Hilfe für obdachlose Tierbesitzer in Frankreich

Eine Slideshow mit Bildern von den Vorbereitungen des IFAW für sein CAIR-Projekt in Frankreich

Das CAIR-Projekt wird ein Informationszentrum für obdachlose Tierbesitzer im französischen Reims. Der Internationale Tierschutz-Fonds ist Initiator des Hilfsprojekts, das obdachlosen Tierbesitzern in schwierigen Situationen künftig mit Erster Hilfe sowie mit Rat und Tat zur Seite stehen soll.  

In den letzten 20 Jahren hat in französischen Städten die Anzahl junger Leute, die mit Tieren als Begleiter auf der Straße leben, stark zugenommen. Dieser Entwicklung Rechnung tragend hat der IFAW versucht, sich ein genaueres Bild von dieser komplexen und engen Beziehung zwischen Tier und obdachlosem Besitzer zu machen, wie auch von den Problemen, mit denen sie zu kämpfen haben.

Das von Obdachlosen bevorzugt gehaltene Tier ist auch heute immer noch der Hund. Für seinen Besitzer, der sich oft in Notsituationen befindet, ist er zugleich ein treuer Freund, seine Familie und sein Beschützer.

Bei unseren Begegnungen mit Obdachlosen konnten wir mit eigenen Augen sehen, wie unglaublich eng die Bindung zwischen Tier und Halter ist. Manchmal ist diese Bindung für den Obdachlosen der letzte Halt, um sich von der Gesellschaft nicht völlig verstoßen zu fühlen - einer Gesellschaft, die, zumindest derzeit, für diese Menschen und ihren treuen Gefährten in harten Zeiten keine oder so gut wie keine Unterstützung bereithält.

So entstand die Idee, mit Unterstützung anderer gemeinnütziger Organisationen ein Zentrum aufzubauen, das Tiere vorübergehend aufnimmt, während ihre Besitzer Verpflichtungen bei der Vorbereitung auf ein Leben weg von der Straße wahrnehmen (Arztbesuche, Vorstellungsgespräche o.ä.).

Im Zentrum wird es außerdem Futter, Ausrüstung, Trainingstipps und ein offenes Ohr für Probleme geben - und natürlich eine respektvolle Behandlung, die der besonderen Beziehung zwischen Mensch und Hund Rechnung trägt.

Bis das Zentrum in den kommenden Monaten seine Arbeit aufnimmt, leistet der IFAW weiterhin tierärztliche Hilfe.

Im Winter verteilte das Team außerdem Survival-Rucksäcke an Obdachlose und ihre Hunde. Bei dieser Aktion machten wir uns auf, um die Geschichten von Tornade, Turbule, Bobby, und wie sie alle heißen, zu erfahren...und natürlich die Geschichten ihrer Herrchen und Frauchen.

Und wie ich mir sie alle so ansah, kamen mir ein paar Zeilen von Charles Baudelaire in den Sinn, die diese wundervolle Beziehung, für die wir uns durch unser Projekt etwas mehr Interesse aus der Bevölkerung, den Medien und der Politik erhoffen, meines Erachtens sehr treffend beschreibt:

Ich singe die armseligen Hunde, die einsam in den gewundenen Schluchten der unermesslichen Städte umherirren, und sie die dem verlassenen Menschen mit geistvoll blinzelnden Augen sagten:  "Nimm mich zu dir, und aus dem Elend von uns beiden machen wir dann vielleicht so etwas wie Glück!"

Charles Baudelaire "Die braven Hunde", Le Spleen de Paris.

--CN

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Experten

Alexa Kessler, Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Cora Bailey
Director, Community Led Animal Welfare (CLAW)
Cynthia Milburn, Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Hanna Lentz, Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Kate Nattrass Atema, Programmdirektorin Haustiere
Programmdirektorin Haustiere
Nancy Barr, Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Shannon Walajtys
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe