Interpol braucht Unterstützung der NGOs

Im IFAW-Büro in Washington D.C. diskutieren Vertreter von Interpol und großen NGOs über mögliche Kooperationen.Der IFAW veranstaltete kürzlich gemeinsam mit der Interpol-Abteilung für Umweltverbrechen einen Runden Tisch im Washingtoner IFAW-Büro, zu dem Vertreter verschiedener  Nichtregierungsorganisationen geladen waren.

Als Modell für zukünftige Kooperationen stellten wir den anwesenden NGOs unsere Partnerschaft mit Interpol vor und erläuterten die verschiedenen Maßnahmen, die wir als Einzelinstitution sowie innerhalb unserer Kooperation im Kampf gegen den Wildtierhandel ergreifen. Vertreter der Wildlife Conservation Society (WCS), Freeland Foundation, der Humane Society International (HSI), von Conservation International (CI), der African Wildlife Foundation (AWF) und des Environmental Law Institute nahmen an dem Treffen teil. 

In erster Linie wurde erörtert, welche Rolle NGOs bei einer Verbesserung der Strafverfolgung im Bereich Wildtierhandel spielen können und wie sich eine engere Kooperation mit Strafverfolgungsinstitutionen, insbesondere mit zwischenstaatlichen Institutionen wie der Interpol-Abteilung für Umweltverbrechen, gestalten lässt.

Die Interpol-Mitarbeiter präsentierten den neuesten Stand der Dinge im Projekt WISDOM, eine Interpol-Initiative mit dem Ziel, Elefanten und Nashörner in Afrika besser zu schützen.

Der IFAW arbeitet beim Projekt WISDOM eng mit INTERPOL zusammen. Im Rahmen länderübergreifender Operationen sind bereits mehrere erfolgreiche Schläge gegen kriminelle Netzwerke in Afrika gelungen.

Die Kooperation zwischen IFAW und Interpol hat für gefährdete Arten (Elefanten, Nashörner, Tiger) bereits viel Gutes bewirken können – ein idealer Aufhänger also, um mit gleichgesinnten NGOs Perspektiven für institutionenübergreifende Kooperationen zugunsten einer besseren Strafverfolgung zu erarbeiten.

Die negativen Folgen des Wildtierhandels sind nicht auf einzelne Länder beschränkt und wir brauchen dringend internationale Kooperation und Koordination. Die finanzielle und technische Unterstützung von NGOs ist es, mit der der Erfolg im Kampf gegen den Wildtierhandel steht oder fällt – insbesondere in Entwicklungsländern, wo staatliche Gelder fehlen. 

NGOs unterstützen schon seit langem eine bessere Strafverfolgung, Ausbildung, die Aufdeckung und Bekämpfung von Korruption, Habitat-Überwachung, Populationsstudien, Aufklärungskampagnen und Anti-Wilderer-Initiativen und werden das auch weiterhin tun.

Laut Interpol und dem Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) stellt der Wildtierhandel eine der größten Bedrohungen für unsere Ökosysteme dar. Die illegale Anhäufung, Verbreitung und der Verkauf von Wildtierprodukten ist ein schwerwiegendes länderübergreifendes Problem, das genauso vehement geahndet werden muss wie Drogen-, Menschen-, und Waffenschmuggel.

Die Interpol-Abteilung für Umweltverbrechen bietet eine Plattform für die überregionale Kooperation. Sie pflegt ein internationales Netzwerk für den Austausch von Informationen und unterstützt die Ausbildung von Strafverfolgungsbeamten in Entwicklungsländern.

Unser Runder Tisch hat zwar unterm Strich mehr Fragen aufgebracht als Antworten gegeben, doch eine Erkenntnis hatten am Ende alle getroffen: Die enge Kooperation zwischen Regierungen, zwischenstaatlichen und nichtstaatlichen Organisationen ist im Kampf gegen den Wildtierhandel unverzichtbar.

--KA

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien