IFAW, Massai und kenianische Naturschutzbehörde sichern gemeinsam Lebensräume in Amboseli

Azzedine Downes, amtierender Leiter des IFAW & Daniel Leturesh, Vorsitzender der an das Amboseli-Reservat angrenzenden Massai-Gruppenranch.Der Amboseli-Nationalpark ist aus vielen Gründen weltberühmt. Zum einen sind da seine Elefanten, bekannt aus Filmen und mittlerweile schon seit 40 Jahren Gegenstand von Cynthia Moss’ Forschungsstudie. Amboseli ist außerdem ein fantastisches Reiseziel und bietet wundervolle Ausblicke auf Afrikas höchsten Berg, den Kilimandscharo. Und schließlich ist da noch sein Status als UNESCO-Biosphärenreservat.  

Es war Letzteres, das Azzedine Downes, den amtierenden Leiter des IFAW, in erster Linie beschäftigte, als er sich im August 2012 mit den Grundbesitzern der Massai-Volksgruppe und dem Leiter der kenianischen Naturschutzbehörde Kenya Wildlife Service (KWS) traf, um das Fünfjahresprojekt „Lebensraumschutz in Amboseli“ offiziell einzuläuten.

Die Unterstützung der indigenen Bevölkerung ist in Amboseli deshalb so wichtig, weil der Park allein mit seiner recht kleinen Fläche von 392 km² nicht genügend Kapazitäten bietet, um 1400 Elefanten zu versorgen – geschweige denn die unzähligen anderen Großsäugetiere, die das Amboseli-Ökosystem beheimatet. Elefanten und andere Wildtiere sind darauf angewiesen, dass sie sich auch in den Gebieten außerhalb des Parks bewegen können, bis zu 70% der Zeit halten sie sich auf dem Gelände der von den Massai bewirtschafteten Gruppenranches auf. Die Gebiete dienen den Tieren außerdem als Wanderkorridore in andere geschützte Gebiete, wie z.B. den Tsavo-Nationalpark im Norden Kenias und den Kilimandscharo-Park im Süden Tansanias.

Menschliche Entwicklung, Bevölkerungswachstum und die Globalisierung der Wirtschaft haben sich auch auf die traditionelle nomadische Viehzucht der Massai ausgewirkt.

So wurden viele Gebiete rund um Amboseli in landwirtschaftliche oder anderweitige Nutzflächen umgewandelt, was mit dem Schutz der dort lebenden Wildtiere völlig unkompatibel ist.

IFAW-Mitarbeiter, Vertreter der Maasai-Gruppenranch in Amboseli und Ranger

Weil sie die Bedrohung für das Ökosystem erkannten, kamen im Jahr 2008 die beiden wichtigsten Grundbesitzer in Amboseli, zum einen der KWS als Treuhänder des Parks und zum andern die Ol’gulului Ol’lalarashi-Gruppenranch (OOGR), die 90% des Parks umgibt, mit fünf angrenzenden Gruppenranches (Selengei, Mbirikani, Kimana, Kuku und Rombo) zusammen.

Zum Nutzen aller Beteiligten hat man sich damals auf eine Landnutzungsstrategie, den so genannten „Amboseli Ecosystem Management Plan“ als Maßstab für zukünftige Entwicklungen geeinigt. Vertreter der OOGR gingen in diesem Jahr sogar noch weiter und entwarfen einen OOGR-Naturschutz- und Entwicklungsplan mit dem Ziel, menschliche Entwicklung so zu gestalten, dass der Naturschutz nicht leidet.

Auf Basis dieser Initiative der Grundbesitzer haben sich nun der IFAW, der KWS und die OOGR zusammengetan, um im Rahmen der anstehenden fünfjährigen Kooperation einen zusammenhängenden Lebensraum für die Elefanten in Amboseli zu schaffen und wichtige Wanderkorridore und Verbreitungsgebiete auf dem OOGR-Gelände zu sichern.

Der IFAW wird sich in das Projekt mit seinem Grundsatz einbringen, dass im Tier- und Naturschutz die besten Lösungen diejenigen sind, die Mensch und Tier gleichermaßen zugute kommen.

Und um es mit den Worten von Azzedine zu sagen: „Das Überleben von Wandertieren wie Elefanten im 21. Jahrhundert wird davon abhängen, inwieweit die Menschen Wildtiere auf ihrem Land dulden.“

James Isiche und sein Team vom IFAW-Länderbüro in Ostafrika werden dieses spannende Projekt koordinieren. Doch eigentlich ist es ein weltweites IFAW-Projekt.

In diesem Sinne hat der IFAW Frankreich für die Miss Frankreich 2012, Delphine Wespiser, für Ende des nächsten Monats einen Besuch in Amboseli organisiert…

Wir halten Sie auf dem Laufenden.

--SN

 

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien