Liebevolles neues Zuhause für gerettete Katzen

Es war ein bewegender Moment, als ich das Tierasyl betrat, in dem seit Ende Februar 700 Katzen untergekommen waren. 

In den Räumlichkeiten herrschte geschäftiges Treiben, die Mitarbeiter und Freiwilligen trafen letzte Vorbereitungen.

Das Ereignis, auf das sie alle in den letzten fünf Monaten hingearbeitet hatten, stand kurz bevor – eine groß angelegte Vermittlungsaktion über ein Wochenende für die aus dem Katzenasyl „Caboodle Ranch“ geretteten Katzen.

Ich hatte erwartet, dass meine erste Mission als Mitarbeiterin in der Katastrophenhilfe des Internationalen Tierschutz-Fonds vielleicht darin bestehen würde, Tieren während einer Naturkatastrophe zu helfen oder in einer Auffangstation für Tiere zu arbeiten, die ihr Zuhause verloren hatten.

Doch das war diesmal nicht der Fall, denn der IFAW kümmert sich gleichermaßen um die Opfer menschgemachter Katastrophen, wozu natürlich auch die Verwahrlosung von Tieren zählt. 

IFAW-Einsatzkräfte hatten sich zunächst um die Beschlagnahmung der Katzen und um die Sicherstellung von Beweismaterial gekümmert. 

Ihre harte Arbeit hatte sich ausgezahlt, und die Katzen waren nun vom Gericht freigegeben worden und konnten endlich ein neues Zuhause finden! 

Meine erste Mission war es also, als Adoptionsvermittlerin bei einer zweitägigen Vermittlungsaktion zu fungieren, bei der ich so viele wie möglich von den ca. 300 Katzen, die im ASPCA-Tierasyl in Jacksonville, Florida untergekommen waren, mit potentiellen Katzenhaltern zusammenzubringen. Ich schaffte es, 30 glückliche Tiere an ein liebevolles Zuhause zu vermitteln.

Als ich mir alle Katzen ansah, die Adoptions-Info aufhängte und ihre alten Identifikationspapiere entfernte, freute ich mich zu sehen, was für tolle Fortschritte sie alle gemacht hatten! 

Die Katzen, die ich in den Käfigen sah, hatten Idealgewicht, klare Augen und glänzendes Fell.

Es war ein Riesenunterschied zu den Fotos, die bei ihrer Einlieferung gemacht wurden, als viele Katzen noch unterernährt waren, unter Atemwegsinfektionen litten und ganz stumpfes Fell hatten. 

Bei meiner weiteren Sichtung der Tiere stellte ich betroffen fest, wie viele von ihnen mit dem Felinen Immundefizienz-Virus (FIV) oder dem Felinen Leukämievirus (FeLV) infiziert waren. Einige wenige waren sogar mit beiden unheilbaren Krankheiten gestraft. 

Ich wusste, dass ich mich ins Zeug legen musste, um auch für diese Katzen ein Zuhause zu finden.

Am ersten Tag der Vermittlungsaktion sah es so aus, als suche jeder Interessierte einen Gefährten für seine Katze zu Hause. 

Die Katzen, die nicht mit FIV oder FeLV infiziert waren, fanden schnell neue Besitzer. Ich hatte aber noch so viele tolle Katzen, die infiziert waren! 

Anfänglich war ich nicht sehr zuversichtlich, da ich aus meinen vorherigen Erfahrungen in der Tiervermittlung wusste, wie schwer es war, FIV/FeLV-positive Katzen zu vermitteln. Ich war jedoch überrascht, wie viele Leute Bereitschaft zeigten, eine Katze zu nehmen, von der sie wussten, dass sie krank war. 

Eine Familie mit drei kleinen Mädchen kam vorbei, die eine ruhige und verschmuste Katze suchten. 

Ich wusste genau, welche Katze passte. 

Ein ausgewachsenes, braun getigertes Weibchen, das die reinste Schnurrmaschine war. Sie verstand sich wunderbar mit den Mädchen und sie wollten sie sofort auf den Namen Georgia taufen. Wir sprachen über ihren gesundheitlichen Zustand (FeLV+) und die Familie erklärte sich bereit, sich ihrer Bedürfnisse für den Rest ihres Lebens anzunehmen. 

Was für ein Treffer!

Der erste Tag der Aktion war sehr erfolgreich verlaufen, und am zweiten Tag war ich sehr zuversichtlich, dass ich noch mehr Katzen, die einer speziellen Fürsorge bedürfen, vermitteln würde. 

Der Tag begann schon sehr gut und die erste Familie, die in meinen Abschnitt kam, verliebte sich in einen kleinen roten Kater, der zweimal positiv war, d.h. er war sowohl mit FIV als auch mit FeLV infiziert. 

Ich sah nervös zu, wie sie den Kater herumreichten (manche Katzen mögen es nicht, hochgehoben zu werden!), aber er genoss einfach nur die Aufmerksamkeit. 

Die Familie adoptierte ihn schließlich und leitete damit einen weiteren Tag mit vielen erfolgreichen Vermittlungen infizierter Katzen ein. 

Die Aktion war ausgezeichnet geplant; so standen etwa denjenigen, die infizierte Katzen adoptierten, Mitglieder des Tierarztteams mit medizinischer Beratung zur Seite. 

Auch für den Umgang mit besonders scheuen Tieren bekamen die Leute Ratschläge mit auf den Weg. 

Es war einfach alles dafür getan worden, damit diese Katzen den bestmöglichen Start in ihrem neuen Zuhause bekommen. 

In dieser tollen Organisation zeigt sich der enorme Einsatz, mit dem die Beteiligten am Werk sind, und in der Bereitschaft der Menschen den Katzen ein liebevolles Zuhause zu bieten, zeigt sich, wie dieser Einsatz durch die Bevölkerung auch wertgeschätzt wird.

--JG

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Experten

Alexa Kessler, Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Cora Bailey
Director, Community Led Animal Welfare (CLAW)
Cynthia Milburn, Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Hanna Lentz, Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Kate Nattrass Atema, Programmdirektorin Haustiere
Programmdirektorin Haustiere
Nancy Barr, Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Shannon Walajtys
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe