IFAW startet Tierarztprojekt für Not leidende Hamburger Tierbesitzer

IFAW-Tierärztin Alexandra Wenzel
Donnerstag, 25 April, 2013
Hamburg

Ein krankes Haustier, aber kein Geld für den Tierarzt? Vor dieser Situation stehen viele finanziell in Not geratene Menschen in Deutschland. Deshalb eröffnet der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) heute in Hamburg eine neue Tierarztpraxis in Zusammenarbeit mit der Tiertafel Deutschland e.V., um bedürftige Tierhalter zu unterstützen.

Die Tiertafel hilft seit 2006 bundesweit finanziell in Not geratenen Menschen dabei, ihre Haustiere weiterhin artgerecht ernähren zu können. Immer wieder kommen Menschen mit kranken Tieren in die Ausgabestellen, haben aber kein Geld für den Tierarzt. Deshalb beschloss der IFAW vor etwa drei Jahren, zunächst für die Berliner Ausgabestelle im Bezirk Treptow eine Tierärztin zu engagieren, die während der normalen Ausgabezeiten eine veterinärmedizinische Betreuung für die Klienten der Tiertafel anbietet. Die Sprechstunde platzt inzwischen aus allen Nähten, mehr als 30 Tiere behandelt Tierärztin Janine Bräuer im Schnitt pro Nachmittag.     

„Als wir sahen, wie groß der Bedarf ist und wie sehr dieses Angebot den Menschen hilft, die überwiegend von Harz-IV oder kleinen Renten leben, wollten wir das Projekt unbedingt auch auf Hamburg ausweiten“, so Alexa Keßler, Leiterin der Haustierkampagne des IFAW-Deutschland. „Auch hier in unserer reichen Stadt leben viele Menschen unter dem Existenzminimum – davon kann man nur sehr schwer ein Haustier vernünftig versorgen. Oft ist aber gerade für diese Menschen, die durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit ins gesellschaftliche Abseits geraten sind, ihr Haustier der wichtigste Halt im Leben.“

Tierärztin Alexandra Wenzel wird ab sofort einmal im Monat in der Hamburger Tiertafel-Ausgabestelle in Farmsen-Berne Sprechstunde abhalten. Dadurch soll eine Grundversorgung mit allgemeiner Behandlung, Beratung und Impfungen gewährleistet, aber auch Notfälle aufgefangen werden. Voraussetzung ist, dass die Tierhalter seit mindestens einem halben Jahr regelmäßige Kunden der Tiertafel sind und einen Eigenanteil an den Behandlungskosten übernehmen. Die Tiertafel unterstützt grundsätzlich keine neu angeschafften Tiere.

„Natürlich ist dies nur ein Tropfen auf den heißen Stein, der Bedarf ist so hoch, dass wir ihn nur zu einem ganz kleinen Teil abdecken können“, sagt Keßler. „Es geht hier um Armut in Deutschland und da muss die Politik nachhaltige Lösungen finden. Dass aber die Tiere unter diesem sozialen Missstand leiden müssen, ist für uns nicht akzeptabel. Wir zeigen mit diesem Projekt, wie konkrete Hilfe aussehen könnte und hoffen, dass das Modell vielleicht von den Gemeinden übernommen wird.“

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Programmdirektorin Haustiere
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