Naturgewalten erschweren das Ausstatten indischer Bären mit Senderhalsbändern

IFAW-WTI-Tierarzt Dr. Abhijit Bhawal bringt ein Senderhalsband an einem betäubten Kragenbären an. © IFAW-WTI S. BarbaruahWenn wir Kragenbären mit Senderhalsbändern ausstatten wollen, fahren wir normalerweise zum Waldgebiet, machen einen mehrstündigen Marsch durch den Wald, betäuben die Bären und bringen die Halsbänder an. Normalerweise ist das eine recht unkomplizierte Angelegenheit. Dieses Mal war es allerdings nicht ganz so einfach.

Gemeinsam mit einem Team aus IFAW-Mitarbeitern sowie Mitarbeitern unserer Partnerorganisation Wildlife Trust of India machte ich mich auf, um zwei verwaiste Kragenbären, die sich derzeit im Mehao Wildlife Sanctuary in Aruchnal Pradesh im Nordosten Indiens an ihren natürlichen Lebensraum im Wald gewöhnen, mit Senderhalsbändern auszustatten.

Auf unserer Reise erlebten wir als Erstes in einer kleinen Stadt namens Dholla die Folgen eines Hagelschauers. Unsere Fahrt war langsam und beschwerlich, weil die Straße durch den Sturm voller Dreck lag. Hunderte von Bäumen waren entwurzelt, Häuser zerstört worden und Strommasten waren auf die Autobahn gefallen – Vorzeichen der Monsun-Saison.

Weil sich erneut ein Sturm zusammenbraute, verschoben wir unser Vorhaben und entschieden, eine Nacht in Dholla zu bleiben. Einige von uns waren zwar durch die Verzögerung ziemlich genervt, doch die Entscheidung stellte sich als sehr weise heraus, denn wir wären mitten im tosenden Sturm ohne Unterschlupf geendet.

Am nächsten Morgen brachen wir früh auf und machten uns zu unserem Ziel in Mehao auf. Bei der Überquerung des angeschwollenen Deopani-Flusses zu Fuß traf das Team ebenfalls auf Schwierigkeiten. Unser Tierarzt Dr. Abhijit Bhawal wurde von einer schnellen Strömung mitgerissen, nachdem er auf ein paar Steinen ausgerutscht war, doch zum Glück konnten ihn zwei Tierpfleger gleich retten.

Das Video zeigt, wie die Tierärzte zwei Bären mit Senderhalsband ausstatten. Hut ab vor dem gesamten Team, das den Auftrag trotz aller Widrigkeiten sicher und erfolgreich erledigt hat.

Die beiden ca. einjährigen Bären können nun aus der Ferne überwacht werden, solange sie die Halsbänder tragen. So sollten wir für einige Monate mit guten Daten versorgt sein. Diese wertvollen Informationen geben uns letztendlich darüber Aufschluss, ob die Bären überleben und alleine ihr Leben meistern, und wir erhalten weitere Erkenntnisse über die natürlichen Verhaltensweisen der gefährdeten Tierart.

Drei Bärenjunge, einschließlich der letzte Woche mit Halsband versehenen, wurden im IFAW-Rettungszentrum für Wildtiere in Kaziranga per Hand aufgezogen und dann zur Gewöhnung vor Ort ins Mehao Wildlife Sanctuary umgesiedelt. So erhielten sie vor der Auswilderung fünf Monate lang Pflege und Schutz in einem Gehege. Die gesamte Zeit wurden sie von Pflegern täglich auf Touren in die Wildnis begleitet, damit sie die Fertigkeiten entwickeln konnten, die sie für ein Überleben in freier Wildbahn benötigen.

Zurzeit werden so auch vier weitere gerettete Bären in Pepsu im Nachbarstaat Assam betreut. Auch sie sollen bald ihre Halsbänder bekommen.

Kragenbären besitzen auf der Roten Liste der IUCN den Status „gefährdet“. Wilderer, die es vorwiegend auf die Bärengalle abgesehen haben und Lebensraumverlust gehören zu den größten Bedrohungen für die Art. Das IFAW-Rettungszentrum für Bären wurde vor fast 10 Jahren gegründet, um jungen verwaisten Kragenbären eine Chance auf Rückkehr in die freie Wildbahn zu geben.

--SB

Seit seiner Gründung wurden im Zentrum 17 Bären erfolgreich per Hand aufgezogen und ausgewildert. Helfen Sie uns, noch mehr Bären zu retten und unterstützen Sie uns mit einer Spende.

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Experten

Kampagnenberater
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Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
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Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Katie Moore, Leiterin Marine Mammal Rescue and Research
Programmdirektorin Tierrettung
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Regionaldirektor Südasien