Kleine Schritte, große Wirkung – IFAW konzipiert Workshop für Gemeinden für den artgerechten Umgang mit Hunden und Katzen

Elf verschiedene Nationalitäten und Kulturen waren bei unserem Test-Workshop vertreten und boten uns einen guten Gesamtüberblick.Der Internationale Tierschutz-Fonds verfolgt bereits seit geraumer Zeit das Ziel, seinen Einsatz für Hunde und Katzen über die Kernprojekte hinaus auszuweiten. IFAW-Mitarbeiter von den Haustierprojekten in aller Welt kamen kürzlich zusammen, um einen Workshop für Gemeinden zu testen, die Probleme mit ihren Hunden und Katzen haben, der es ihnen ermöglichen soll, einen humanen und nachhaltigen Plan zum Umgang mit ihren Haustieren zu entwickeln.

Wir wissen natürlich, dass Gemeinden überall auf der Welt ganz unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen und dass es kein einheitliches Patentrezept für die Verbesserung der Situation der Tiere gibt. Allerdings haben alle Gemeinden doch immerhin ein paar Gemeinsamkeiten:

  •             In der Regel herrscht kein Konsens hinsichtlich der Wurzel „des Problems“
  •             Es gibt eine Menge gegenseitiger Schuldzuweisungen
  •             Es gibt weder genug finanzielle noch zeitliche Ressourcen, um das Problem anzugehen
  •             Es liegen wenig objektive Daten über einzelne Tiere vor
  •             Es liegen ebenfalls wenig objektive Daten über die Einstellung und Verhaltensweisen                der Menschen vor
  •             Jeder möchte, dass jemand anders das Problem für ihn löst

Unser Ansatz zur Hilfe zur Selbsthilfe auf Gemeindeebene setzt ein einfaches Workshop-Konzept ein, das die verschiedenen Akteure in einer Gemeinde aktiv einbezieht. Ziel ist es, einen gemeinsamen Konsens zu erarbeiten und sich auf bestimmte Schritte zu einigen, die von der Gemeinde selbst bestimmt, überwacht und umgesetzt werden können. Das ist bei weitem nicht so einfach wie es sich vielleicht anhört, da die Menschen hinsichtlich Ursachen wie Lösungen ihrer Probleme mit Hunden und Katzen oft ganz feste und unterschiedliche Meinungen haben!

Da bei unserem Test-Workshop elf verschiedene Nationalitäten und Kulturen vertreten waren, hatten wir einen guten Gesamtüberblick über ganz verschiedene Sichtweisen, sowohl vom Standpunkt der Menschen her gesehen als auch von dem der Hunde und Katzen. Unsere Projektmitarbeiter, Rettungskräfte, Tierärzte und Campaigner brachten all ihre Expertise und Erfahrungen mit, um unser Konzept zu testen und ihr umfassendes Know-how half uns dabei, am Workshop-Konzept zu feilen und ihn kompatibler für den Einsatz in unterschiedlichsten Gemeinden zu machen.

Wir nahmen die Workshop-Inhalte auseinander und untersuchten sie aus der Perspektive vieler verschiedener Akteure – Verwaltungsbehörden, Gesundheitsbehörden, Tierärzte und Tierrettungskräfte. Erfreut stellte das Team fest, dass einige der Beteiligungsmethoden und Aktivitäten, wie sie schon seit langem von Entwicklungsagenturen angewandt werden, in diesem Kontext sehr gut funktionieren. Das Prinzip „Learning by Doing“ ist sehr effektiv und wie wir es gehofft hatten, erzeugte es gewisse Aha-Momente, als Menschen sich von ihren eigenen Überzeugungen lösten und sich durch die von uns dargelegten Szenarien ungeahnte Perspektiven ergaben.

Wir wissen, dass sich Gemeinden, die Probleme mit ihren Hunden und Katzen haben, rasche und konsequente Abhilfe wünschen und verzweifelt auf ein universelles Patentrezept hoffen. Wir wissen aber auch, dass nachhaltige und humane Lösungen schwerer umzusetzen sind und der Änderung menschlicher Verhaltensweisen bedürfen. Unterm Strich bestätigten alle Teilnehmer unseres Workshops, dass es ein sehr effektiver Ansatz ist, Veränderungen in kleine, machbare Schritte herunterzubrechen und die Menschen mit ihrer Umsetzung zu betrauen.

Mit dem Workshop ist es uns gelungen, eine realistische Perspektive für eine bessere Zukunft für Millionen von Hunden und Katzen in aller Welt zu erarbeiten.

--BB  

Mehr zu unserem Einsatz für Hunde und Katzen erfahren Sie hier.

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Experten

Alexa Kessler, Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Cora Bailey
Director, Community Led Animal Welfare (CLAW)
Cynthia Milburn, Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Hanna Lentz, Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Kate Nattrass Atema, Programmdirektorin Haustiere
Programmdirektorin Haustiere
Nancy Barr, Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Shannon Walajtys
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe