Neue Studie verteidigt Handelsverbot für Robbenprodukte

Eine neue veterinärmedizinische Studie unterstützt das EU-Verbot für den Import von Robbenprodukten.Eine jüngst in der Zeitschrift Marine Policy veröffentlichte Studie bestätigt, was der Internationale Tierschutz-Fonds und andere schon seit Jahrzehnten propagieren: Die kommerzielle Robbenjagd ist zwangsläufig inhuman und die flächendeckende Anwendung humaner Tötungsmethoden nicht umsetzbar.

Die Veterinäre Andrew Butterworth und Mary Richardson haben Videomaterial sowie Studien zur kommerziellen Robbenjagd in Kanada analysiert. 

Die Erkenntnisse kommen für IFAW-Unterstützer nicht überraschend und werden die Europäische Kommission bei ihrer Verteidigung des EU-Verbots für Robbenprodukte sicher stärken, das in diesem Jahr vor der Welthandelsorganisation von Kanada und Norwegen angefochten wird.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Autoren:

  • „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Tiere bei der Jagd leiden, ist weiterhin groß und wird tendenziell eher größer“
  • „Die Überprüfung zur Verfügung stehender Daten belegt, dass die gemeinhin anerkannten Grundsätze für die humane Schlachtung bei der kommerziellen Robbenjagd nicht effektiv und konsistent befolgt werden können“
  • „Es muss anerkannt werden, dass sowohl das Erschießen als auch das Erschlagen von Robben bei der kommerziellen Robbenjagd zwangsläufig inhuman ist und dass die derzeit bei einer Vielzahl von Tieren angewandten Methoden nicht annähernd den moralischen geschweige denn den gesetzlichen Anforderungen für die Schlachtung von Tieren zu kommerziellen Zwecken entsprechen.“
  • „Es liegen ganz unzweifelhaft verlässliche Daten vor, die belegen, dass bei der kommerziellen Robbenjagd in Kanada Grausamkeiten in erheblichem Ausmaß angerichtet werden.“
  • „Bei der kanadischen Robbenjagd werden Methoden mit messbaren Folgen angewandt, die international anerkannten Standards für humane Schlachtung in keiner Weise entsprechen. Zu kommerziellen Zwecken werden den Tieren bei der Jagd Leiden zugefügt, die sowohl inakzeptabel als auch unrechtmäßig sind. Alles deutet darauf hin, dass Maßnahmen von Regierungen, den Handel mit Robbenprodukten zu verbieten, gerechtfertigt sind und das auch bleiben werden.“

Der IFAW vertritt schon seit langer Zeit die Ansicht, dass die Robbenjagd zwangsläufig inhuman ist. Die Europäische Kommission und viele mitfühlende Bürger vertreten dieselbe Ansicht.  Diese jüngste Studie ist nur ein weiterer Beitrag zur immer erdrückender werdenden Beweislast zugunsten der einzig richtigen Erkenntnis: Die kommerzielle Robbenjagd ist grausam, unnötig und hat im 21. Jahrhundert nichts zu suchen. 

Es wird Zeit, der Robbenjagd ein für allemal ein Ende zu bereiten.

--SF

Butterworth A, Richardson M. A review of animal welfare implications of the Canadian commercial seal hunt. Mar. Policy (2012), http://dx.doi.org/10.1016/j.marpol.2012.07.006

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Experten

Dr. Ralf Sonntag, Länderdirektor Deutschland
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Robbie Marsland, Regionaldirektor Großbritannien
Regionaldirektor Großbritannien
Sheryl Fink, Direktorin Wildtier-Kampagnen, IFAW Kanada
Direktorin Wildtier-Kampagnen, IFAW Kanada
Sonja Van Tichelen, Regionaldirektorin Europäische Union
Regionaldirektorin Europäische Union