Interpol Studie zeigt: Onlinehandel mit Elfenbein boomt in Europa

Das Internet bietet ideale Bedingungen für den illegalen Elfenbeinhandel
Donnerstag, März 7, 2013

INTERPOL veröffentlicht heute eine neue Studie zum Online-Handel mit Elfenbein in Europa. Die mit Unterstützung des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) durchgeführte Untersuchung „Project Web“ fand Hunderte von Elfenbeinartikeln mit einem geschätzten Wert von ca. 1,45 Millionen Euro in einem Zeitraum von zwei Wochen auf Internet-Auktionsseiten in neun europäischen Ländern.

„Project Web ist die erste international koordinierte Untersuchung des illegalen Online-Handels mit Elfenbein“, so Robert Kless, Leiter der Kampagne gegen illegalen Wildtierhandel beim IFAW Deutschland. „Es ist dringend notwendig, dass Vollzugsbehörden global zusammenarbeiten, um den Profiteuren des blutigen Elfenbeingeschäfts das Handwerk zu legen, die zunehmend das Internet für ihre kriminellen Aktivitäten nutzen.“

Vorherige Untersuchungen des IFAW hatten gezeigt, dass Elfenbein das am meisten gehandelte Wildtierprodukt im Internet ist. Daher entschied man sich bei der Studie, diesen Markt genauer zu untersuchen. Die Beamten stießen auf 660 Angebote für Elfenbein auf 61 verschiedenen Auktionsseiten mit einem geschätzten Gewicht von 4500 Kilogramm.

Teilnehmer an Project Web identifizierten mangelnde gesetzliche Regelungen für den Onlinehandel mit Wildtieren als Hindernis für eine effiziente Untersuchung und Strafverfolgung. Verkäufer bräuchten beispielsweise keine Dokumente einzustellen, die die Legalität des Elfenbeinverkaufs beweisen. In vielen Ländern müssten die Vollzugsbeamten erst eine Vollmacht einholen, um die Kontaktdaten des Verkäufers zu erhalten, mit denen sie die Legitimität des angebotenen Elfenbeins prüfen könnten. Eine einfache Gesetzesänderung, die solche Papiere beim Einstellen des Angebots verlangt, würde die Arbeit der Beamten deutlich erleichtern.

„INTERPOL ist sich bewusst, dass der illegale Elfenbeinhandel eine der größten Bedrohungen für wild lebende Elefanten ist“, erklärt David Higgins, Leiter der Abteilung Umweltkriminalität bei INTERPOL. „Deshalb begrüßen wir, dass sich Vollzugsbehörden europaweit an dieser Untersuchung beteiligt haben. Die Verfolgung von illegalem Wildtierhandel im Internet steckt noch in den Kinderschuhen und stellt uns vor neue Herausforderungen. Deshalb ist es wichtig, dass die Empfehlungen von Project Web umgesetzt werden.“

Die Studie fordert die EU auf, spezielle Gesetze für den E-commerce einzuführen, die den Handel mit Wildtieren besser regulieren. Außerdem sollten behördenübergreifende nationale Arbeitsgruppen zur Bekämpfung von Umweltkriminalität in EU-Staaten eingerichtet werden.

Project Web wird heute auf der derzeit stattfindenden CITES-Konferenz in Bangkok auf einer INTERPOL-Veranstaltung vorgestellt.

Der IFAW arbeitet seit 2006 mit INTERPOL zusammen an der Bekämpfung von Umweltkriminalität. Project Web ist Teil des INTERPOL-Projektes Wisdom, das die Vollzugskapazitäten zum Schutz wild lebender Nashörner und Elefanten verbessern soll.

Die Studie „Project Web“ zum Download finden Sie hier (Englisch):
http://www.ifaw.org/sites/default/files/Project%20Web%20-%20PUBLIC.pdf

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Robert Kless, Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland
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