Nach CITES-Konferenz brechen für einige Tierarten bessere Zeiten an

IFAW-Direktor Azzedine Downes analysiert die Lage in Bangkok nach der 16. CITES-Vertragsstaatenkonferenz

Zumindest teilweise war die 16. CITES-Vertragsstaatenkonferenz ein Erfolg: Der Schutzstatus für Haie wurde erhöht und der Grundstein für ein verschärftes international koordiniertes Vorgehen gegen den organisierten Schmuggel von Wildtieren und Wildtierprodukten und gegen den Online-Wildtierhandel wurde gelegt. Insbesondere gegen Wilderei und den illegalen Handel mit Elefanten und Nashörnern soll künftig härter durchgegriffen werden.

Den Antrag auf eine höhere Schutzstufe für den Eisbären hingegen konnten wir leider nicht erfolgreich durchsetzen. Seine Bejagung und der Handel mit nutzlosen Eisbärtrophäen werden somit weitergehen. Auch die Bereitstellung umfassender Gelder zur Reduzierung der weltweit steigenden Nachfrage nach Wildtieren und Wildtierprodukten konnten wir nicht durchsetzen.

Als vergangenen Montag im zuständigen Ausschuss die erforderliche Zweidrittelmehrheit für den Schutz der Haie stimmte, wurde damit dem Handel mit Haiflossen endlich ein Riegel vorgeschoben. Es bestand danach immer noch die Gefahr, dass die Entscheidung des Ausschusses später in der Plenarsitzung durch jene Länder gekippt würde, die keinen Wert auf bessere Handelsregulierung legen und in der Grausamkeit des "Shark Finning" keine Probleme sehen. Doch die überwiegende Mehrheit der Länder blieb nach den erhitzten Debatten ihrer vorherigen Entscheidung auch im Plenum treu und bekannte sich erneut zu einem besseren Schutz der Meere. Ein guter Tag für den Weißspitzen-Hochseehai, den Hammerhai, den Heringshai und für das gesamte Meeresökosystem.

Vielen Dank an alle Regierungen, die JA zum Schutz der Haie gesagt haben, wir freuen uns jetzt darauf, die Umsetzung der Schutzmaßnahmen zu unterstützen!

Die Unterstützung für den Eisbären hingegen blieb leider weitgehend aus. Wir deuten das als klares Zeichen dafür, dass wir bei Regierungen noch viel Aufklärungsarbeit leisten müssen, damit sie ihre Entscheidungen künftig nach dem "Vorsorgeprinzip" ausrichten und dem Artenschutz mehr Wichtigkeit beimessen.

In Sachen Elefanten können wir aus der Konferenz insofern eine positive Bilanz ziehen, als die Debatten um die für uns wichtigsten Themen - nämlich das verstärkte behördliche Durchgreifen gegen Wilderei und Elfenbeinschmuggel sowie die Einschränkung für die Genehmigung von Elfenbeinverkäufen - Hoffnung darauf machen, dass es vorerst nicht zu einer erneuten Legalisierung des Handels kommen wird. Dies wäre für die Elefanten in Afrika und Asien, wo sie durch ausufernde Wilderei ohnehin schon bedroht sind, nämlich eine Katastrophe.

Insgesamt lag das Augenmerk der diesjährigen Konferenz so stark wie nie zuvor auf der behördlichen Durchsetzung und Anwendung gesetzlicher Bestimmungen. Der Internationale Tierschutz-Fonds stellte gemeinsam mit INTERPOL unter dem Titel "Project WEB" einen Bericht über eine Untersuchung des Online-Elfenbeinhandels in Europa vor. Auch andere Organisationen veranstalteten Präsentationen oder Workshops, in denen thematisiert wurde, wie Länder besser gegen Wildtierhandel vorgehen können.

Unsere Aufklärungsarbeit in den Regierungen muss selbstverständlich weitergehen. Wir werden uns umgehend wieder an die Arbeit machen, damit alle Entscheidungen in Sachen Elfenbeinhandel aufgeschoben werden, bis Elefanten-Verbreitungsstaaten erfolgreich ihren Plan zum Schutz der Elefanten vor Wilderei umgesetzt haben. Und wir werden die Regierungen auch weiterhin dazu auffordern und dabei unterstützen, in ihren Ländern die Nachfrage nach Elfenbein zu reduzieren.

Wir haben allen Grund, stolz auf unsere Erfolge zu sein. Und ich bin stolz, dass ich als Teil des IFAW-Teams für diese Erfolge mitkämpfen durfte!

--PP

Mehr Informationen finden Sie auf unserer CITES-Seite.

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien