Partnerorganisationen: INTERPOL Vorreiter im Kampf gegen den Wildtierhandel

IFAW-Mitarbeiterin Grace Gabriel spricht bei einer INTERPOL-Konferenz in Bangkok, Thailand.Ich berichte Ihnen vom internationalen Treffen von Strafverfolgungsbehörden in Bangkok. Delegierte aus aller Welt sind hier zusammengekommen, um eine Strategie im Kampf gegen die Kriminalität im Zusammenhang mit Wildtieren zu erörtern. Es wurden erschreckendes Filmmaterial, auf dem der Schmuggel mit lebenden Tieren quer durch die Welt dokumentiert war und scheinbar endlose Bilder der grausamen Wilderei auf Tiger, Elefanten und Nashörner gezeigt. Diese Vorführung verdeutlichte nur zu gut, wie akut die Bedrohung für Elefanten, Nashörner und Tiger durch Wilderei und illegalen Handel ist.

Die gute Nachricht ist natürlich, dass INTERPOL Polizei, Zollbehörden und NGOs an einen Tisch gebracht hat, damit wir alle gemeinsam gegen den grausamen und schädlichen Wildtierhandel vorgehen. Die INTERPOL-Arbeitsgruppe für Verbrechen im Zusammenhang mit Wildtieren trifft sich bereits zum 23. Mal und bietet dem Internationalen Tierschutzfonds stets eine sehr gute Plattform, um mit Strafverfolgungsbehörden aus aller Welt über seine Arbeit, seine Ziele und eine gemeinsame Linie zu diskutieren.

Grace Gabriel, Leiterin unseres Regionalbüros in China, führte Präsentationen zum Engagement des IFAW in der Strafverfolgung durch und stellte eine Reihe von INTERPOL-Projekten vor, an dem der IFAW sich beteiligt. Grace gelang es außerdem sehr gut zu verdeutlichen, dass das Internet, weitgehend unreguliert, unendlich viele Schlupflöcher für kriminelle Aktivitäten bereithält, um aus dem Wildtierhandel Profit zu schlagen.

Grace wies die Mitarbeiter der Strafverfolgungsbehörden darauf hin, dass der IFAW bereits seit 2004 Studien zum Wildtierhandel im Internet durchführt. Dabei werden immer wieder Unmengen an online zum Verkauf angebotenen Produkten gefunden, die über keinerlei Hinweis auf Legalität, geschweige denn die Nutzungsbedingungen der Website verfügen, die teilweise den Handel mit Produkten wie beispielsweise Elfenbein ausdrücklich verbieten.

Im Zuge einer Zusammenarbeit unseres Büros in China mit der chinesischen Regierung ist der Handel mit Elfenbein und anderen Wildtierprodukten im Internet auf dort beheimateten Seiten stark zurückgegangen. In manchen Fällen kam der Handel sogar zeitweise völlig zum Erliegen. Wir müssen dennoch wachsam bleiben und die Händler im Auge behalten, die das Internet als Handelsplattform erst noch erschließen wollen.

Wir waren sehr erfreut darüber, dass einige Länder auf uns zukamen und ankündigten, dass sie uns mit ihren eigenen Online-Untersuchungen Arbeit abnehmen würden. Auch habe ich erfreut erfahren, dass der IFAW-Bericht „Caught in the Web“ zu einer verbesserten Gesetzeslage hinsichtlich des Wildtierhandels in Tschechien beigetragen hat.

Leider fordert der illegale Wildtierhandel nicht nur Tier- sondern auch Menschenleben. Bill Clarke von INTERPOL eröffnete eine Sitzung mit der der tragischen Nachricht, dass ein kenianischer Ranger während der Arbeit zum Schutz von Elefanten und anderen Wildtieren durch eine Schussverletzung ums Leben gekommen war. Bill wies darauf hin, dass der Preis, den auch wir Menschen in diesem gesamten Geschäft bezahlen müssen, permanent steigt.

Das weltweite Verbrechen an unseren Wildtieren stellt eine Gefahr für unsere Umwelt dar und könnte sogar dazu führen, dass unsere Kinder in einer Welt ohne Tiger und Nashörner leben müssen. Zu sehen, mit welch unglaublichen Anstrengungen in Ländern wie Thailand, dem Gastgeberland der Konferenz, gegen den Wildtierhandel bereits vorgegangen wird, ist hingegen sehr ermutigend.

INTERPOL ist Vorreiter mit seinem Projekt PREDATOR, eine Initiative zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Tiger, sowie mit dem Projekt WISDOM, das sich dem Kampf gegen den Handel mit Elfenbein und Nashörnern verschrieben hat.

Der IFAW ist stolz darauf, das Projekt WISDOM und ähnliche Projekte unterstützen zu können, denn letztendlich können nur solche Initiativen im Zusammenspiel mit Verbraucheraufklärung den Erhalt der charismatischen Tiere für zukünftige Generationen sicherstellen.

--TMS

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO des IFAW
Präsident, CEO und Geschäftsführer IFAW-Deutschland
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
Regionaldirektor Mittlerer Osten
Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Isabel McCrea, Regionaldirektorin Ozeanien
Regionaldirektorin Ozeanien
Jeffrey Flocken, Regionaldirektor Nordamerika
Regionaldirektor Nordamerika
Kelvin Alie, Programmdirektor Wildtierhandel
Programmdirektor Wildtierhandel
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Robert Kless, Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland
Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien