Neue Infotafeln im Amboseli-Nationalpark helfen künftig bei der Erkundung des geheimnisvollen Ökosystems

IFAW-Mitarbeiterin liest eine Infotafel bei der Flugzeuglandebahn im Amboseli-Nationalpark.Besucher des Amboseli-Nationalparks reagieren, je nach Tages- oder Jahreszeit ihres Besuchs, völlig unterschiedlich – aus gutem Grund.

Amboseli kann einen Besucher mit Hitze, Trockenheit und heftigen Sandstürmen empfangen und dieser wird sich fragen, ob es hier noch mehr zu sehen gibt als sandiges Flachland. Einen anderen Besucher empfängt der Park hingegen mit saftig grüner Frische und ohne Elefanten – die haben sich nämlich alle aus dem Park verzogen und auf das umliegende Farmgelände auf Futtersuche begeben.

An guten Tagen ragt der Kilimandscharo, Lebensquell für Millionen Menschen und Tiere in Kenia und Tansania, mit schneeweißer Kuppe majestätisch in den Himmel.

An schlechten Tagen steht er nur grau und bedrohlich im Nebel.

In der Trockenzeit kann man mit dem Auto durch den Lake Amboseli fahren. Setzt jedoch der Regen ein, füllt sich der See innerhalb weniger Wochen, und mit ganz viel Glück kann man dort dann Zwergflamingos beobachten.

Eine Infotafel auf dem Noomotio-Aussichtshügel in Amboseli.

In der Trockenzeit kann man mit dem Auto durch den Lake Amboseli fahren. Setzt jedoch der Regen ein, füllt sich der See innerhalb weniger Wochen, und mit ganz viel Glück kann man dort dann Zwergflamingos beobachten.

Aber selbst in Amboseli gibt es manche Dinge, die sich nie ändern: Seine geheimnisvolle, unbeschreibliche Atmosphäre zum Beispiel, oder seine Fähigkeit, selbst die noch regelmäßig in Staunen zu versetzen, die hier schon Jahrzehnte leben.

Unter anderem deshalb hat der Internationale Tierschutz-Fonds in Zusammenarbeit mit dem Kenya Wildlife Service nun Infotafeln aufstellen lassen, die Parkbesucher künftig über das ein oder andere Naturphänomen, das sich gerade vor ihren Augen abspielt, aufklären.

Mit dem Wissen über Amboseli kann man eine Bibliothek füllen, doch wozu all das Wissen, wenn es nicht über Internet, Bücher, Informationszentren oder eben Infotafeln an die Leute gebracht wird?

In Form von unterhaltsamen Infotexten werden den Besuchern auf bunten Tafeln Fakten und Hintergrundinformationen zum Park präsentiert. Neben zahlreichen interessanten Anekdoten finden sich dort auch Verhaltensregeln, die die Besucher darüber informieren, was auf dem Gelände gestattet ist und was nicht.

Parkbesucher lassen sich mit Tafeln fotografieren.Einige Tafeln enthalten Wissenswertes über die Geschichte des Parks, die Geologie, den Kilimandscharo, die Sumpfgebiete und natürlich die Tierwelt – Elefanten, Hyänen, Löwen, Paviane und zahlreiche Vogelarten.

Andere Tafeln wiederum geben Auskunft über die einheimische Massai-Volksgruppe, ihre enge Beziehung zum Ökosystem und ihre unbestritten hohe Bedeutung für dessen Gleichgewicht. Die Besucher erfahren etwas über Amboseli als UNESCO-Biosphärereservat und nicht zuletzt darüber, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, damit uns das wertvolle, aber sensible Ökosystem erhalten bleibt.  

Mindestens zehn Jahre werden die Infotafeln halten, wenn man sie richtig instand hält. Die für ihre Herstellung verwendeten heimischen Materialien machen sie gegenüber dem rauen und wechselhaften Wetter widerstandfähig.

Amboseli ist, genau wie andere vielfältige und sensible Ökosysteme auch, ein großer Schatz, den es zu bewahren gilt – und zwar nicht nur für diejenigen, die dort leben und arbeiten, sondern für uns alle.

Ein Zitat eines Unbekannten – ebenfalls auf den Infotafeln festgehalten – bringt sehr gut auf den Punkt, was Amboseli ausmacht: Lehre deine Kinder, was wir unsere Kinder gelehrt haben, dass die Erde unsere Mutter ist. Was über die Erde kommt, kommt auch über ihre Kinder. Spucken die Menschen auf die Erde, spucken sie auf sich selbst.

Der Amboseli-Nationalpark ist die Mutter sehr vieler Lebewesen. Er darf uns auf keinen Fall verloren gehen.

- EW

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien