Nashorn-Wilderer zahlen hohen Preis für ihre kriminellen Machenschaften

Aus Südafrika kommen äußerst erfreuliche Neuigkeiten: Zwei Wilderer wurden zu 29 Jahren Haft für ihre Komplizenschaft beim Abschlachten von Nashörnern im weltberühmten Krüger-Nationalpark verurteilt.

Diese Nachricht ist nicht nur deshalb bedeutsam, weil damit zwei Wilderer aus dem Verkehr gezogen wurden, die Profit aus Tod und Leiden von Tieren zogen.

Vielmehr zeigt die Länge der verhängten Strafen auch, dass die südafrikanische Justiz endlich aus ihrem Schlaf erwacht ist und bemerkt hat, dass der Handel mit Wildtieren und Wildtierprodukten ein schweres Verbrechen ist, das Menschenleben kostet, die Biodiversität ruiniert und den Rechtsstaat unterminiert, weshalb er mit strengen Strafen belegt werden muss.  Zu lange haben internationale Verbrechersyndikate im Wildtierhandel eine äußerst lukrative und dabei risikoarme Geldquelle gesehen, denn sie gingen fast immer straffrei aus.

Die Länge der im vorliegenden Fall verhängten Strafen steht in krassem Gegensatz zu einem Fall von zwei Männern in Hongkong, die beim Elfenbeinschmuggel gefasst wurden, jedoch nur ein paar lächerliche Monate aufgebrummt bekamen.

Der IFAW arbeitet eng mit dem Programm von INTERPOL zur Bekämpfung von Umweltstraftaten zusammen, um solche Verbrecher zur Strecke zu bringen, aber ohne empfindliche Strafen der Art, wie sie in Südafrika verhängt wurden, müssen sich die Wilderer keine Nachwuchssorgen machen. Bei der Aussicht auf 29 Jahre Gefängnis werden sich viele potenzielle Wilderer dann aber doch sehr gründlich überlegen, ob der Einstieg in den Wildtierhandel wirklich lohnt.

Sehen Sie sich zu dem Thema dieses Video über INTERPOLs Operation Worthy an, das auch im Rahmen einer BBC-Dokumentation gezeigt wurde.

Außerdem können wir uns über dieses Urteil freuen, weil die Männer auch wegen Waffendelikten angeklagt waren. Dies ist nämlich ein Zeichen dafür, dass die Zusammenarbeit der Vollzugsbehörden in Südafrika immer besser funktioniert. Wenn wir Wilderer und illegale Händler stoppen wollen, so ist dies nur möglich, wenn Zollbeamte, Wildhüter, Polizeikräfte und in manchen Fällen auch das Militär an einem Strang ziehen. Deshalb fördert der IFAW Fortbildungskurse, die die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Behörden voranbringen. Wir machen Kollegen und Kolleginnen miteinander bekannt, um ein Netzwerk zur effektiven Bekämpfung dieser internationalen Verbrechersyndikate zu errichten.

Hier noch ein Kurzfilm  über einen Kurs, der im vergangenen Jahr in Botswana abgehalten wurde.

--AH

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Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel, IFAW Großbritannien
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