Nach enttäuschendem Ausgang der Artenschutzkonferenz geht der Kampf für die Eisbären weiter

Es war eine Farce, die sich am Donnerstag, den 7. März bei der Artenschutzkonferenz in Bangkok abspielte. 42 Länder stimmten mit NEIN, als es zu entscheiden galt, ob dem bedrohten Eisbären der dringend benötigte Schutz vor kommerzieller Ausbeutung durch kanadische Jäger gewährt werden soll.

Alle Bemühungen der USA und Russland, den Eisbären auf Anhang I des Internationalen Abkommens über den Handel mit gefährdeten Arten (CITES) heraufzustufen und damit den Handel mit Eisbärprodukten unter Verbot zu stellen, waren letztendlich vergeblich. Aber auch wenn die Enttäuschung groß ist und die folgenschwere Entscheidung erst bei der CITES-Konferenz in drei Jahren wieder revidiert werden kann, lassen sich der ganzen Sache doch einige positive Aspekte abgewinnen, die da wären:

  • Russland und die USA konnten mit vereinten Kräften eine breite Unterstützung für den US-Antrag auf Erhöhung der Schutzstufe für den Eisbären mobilisieren.  Sie haben damit vielleicht ein Exempel für ähnliche Kooperationen zum Schutz gefährdeter Arten statuiert, z.B. für Walrosse, Wale oder Lachse, und hoffentlich auch für mehr Kooperationen im Namen des Eisbären.
  • Auch wenn sich die EU insgesamt bei der Abstimmung der Stimme enthielt, befürwortete die Mehrheit der EU-Länder den US-Antrag, darunter Großbritannien, die Niederlande, Belgien, Polen, Tschechien und Ungarn.
  • Im Zuge der Abstimmung wurde eine Initiative zur Durchsetzung eines EU-Handelsverbots für Körperteile von Eisbären aus allen schrumpfenden Eisbärpopulationen angestoßen.
  • Russland, das den Antrag auf Heraufstufung zuvor abgelehnt hatte, ist mittlerweile ein glühender Verfechter des Eisbärschutzes und plant für diesen November in Moskau einen Eisbär-Gipfel, bei dem hochrangige Politiker, NGO-Vertreter und führende Wissenschaftler zusammenkommen sollen.
  • Als Reaktion auf die gescheiterte Abstimmung gab es Andeutungen von Seiten Russlands, einem der größten Konsumenten von Eisbärfellen und -Trophäen, die Einfuhr von Eisbärprodukten nach Russland verbieten zu wollen.

Die USA kündigte nach der Konferenz außerdem an, sich auch auf der nächsten CITES-Vertragsstaatenkonferenz in drei Jahren in Südafrika wieder für den Eisbären stark machen zu wollen. 

Wir können nur hoffen, dass die Welt bis dahin zu Vernunft kommt und der Eisbär dann endlich seinen dringend benötigten Schutz bekommt.

--JF

Mehr Informationen zu unserer Arbeit bei der vergangenen CITES-Konferenz finden Sie hier.

Post a comment

Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
Präsident und CEO
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
Regionaldirektor Mittlerer Osten
Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Isabel McCrea, Regionaldirektorin Ozeanien
Regionaldirektorin Ozeanien
Jeffrey Flocken, Regionaldirektor Nordamerika
Regionaldirektor Nordamerika
Kelvin Alie, Programmdirektor Wildtierhandel
Programmdirektor Wildtierhandel
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Robert Kless, Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland
Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien