Norwegen: Walfang keine Gefahr für Wale

Dienstag, November 29, 2011
Bergen, Norwegen

Die Konferenz der über 100 Mitgliedsstaaten des Zwischenstaatlichen Abkommens Convention on Migratory Species (CMS) in Bergen, Norwegen, konnte sich nicht darauf einigen, Walfang als eine Gefahr für Wale anzuerkennen. Insbesondere der Einspruch Norwegens hatte die Nennung des Walfangs verhindert.
Die 10. Vertragsstaatenkonferenz des CMS, eine Konvention zum Schutz wandernder Tierarten, verabschiedete am heutigen letzten Konferenztag eine Resolution mit einem globalen Arbeitsplan, der die Gefahren für Wale und Delfine nennt. Der Walfang wurde aufgrund eines Einspruchs Norwegens aus dieser Gefahrenliste wieder gestrichen. Das Argument: CMS wäre nicht das richtige Forum für dieses Thema.
„Norwegen hat verhindert, dass die CMS die Gefahren für Wale durch den Walfang anerkennt,“ kommentiert Dr. Ralf Sonntag, Meeresexperte des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds und Teilnehmer der Konferenz in Bergen. „Einerseits hat sich Norwegen verpflichtet wichtige Bedrohungen zu bekämpfen. Anderseits ignorieren sie, diese absolut unnötige und einfach abzustellende Bedrohung. Wir erwarten von Norwegen sich hier Verantwortungsbewusster zu verhalten.“
„Die Resolution ist dennoch ein wichtiger Schritt, um Wale zumindest vor den großen Gefahren außer Walfang besser schützen zu können,“ so Sonntag weiter. „Sie listet Umweltverschmutzung, die Degeneration wichtiger Nahrungsgründe und den Beifang als größte Bedrohungen für Wale und Delfine auf.“
Neben Island und Japan ist Norwegen eines der letzten drei Länder, die noch kommerziellen Walfang betreiben. Die japanische Fangflotte liegt bereit demnächst für die Fangsaison rund um die Antarktis auszulaufen. 935 Zwergwale und 50 der bedrohten Finnwale stehen auf der Abschussliste der Japaner.

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