Internationaler Protest rettet fünf Elefantenbabys vor Gefangenschaft in chinesischem Zoo

Happy End: Nach ihrer Freilassung wurden die Elefantenbabys von erwachsenen Elefantenkühen in eine Herde adoptiert, die beste Voraussetzung für ein Überleben in der Wildnis.Dank internationalem Protest und intensiver Kampagnenarbeit eines Zusammenschlusses aus Tierschutzorganisationen, zu dem auch der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) gehört, wurden fünf aus der Wildnis entwendete Elefantenbabys vor einem Leben in chinesischen Zoos bewahrt und in ihre Heimat Simbabwe zurückgebracht.

Auch wenn die Kälber nicht mit ihren eigenen Familien wiedervereint werden konnten, wurden sie verblüffenderweise von einer anderen Elefantenfamilie adoptiert. In der Obhut erwachsener Elefantenkühe innerhalb einer von einer Matriarchin sicher angeführten Herde ist ihr Überleben so gut wie gesichert. Die fünf glücklichen Elefanten beginnen ihre Rehabilitation für ein Leben in der Wildnis im Umfurudzi-Park in Simbabwe.

Ich schreibe diese Worte mit gemischten Gefühlen. Auch wenn jenen fünf Elefanten ein tristes Leben in Isolation in einem chinesischen Zoo erspart wurde, ist mir durchaus bewusst, dass man wieder versuchen wird, Elefanten für Zoos und Safariparks in Asien einzufangen. Elefanten haben im Zoo einfach nichts zu suchen. Auch moderne Zoos, die höchste Standards erfüllen, sind nicht in der Lage, den körperlichen und psychischen Bedürfnissen der hochintelligenten und hochsozialen Tiere gerecht zu werden. Während einige Zoos sich durchaus langsam die Frage stellen, ob es ethisch vertretbar ist, Elefanten zu halten, wenn man ihnen keine angemessenen Lebensbedingungen bieten kann, sind die Dickhäuter von chinesischen Zoos nach wie vor sehr stark nachgefragt.

Im November 2012 etwa entriss die staatliche Parkverwaltungsbehörde im Hwange-Nationalpark, Simbabwes größtem Reservat, vier Elefantenkälber ihren Müttern und verkaufte sie an den Zoo im nordchinesischen Taiyuan und den Safaripark in Xinjiang in Nordwestchina. Ein Elefant starb kurz nach seiner Ankunft im Zoo von Taiyuan. Auf den Bildern und Videos, die ich gesehen habe, konnte ich erkennen, dass das überlebende Baby in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand ist. Es hat wunde Stellen, befindet sich isoliert in einem feuchten, kalten und dunklen Gehege mit Betonboden und leidet ganz offensichtlich sowohl körperlich als auch seelisch.

Es ist unverzeihlich, wilde Elefanten ihren natürlichen Lebensräumen zu entreißen und sie in Zoos und Safariparks einzusperren, besonders in China, wo sie nicht durch Tierschutzgesetze vor Misshandlung und schlechter Haltung geschützt werden. Elefanten im Zoo bringen absolut keinen Wissensgewinn, eher im Gegenteil: Mangelnde Tierschutzstandards in chinesischen Zoos und Safariparks bewirken, dass Zoobesucher nur noch gleichgültiger gegenüber dem Leiden von Tieren werden.

Der IFAW setzt sich vehement gegen jegliche kommerzielle Ausschlachtung von Elefanten ein, sei es in Form lebendiger Tiere oder in Form ihres Elfenbeins. Elefanten gehören in die Wildnis und sonst nirgendwohin.

--GGG

Mehr Informationen über unseren Einsatz für den Schutz der Elefanten finden Sie hier.

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien