Mythen und Fakten über die kommerzielle Robbenjagd in Kanada

An der kanadischen Ostküste hat erneut die kommerzielle Robbenjagd begonnen. Und wie jedes Jahr tischen uns Politiker und Robbenindustrie dieselben Märchen auf.

Deshalb möchten wir an dieser Stelle einmal die Fakten von den Mythen trennen.

Mythos 1: Nur erwachsene Robben werden gejagt. Robbenjunge hingegen sind geschützt.

Fakt: Nur Whitecoats (neugeborene Robben, die noch das weiße Jungtierhaar haben) sind geschützt. Dem kanadischen Fischereiministerium zufolge sind 98 Prozent aller bei der kommerziellen Robbenjagd getöteten Tiere zwischen drei Wochen und drei Monaten alt.

Mythos 2: Das gesamte Fleisch wird verwertet.

Fakt: Selbst nach jahrzehntelangen Versuchen der Regierung, durch Subventionen einen Markt für Robbenfleisch zu schaffen, wird 92 Prozent des Fleischs aus der Sattelrobbenjagd weggeworfen.

Mythos 3: Robben fressen zu viel Kabeljau und behindern dadurch die Erholung der Fischbestände.

Fakt: Wissenschaftler des kanadischen Fischereiministeriums haben festgestellt, dass Sattelrobben kaum Einfluss auf die Kabeljaubestände haben. Sie haben beobachtet, dass die Bestände sich trotz recht großer Sattelrobbenpopulationen in der Region erholen. Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass die Tötung von Robben das Wachstum von Kabeljaubeständen begünstigt. Im Gegenteil: Die Robbenjagd könnte sogar die Erholung von Beständen anderer Arten verlangsamen oder zum Rückgang von Populationen anderer Arten führen.

Mythos 4: Die Robbenjagd macht einen Großteil des jährlichen Einkommens der Jäger aus.

Fakt: Die Robbenjagd ist ein schrumpfender Industriezweig. Der Exportwert von Robbenprodukten ist von 18 Millionen kanadischen Dollar im Jahr 2006 auf 317 Tausend kanadische Dollar im Jahr 2015 gesunken. 2014 gab es dem Fischereiministerium zufolge 1.318 aktive Robbenjäger, von denen jeder durchschnittlich 1.523 kanadische Dollar (vor Abzug der Kosten) durch die Robbenjagd verdiente.

Mythos 5: Es ist illegal, Robben mit Knüppeln zu töten.

Fakt: Hakapiks und Knüppel werden noch immer legal während der kommerziellen Robbenjagd an Kanadas Ostküste eingesetzt. Außerdem werden Gewehre verwendet. Keine der Methoden kann angesichts der Bedingungen als human angesehen werden.

Mythos 6: Robbenjagd ist immer gleich, ob an der Ostküste oder in der Arktis.

Fakt: Die Robbenjagd in der Arktis unterscheidet sich sehr stark von der kommerziellen Jagd an der Ostküste, wo das ganze Tier verwertet wird. Grund dafür ist, dass die Inuit auf Robben zur Nahrungs- und Einkommenssicherung angewiesen sind.

Der IFAW setzt sich seit über 45 Jahren für ein Ende der sinnlosen kommerziellen Robbenjagd an Kanadas Ostküste ein. Und wir werden erst aufhören, wenn sie endgültig gestoppt wurde.

Mit der Hilfe unserer Unterstützer haben wir schon viel erreicht: Weltweit wurden Märkte für Robbenprodukte geschlossen und der Industriezweig schrumpft immer weiter. Die kanadische Regierung subventioniert die Jagd trotzdem noch immer und stützt damit einen völlig unrentablen Industriezweig, der eigentlich längst Geschichte sein sollte.

Bitte fordern Sie den kanadischen Premierminister Justin Trudeau auf, die kommerzielle Robbenjagd ein für alle Mal zu beenden.

Sheryl Fink

Sagen Sie Nein zur kommerziellen Robbenjagd in Kanada.

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
Präsident und CEO
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
Regionaldirektor Mittlerer Osten
Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Faye Cuevas, Esq., Strategische Beraterin und Leiterin tenBoma
Strategische Beraterin und Leiterin tenBoma
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Jeffrey Flocken, Regionaldirektor Nordamerika
Regionaldirektor Nordamerika
Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
Programmdirektor Wildtierkriminalität
Robert Kless, Leiter IFAW Deutschland
Leiter IFAW Deutschland
Tania McCrea-Steele, Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel
Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel, IFAW Großbritannien
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater Strategische Partnerschaften