Kenias Strategie zum Elefantenmanagement gibt Anlass zur Hoffnung, aber können wir die Elefanten tatsächlich schützen?

Diese Elfenbeinverbrennung fand am 20. Juli 2011 im Ausbildungsinstitut des Kenya Wildlife Service in Manyani, Kenia anlässlich der Feierlichkeiten zum African Elephant Law Enforcement Day statt. C. IFAW/S. NjumbeVor kurzem hatte ich die Ehre, den Internationalen Tierschutzfonds bei der Präsentation der „Strategie zum Schutz und Management von Elefanten in Kenia“ für den Zeitraum 2012-2021 am symbolträchtigen Schauplatz der Elfenbeinverbrennung im Nairobi National Park zu vertreten.

Der Schauplatz der Elfenbeinverbrennung ist genau der Ort, wo der damalige Präsident Daniel Arap Moi im Jahr 1989 zwölf Tonnen Elfenbein in Brand setzte, um der Welt zu demonstrieren, dass Kenia entschlossen gegen die grassierende Wilderei von Elefanten vorgehen würde. Die Geste war auch eine Aufforderung an andere Länder, den Kampf gegen den Elfenbeinhandel zu unterstützen. Im darauffolgenden Jahr wurde ein weltweites Handelsverbot für Elfenbein beschlossen.

Aus genau zwei Gründen hätte es für die Präsentation der neuen Strategie keinen besseren Zeitpunkt oder Ort geben können:

Erstens hat die Wilderei von Elefanten in Kenia und anderen afrikanischen Verbreitungsstaaten erneut stark zugenommen. Der staatlichen Naturschutz-Behörde Kenya Wildlife Service (KWS) zufolge wurden in Kenia im Jahr 2011 278 Elefanten getötet, im Jahr 2010 dagegen lediglich 177. Anderswo auf dem Kontinent ist die Lage genauso prekär, wenn nicht sogar noch prekärer. Selbstverständlich beschäftigt mich da die Frage, ob es den Elefanten im Jahr 2012 denn besser ergehen wird.

Leider macht es zurzeit ganz und gar nicht den Anschein, sieht man zum Beispiel was kürzlich in Nordkamerun vorgefallen ist. Mitte Januar richteten bewaffnete Gangs ein Massaker im Bouba Njida National Park an, bei dem mindestens 100 Elefanten getötet wurden. Diese Entwicklung muss sofort gestoppt werden.

Außerdem ist der legale Elfenbeinhandel zurück. Bereits im Jahr 1997 wurde er wieder aufgenommen. Japan kaufte damals drei südafrikanischen Staaten 49 Tonnen ab. Im Jahr 2008 kauften China und Japan 108 Tonnen Elfenbein im Rahmen eines einmaligen Geschäfts von Botswana, Südafrika, Namibia und Simbabwe. Der IFAW gehörte zu den Organisationen, die sich deutlich gegen diesen Verkauf aussprachen und vor der Gefahr einer Belebung des illegalen Handels warnten. Wie man nun an der erheblichen Zunahme von Elfenbeinbeschlagnahmungen ablesen kann, war diese Warnung mehr als berechtigt. Der Organisation TRAFFIC zufolge wurden bei den 13 größten Beschlagnahmungen im Jahr 2011 insgesamt über 23 Tonnen Elfenbein sichergestellt, die größte Menge seit 1989.

Die große Nachfrage nach Elfenbein in China, weiter angekurbelt durch den Anstieg von Wohlstand und Kaufkraft, ist eine ernste Bedrohung für die Elefanten in allen Verbreitungsstaaten. China ist aber lange nicht der einzige Abnehmer für Elfenbein. Märkte gibt es sowohl im restlichen Asien als auch in der westlichen Welt.

Angesichts dieser Entwicklungen demonstriert Kenias Regierung mit ihrer Strategie zum Elefantenmanagement erneut, dass sie fest entschlossen ist, die Elefanten für die Nachwelt zu erhalten.

Die Strategie beinhaltet eine Reihe von Zielen; hier die wichtigsten:

(i) Schutz von Elefanten vor Wilderern

(ii) Ausdehnung der Schutzgebiete für Elefanten

(iii) Lösung von Mensch-Elefanten-Konflikten und

(iv) Einsatz von Wissenschaft und Erforschung von Elefantenpopulationen zur Optimierung des Elefantenmanagements.

Die Formulierung einer neuen Strategie gibt durchaus Anlass zur Hoffnung, doch ihre Umsetzung birgt viele Herausforderungen. Unter anderem sind wir sehr stark auf Ressourcen und das Wohlwollen der Gemeinden vor Ort angewiesen.

Unser fünfjähriges Projekt im Ökosystem des Amboseli-Nationalparks trägt bereits seinen ersten kleinen Teil zur Umsetzung der Ziele bei und liegt mit Kenias Strategie zum Elefantenmanagement ganz auf einer Linie.

Nicht nur die Zunahme der Wilderei in Kenia stellt eine Bedrohung für die 1200 in Amboseli lebenden Elefanten dar. Die rasche Ausbreitung menschlicher Siedlungen, die ungeplante Änderung von Landnutzungskonzepten und die sich daraus immer häufiger ergebenden Mensch-Elefanten-Konflikte sind sowohl für Elefanten als auch für Menschen äußerst problematisch.

Der IFAW wird in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen, dem KWS sowie den Gemeinden vor Ort Initiativen anstoßen, die den Schutz des Ökosystems Amboseli und seiner Elefantenpopulation zum Ziel haben.

Die derzeit sehr prekäre Situation der Elefanten erfordert einen Kampf an vielen Fronten. Neben der Ausbildung und Ausrüstung von Wildhütern vor Ort leistet der IFAW in China Aufklärungsarbeit. Darüber hinaus setzen wir uns in der EU und vielen anderen Ländern für ein endgültiges weltweites Handelsverbot für Elfenbein ein.

Der IFAW freut sich natürlich auch über jede Unterstützung von Seiten seiner Förderer bei seiner Arbeit für den Schutz der Elefanten.

-- JI

Unterstützen Sie den Internationalen Tierschutzfonds beim Schutz der Elefanten vor Wilderern und unterzeichnen Sie unsere Petition „Nein zum Elfenbein“.

 

Kommentare: 1

 
Gast
2 Jahre ago

Die sollten das Elfenbein nicht verbrennen, sondern zu billigst Preisen auf den Markt bringen. Erst wenn es sich nicht mehr lohnt, die Preise dafür zu gering sind wird das aufhören. Durch Verbrennung der Bestände erwirkt man nur noch mehr eine Verknappung und er Preise steigt weiter.
Aber so lange man sich den Spaß des Tötens noch legal kaufen kann werden die Tiere ja zu Spaß getötet, was kann man da noch tun. Der Mensch ist halt eine Bestie.

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
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James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
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Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
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Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
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Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
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