Northern Dogs-Projekt in Kanada: Mit GIS zu einem friedlicheren Zusammenleben von Mensch und Hund

Das Team des Northern Dogs-Projekts wird von einem Dorfbewohner erfreut begrüßt.Das Northern Dogs-Projekt hat seinen jährlichen Frühjahrsbesuch im Norden absolviert!

Wir sind gerade von unserem Einsatz in den entlegenen Siedlungen im Norden Kanadas zurück, wo wir wie jedes Jahr Daten gesammelt, Kinder in den Schulen besucht und Hunde (und Katzen) tierärztlich versorgt haben. Viele davon sind mittlerweile schon alte Bekannte geworden.

In den interaktiven Unterrichtsstunden haben wir den Schülern diesmal vorgeführt, wie man Hunde richtig füttert, wie man sie richtig hält, wie man ihre Körpersprache deutet, so dass das Zusammenleben mit ihnen gefahrlos abläuft. Bosum, einer meiner eigenen Hunde, hat mich ins Klassenzimmer begleitet und war ein toller Assistent. Er wurde selbst vor fünf Jahren in einer der Gemeinden geboren, war natürlich für die anschauliche Darstellung der Thematik unglaublich hilfreich und außerdem wesentlich beliebter bei den Kindern als ich!

Während ich meine Stunden im Klassenzimmer hielt, war das Northern Dogs-Team, bestehend aus Heidi, Stef, Magaret, Michelle und Heather, draußen unterwegs und hielt Ausschau nach Hunden. Als wir die Untersuchung vor einigen Jahren starteten, wollte ich Informationen über die Anzahl der Hunde in einer Gemeinde, ihre körperliche Verfassung sammeln und darüber, wie sie leben (z.B. angebunden, freilaufend). Jedes Jahr liefen wir die Gemeinden ab, sammelten unsere Daten und jedes Jahr fanden wir ungefähr die gleiche Anzahl von Hunden vor.

Das Problem bei diesem groben Ansatz ist, dass man wirklich nicht mehr über die Hunde erfährt als ihre Anzahl und ihre körperliche Verfassung. Wenn man nah genug heran kommt, sieht man noch, ob sie kastriert sind oder nicht. Man kann allerdings nicht wissen, ob man die selben Hunde vor sich hat wie im Vorjahr. Dieses Jahr wollte ich nun endlich herausfinden, welche Hunde genau in der Gemeinde leben, wo sie leben, was sie tun und wo sie hingehen. Ich wollte so viel wie möglich über jeden Hund erfahren, damit ich die Daten mit jenen Daten abgleichen kann, die wir während unserer mobilen Klinik erheben.

Da Heidi sehr erfahren in der Arbeit mit GIS (Geoinformationssysteme) ist, wird sie die Daten, die wir bislang gesammelt haben, demnächst mit den Karten der Gemeinden verknüpfen, so dass wir am Ende ein dreidimensionales Bild des Geschehens dort bekommen. So erhalten wir einen wesentlich besseren Einblick in das Leben der Hunde in jeder Gemeinde. Im Juni werden wir an den Halsbändern einiger Hunde in den Gemeinden GPS-Sender anbringen und können dadurch ihre Bewegungen verfolgen. Versammeln sie sich an einem bestimmten Ort? Bei der Schule, beim Müll oder bei einer läufigen Hündin? Inwieweit korrelieren diese Informationen mit den Beschwerden der Dorfbewohner?

Die Daten wollen wir dazu nutzen, um die Gemeinden darüber aufzuklären, wo und wie Konflikte zwischen Mensch und Hund gelöst werden können und um etwaige falsche Vorurteile hinsichtlich des Verhaltens von Hunden aus der Welt zu schaffen.

--JH

Mehr Informationen über das Northern Dogs-Projekt in Kanada finden Sie hier.

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Experten

Alexa Kessler, Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Cora Bailey
Director, Community Led Animal Welfare (CLAW)
Cynthia Milburn, Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Hanna Lentz, Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Kate Nattrass Atema, Programmdirektorin Haustiere
Programmdirektorin Haustiere
Nancy Barr, Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Shannon Walajtys
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe