IFAW unterstützt Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Ranger in Kenia

OOGR-Ranger vor ihrer vom IFAW unterstützten Schulung in Manyani © IFAW/E. WambaAls unser Fahrzeug sich gemächlich über die staubigen Pfade der Olgulului Oloolarashi-Gruppenranch (OOGR) in Amboseli schlängelt, erzählt uns Leshinka ole Sereu davon, wie er am Vorabend Löwen gehört hat. "Sie wurden am späten Abend in dieser Ecke hier gesehen und wir haben sie nachts gehört. Es sind zwei ausgewachsene Männchen, unsere Ranger sind ihnen gerade auf der Spur."

Sereu, vorgesetzter Sergeant für 42 Ranger auf der OOGR-Gruppenranch, bittet den Fahrer plötzlich anzuhalten und springt flink aus dem Fahrzeug. Wir folgen ihm schweigend und er deutet auf den Boden. "Hier sind Löwenspuren. Seht ihr sie? Folgt mir!"

Wir gehen ein paar Meter, blinzeln, weil das helle Licht uns blendet und versuchen, noch mehr Löwenspuren zu finden, doch unsere Augen lassen uns im Stich. "Seht mal, diese sind sogar noch besser", lächelt er und zeigt dabei seine aparte Zahnlücke.

Wir bewundern seinen scharfen Blick und er macht sich darüber lustig, dass er trotz seiner kleinen Augen und seines hohen Alters von fast 50 Jahren immer noch viel besser sehen kann als wir. Er kennt die Wildnis natürlich viel besser als wir alle zusammen.

Löwenspuren © IFAW/E. WambaWir setzen unsere Reise fort, unser Ziel ist der Lemomo Hill, ein Aussichtspunkt. Auf dem Weg treffen wir ein Team aus drei Rangern, die gerade zur Siedlung führende Löwenspuren verfolgen. Raubtiere orten zu können ist hier enorm wichtig, denn nur so können Viehplünderungen verhindert werden. Wir unterhalten uns kurz mit den Rangern und sie zeigen uns ein paar Spuren, bevor sie mit ihrer Morgenrunde weitermachen.

Am Fuß des Lemono Hill treffen wir zwei weitere Ranger, die dort seit einigen Wochen ihr Zelt aufgeschlagen haben. Sie leben dort unter sehr harten Bedingungen! Die Hitze ist unbarmherzig. Außerdem fehlt es ihnen an grundlegender Campingausrüstung. Im Schatten haben sie mithilfe von drei Kochsteinen und Feuerholz behelfsmäßig eine Kochstelle geschaffen.

Trotz allem wirken sie recht genügsam und gut gelaunt, freuen sich über unseren kurzen Besuch. Ihre Hauptaufgabe ist es, in der Gegend nach illegalen Aktivitäten oder Fremden Ausschau zu halten. Dafür gibt es gute Gründe. Letzten Oktober wurden eine allseits bekannte und beliebte Elefantenleitkuh und ihre beiden Töchter zwischen diesem Hügel und Embarangoi Hill für ihre Stoßzähne getötet.

Eine Verfolgung

Wir nehmen den Aufstieg des Lemomo Hill in Angriff, um dort den Panoramablick über die Gegend genießen zu können. 15 Minuten dauert der Anstieg. Durch ein Labyrinth von Pfaden bahnen wir uns mühsam den von Felsbrocken und Löchern übersäten Weg nach oben. Oben angekommen, sehen wir in der Ferne ein Patrouillenfahrzeug des Kenya Wildlife Service (KWS). Es wechselt plötzlich die Richtung und bewegt sich Richtung Hügel. Der Fahrer parkt im Schatten einer Akazie und wir fragen uns kurz, warum er das wohl tut. Sogleich aber wenden wir unsere Aufmerksamkeit wieder Sereu zu, der uns den Blick über die Gegend erläutert und wir machen Fotos vor der prachtvollen Kulisse des Kilimandscharo.

Wir ahnen nicht, dass wir von KWS-Rangern, ihren Kollegen aus Tansania und Massai-Rangern aus beiden Ländern verfolgt werden. Seit Qumquat und ihre Familie beim Hügel so grausam abgeschlachtet wurde, sind alle viel wachsamer geworden.

Bevor die Ranger oben ankommen, machen wir uns wieder an den Abstieg und wählen diesmal eine leichtere Route. Unseren Verfolgern begegnen wir somit erst gar nicht. Erst als wir wieder wegfahren wollen, treffen wir auf den KWS-Fahrer. Er erklärt uns, dass seine Kollegen uns verfolgt haben und uns zuerst eine Falle stellen wollten, doch dann hatten sie erfahren, wer wir waren.

Mehr ausgebildete Ranger für den Schutz von Wildtieren

Die OOGR-Ranch hat mit 16 Rangern angefangen, heute sind es 42. Nur drei der 42 sind offiziell ausgebildet. Mit Unterstützung des Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW) durchlaufen derzeit zehn Ranger eine dreimonatige Ausbildung in der Polizeiakademie des KWS in Manyani, Tsavo. Im Mai schließen sie ihre Ausbildung ab und unterstützen dann ihre Kollegen bei der Verfolgung von Wilderen, beim Schutz der Wildtiere und vermitteln in ihrer Gemeinde, wenn es zu Konflikten zwischen Menschen und Tieren kommt.

Sereu begann seine Arbeit als Ranger vor 10 Jahren und hat sich auf seine jetzige Position hochgearbeitet.

"Ich habe ein Team von Rangern unter mir und unsere Aufgaben sind beispielsweise die Beaufsichtigung der Wildtiere, die Schlichtung von Konflikten zwischen Menschen und Tieren, das Verhindern von Plünderungen der Viehbestände durch Raubtiere, das Sammeln von Informationen über Straftäter und die Unterstützung von Rettungseinsätzen für Wildtiere in Not. Wir tun alles, was ein Ranger eben so tut. Nur Festnahmen können wir nicht durchführen, das muss der KWS erledigen. Wir haben auch keine Feuerwaffen, arbeiten aber bei Einsätzen mit dem KWS zusammen."

Bevor die zehn Ranger letzten Monat ihre Ausbildung antraten, trafen wir uns kurz mit ihnen. Nach einer Aufforderung unsererseits, offen und ehrlich seine Meinung zu sagen und unter dem ermutigenden Nicken seiner Kollegen berichtete uns Jackson Sitonik, einer der Ranger von den zahlreichen Problemen, mit denen er und seine Kollegen zu kämpfen haben: Zu wenig Transportfahrzeuge für das Pendeln zwischen Außenposten, zu wenig Personal, das für riesige Gebiete zuständig ist, Bedarf an zusätzlichen Außenposten und Stützpunkten, fehlende Ausrüstung, um sich vor Wilderern verteidigen zu können, Unterbezahlung uvm.

Als er seinen Bericht abschloss, fügte er mit zuversichtlicher Miene hinzu, dass sie sehr wohl wüssten, wie viel dem IFAW an einer guten Zusammenarbeit mit der Massai-Gemeinde liegt.

Zusammenarbeit mit der Gemeinde

Weil sie nun mal am unmittelbarsten am Geschehen sind, dürfen wir die Bedeutung der Massai-Ranger für den Schutz der Wildtiere und natürlichen Ressourcen von Amboseli auf keinen Fall unterbewerten. Somit ist es auch nicht überraschend, dass fast alle nicht-staatlichen Akteure vor Ort mit den Gruppenranches zusammenarbeiten und die Massai-Ranger unterstützen.

Wir vom IFAW arbeiten mit der OOGR-Gruppenranch zusammen, um die Arbeitsbedingungen für die OOGR-Ranger zu verbessern und dafür zu sorgen, dass in Sachen Ausbildung, Bereitstellung von Uniformen, Ausrüstung und Einrichtung zusätzlicher Außenposten bald etwas getan wird.

Es ist außerdem eine Zusammenarbeit mit dem regionalen Dachverband der Ranger, Amboseli Tsavo Game Scouts Association (ATGSA) geplant, um sicherzustellen, dass dieser seine Aufgaben effektiv und effizient erfüllt.

-- EW

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien