versorgt.

Leider sind Vorfälle wie dieser an der Tagesordnung. Schuppentiere sind die am häufigsten geschmuggelten Säugetiere weltweit. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach ihrem Fleisch und ihren Schuppen, geht ihr Bestand stetig zurückgeht.

Das Schuppentier ist die einzige Säugetierart, die vollständig von Schuppen bedeckt ist. Das schützt sie wirkungsvoll gegen Raubtiere aller Art - nur leider nicht gegen Menschen. Allein in den letzten zehn Jahren wurden schätzungsweise mehr als eine Million wild lebende Schuppentiere gefangen und geschmuggelt.

Vor allem Vietnam beschlagnahmt regelmäßig Schuppentiere sowie deren Körperteile und Produkte daraus, die in Frachtcontainern, PKW, Bussen und Transportern geschmuggelt werden. Im Oktober 2016 wurden 61 Schuppentiere gefunden, die im hinteren Teil eines Lasters versteckt waren. Einen Monat später fand man 150 Schuppentiere in Säcken in einem Bus - die meisten von ihnen waren noch am Leben. Im Dezember wurden 70 Tiere zusammengepfercht im Kofferraum eines PKW konfisziert.

Wenngleich die meisten gewilderten Schuppentiere für den Verkauf in Vietnam und China gedacht sind, trägt auch die Nachfrage in den USA zur Krise bei. Zwischen 2004 und 2013 wurden über 26.000 Produkte aus Schuppentieren von den Zollbehörden der Vereinigten Staaten beschlagnahmt.

Wir setzen uns mit aller Macht dafür ein, die Krise zu bekämpfen und Schuppentiere zu schützen, bevor es zu spät ist. Bei der Konferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) in Südafrika 2016 setzten wir uns gemeinsam mit Wissenschaftlern, Tierschützern und Nichtregierungsorganisationen aus aller Welt dafür ein, die Schuppentiere vor internationalem kommerziellen Handel zu schützen. Es wurde daraufhin beschlossen, alle acht Schuppentierarten in CITES Anhang I aufzunehmen. Damit wurde der Handel mit den Tieren und deren Körperteilen über Ländergrenzen hinweg weitgehend für illegal erklärt.

Jeffrey Flocken

Wir werden weiterhin alles daran setzen, Schuppentiere zu schützen. Bitte helfen Sie uns dabei. 

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
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Beth Allgood, IFAW Länderdirektorin USA
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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Cynthia Milburn, Senior-Beraterin Strategieentwicklung
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Dr. Joseph Okori, Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Natursc
Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Naturschutz
Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
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Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
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Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident
Patrick Ramage, Programmdirektor Meeresschutz
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Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
Programmdirektor Wildtierkriminalität