Konferenz zur Kontrolle von Hundepopulationen im Zeichen von Innovation und Kooperation

Vom 5. bis 7. September fand im britischen York die erste Internationale Konferenz zur Kontrolle von Hundepopulationen statt und markierte einen wichtigen Fortschritt dahingehend, das unnötige Leiden von Hunden in aller Welt zu beenden. 

Gegenstand der Konferenz waren Initiativen zur Kontrolle von Hundepopulationen – ein Thema, das weltweit immer mehr Aufmerksamkeit erfährt. Teilnehmer aus aller Welt und den verschiedensten Fachgebieten fanden sich ein. Darunter Ökologen, Verhaltensforscher, Seuchen- und Gesundheitsexperten, Veterinäre und Tierschutzorganisationen aus 36 Ländern.

Die Konferenz fand in den Räumlichkeiten der britischen Behörde für Nahrungs- und Umweltforschung (The Food and Environment Research Agency) statt; mit Unterstützung der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE - Office International des Epizooties) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) – ein sicheres Zeichen dafür, dass die Kontrolle von Hundepopulationen mittlerweile ein weltweites und interdisziplinäres Anliegen geworden ist.

Als Leiterin des IFAW-Haustierprogramms war ich Mitglied des Lenkungskomitees und an der Planung und Realisierung der Konferenz beteiligt. Ich leitete außerdem eine Sitzung, bei der Themen wie Tollwut und Hundehaltung behandelt wurden.

Die Konferenzteilnehmer tauschten sich über Daten, Ideen und Initiativen wie nicht-operative Sterilisationen, Zoonosen und die Einstellung von Menschen gegenüber Hunden und vieles mehr aus. Es war faszinierend, von Initiativen und Projekten aus Ländern in aller Welt zu erfahren – aus Kanada, Chile, Südafrika und Sri Lanka. Das gesamte Konferenzprogramm kann hier eingesehen werden.

Mit großem Vergnügen präsentierte ich außerdem zusammen mit John Friar von der Wise Monkey Foundation ein Datenerfassungssystem, mit dem der IFAW zukünftig aus seinen Gemeindeprojekten für Katzen und Hunde Daten in Echtzeit sammeln wird.

Ich erläuterte, wie das System die positiven Veränderungen für Hunde und Katzen in den Gemeinden, wo IFAW-Projekte ansässig sind, flexibel und empirisch erfassen kann. Dieses Projekt befindet sich derzeit noch in der Testphase, aber auf der Konferenz tauschten wir uns begeistert mit anderen Konferenzteilnehmern schon über mögliche neue technologisch und wissenschaftlich innovative Kooperationen aus.

Die Mitarbeiterin des Haustierprogramms Hanna Lentz präsentierte außerdem unseren Ansatz der „Tiergerechten Haltung“, die Richtlinie für unsere Arbeit im IFAW-Haustierprogramm. Im Wesentlichen steckt dahinter unser klares Bekenntnis zum Wohlergehen der Tiere und zur Gesundheit und zum Wohlergehen jedes einzelnen Hunds und jeder einzelnen Katze.

„Tiergerechte Haltung“ bedeutet auch, dass der Erfolg unserer Arbeit sich nicht allein an Zahlen messen lässt – nicht daran, wie viele Operationen durchgeführt wurden oder wie viele Impfungen verteilt wurden – sondern daran, ob die Veränderungen für die Tiere, die wir durch unsere harte Arbeit und unser Engagement bewirken, auch wirklich nachhaltig sind.

Das Bekenntnis zu dem Grundsatz, dass wir Hunde jetzt und in der Zukunft gesund, munter und gut versorgt sehen wollen, spiegelte sich nicht nur in den Präsentationen des IFAW wider, sondern auch in denen vieler anderer Delegierter. Der IFAW ist Mitglied der International Companion Animal Coalition (ICAM), deren Mitgliedsorganisationen zusammenarbeiten, um basierend auf aktuellsten Daten und wissenschaftlichen Erkenntnissen Richtlinien und Best Practices für die humane Kontrolle von Haustierpopulationen bereitzustellen.

Der IFAW ist stolz darauf, dass er einen ICAM-Workshop leiten durfte, bei dem Konferenzteilnehmer durch die ersten zwei Stufen der ICAM-Anleitung zur humanen Kontrolle von Hundepopulationen geführt wurden – die erste Datenerfassung und –Bewertung.  Teilnehmer vom IFAW, von der Humane Society International und der World Society for the Protection of Animals hatten ebenfalls an der Organisation des Workshops mitgewirkt, an dem mehr als 50 Personen teilnahmen.

Eine humane Kontrolle von Hundepopulationen und die Beendigung von unnötigem Leiden von Hunden in aller Welt ist eine Aufgabe, die zweifellos den Einsatz von Einzelpersonen, Institutionen, Regierungen und Nichtregierungsorganisationen aus vielen verschiedenen Branchen und Fachgebieten erfordert.

Diese wegweisende Konferenz hat gezeigt, dass wir uns auf dem richtigen Weg hin zu Innovation und Kooperation befinden, und dass wir gemeinsam anhaltende Veränderungen für die Tiere bewirken können. Der IFAW war stolzer Partner, Organisator und Teilnehmer der ersten Internationalen Konferenz zur Kontrolle von Hundepopulationen, und wir freuen uns darauf, noch viele Jahre lang wichtige Initiativen wie diese unterstützen zu können.

--KNA

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Experten

Alexa Kessler, Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Cora Bailey
Director, Community Led Animal Welfare (CLAW)
Cynthia Milburn, Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Hanna Lentz, Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Kate Nattrass Atema, Programmdirektorin Haustiere
Programmdirektorin Haustiere
Nancy Barr, Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Shannon Walajtys
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe