Impfpartys zum Welttollwuttag

In China kann die Impfung von Hunden Leben retten.Während einer Tollwutepidemie vor ein paar Jahren auf Bali bekam ich einen Anruf von unserer Partnerorganisation Bali Animal Welfare Association.

Unser Team arbeitete gerade in dem winzigen Dorf Kelusa, wo ein neunjähriges Mädchen von einem potenziell tollwütigen Hund gebissen worden war, und das lokale Krankenhaus verfügte nicht über die nötigen Impfstoffe, um ihr das Leben zu retten.

Die nächste Hilfe war in Jakarta, nur einen kurzen Flug entfernt – doch zu einem Preis, der höher war als das monatliche Familieneinkommen.

Würden wir für sie die Kosten übernehmen?

Mindestens 70.000 Menschen (und wahrscheinlich sind es noch viel mehr) sterben jedes Jahr an Tollwut - 70% aller Opfer sind Kinder. Man nennt Tollwut auch die „tödlichste Seuche der Welt“, da man ohne Behandlung mit fast hundertprozentiger Sicherheit daran stirbt.

Aber so erschreckend der Gedanke auch ist, es leben heutzutage immer noch in einigen Gegenden in Asien und Afrika Eltern in ständiger Angst um ihr Leben und das ihrer Kinder.

Auf der anderen Seite leiden die Hunde selbst auch allzu häufig unter der Angst, die die tragische Seuche verursacht. Hundebisse sind der häufigste Grund für Tollwut bei Menschen, und folglich werden sie aus Angst oft umgebracht oder geschlagen.

IFAW-Teams verhinderten in Südafrika den Ausbruch einer Tollwutepidemie.

Noch viel besorgniserregender ist die Tatsache, dass gerade in den Gegenden, wo Tollwut noch eine echte Bedrohung ist, es der Bevölkerung an Aufklärung fehlt. Ein Hund, der an Räude erkrankt oder läufig ist, kann leicht mit einem tollwütigen Hund verwechselt werden und ist so der Gefahr ausgesetzt, geschlagen oder getötet zu werden.

Durch Impfungen und öffentliche Aufklärung ist Tollwut zu 100% vermeidbar. Das bedeutet, dass die Impfung der Hunde und die Aufklärung der Menschen darüber, wie sie Tollwut erkennen und wie sie sich im Fall eines Bisses verhalten, sowohl Hunden als auch Menschen das Leben retten können.

Anlässlich des Welttollwuttags möchte ich Ihnen von unseren Projekten berichten, die wir weltweit im Kampf gegen die schreckliche Krankheit betreiben

In China, wo Tausende von Hunden nach Auftauchen von Tollwut getötet wurden, klären die Teams des Internationalen Tierschutz-Fonds die Menschen über Impfungen auf. Außerdem verhindern unsere Teams für politische Lobbyarbeit jedes Jahr erneut sinnlose Massentötungen, indem sie Aufklärungsarbeit bei Politikern und in der Bevölkerung leisten.

Von der mexikanischen Insel Cozumel können wir stolz berichten, dass fast alle Haushalte mit Haustier, die wir bei einer Untersuchung befragten, ihre Hunde jedes Jahr impfen lassen.

Dank einer flächendeckenden Kampagne der mexikanischen Regierung zur Ausrottung der Tollwut, die schrittweise durchgeführt wurde, sind jährliche Impfungen die Norm und Cozumel bleibt tollwutfrei.

In Südafrika, wo unsere Teams in informellen Siedlungen arbeiten, verhinderten wir im Jahr 2010 die Ausbreitung einer aufkommenden Epidemie, indem wir in die Dörfer eilten, von Tür zu Tür gingen und alle Tiere impften. Die Teams beobachten nach wie vor täglich die Lage, verteilen Impfungen und klären die Bevölkerung auf.

Dass die Teams so schnell reagiert haben, verhinderte 2010 den Ausbruch einer Epidemie und damit auch den Ausbruch von Panik und Gewalt gegen Tiere, die wir so oft an anderen Orten sehen.

Anlässlich des Welttollwuttags organisiert unsere Tierklinik in Kapstadt ein öffentliches Event und verteilt kostenlose Hundeimpfungen. (Jeder Anlass zur Party wird genutzt!)

Und zu guter Letzt ist da noch Bali, wo sich der IFAW vor zwei Jahren an einer erfolgreichen Massen-Impfkampagne beteiligte, im Rahmen derer 70% aller Hunde auf Bali geimpft wurden. Dort setzen wir uns weiterhin vehement gegen einzelne Massentötungen und für eine Wiederaufnahme der staatlich geförderten Impfkampagnen ein.

Im Jahr 2010 haben wir einen riesigen Fortschritt verzeichnet, der aber letztendlich durch Initiative des Staates weitergeführt werden muss. Der IFAW und seine Partner leisten weiterhin Aufklärungsarbeit in Dörfern und verteilen Impfungen.

Anlässlich des Welttollwuttags organisiert auch das hiesige Team ein öffentliches Event (noch eine Party!) und bietet kostenlose Impfungen an.

Überall auf der Welt setzen wir uns dafür ein, dass Haustierbesitzer sich bei der Tierhaltung auch sicher fühlen können. Mit dem Wissensstand, über den wir heutzutage verfügen, sollte wirklich kein Mensch und kein Hund mehr an dieser schrecklichen Seuche sterben müssen.

--KNA

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Experten

Alexa Kessler, Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Cora Bailey
Director, Community Led Animal Welfare (CLAW)
Cynthia Milburn, Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Hanna Lentz, Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Kate Nattrass Atema, Programmdirektorin Haustiere
Programmdirektorin Haustiere
Nancy Barr, Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Shannon Walajtys
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe