Hilfe für Meeressäuger in den USA darf nicht eingestellt werden

Mitglieder des IFAW-Teams zur Rettung von Meeressäugern (Marine Mammal Rescue Team, MMRR) und Freiwillige bargen allein gestern neun Delfine auf Cape Cod. Alle wurden erfolgreich wieder ausgesetzt.Die Gewässer und Delfine rund um Cape Cod erlangen zwar zurzeit weltweit Berühmtheit, doch leider eine sehr traurige. Die Massenstrandung von über 100 Delfinen am Küstenstrich des Kaps ist nichts anderes als eine Tragödie und die Retter vom IFAW sind dafür permanent im Einsatz.

Am Freitag werden wir bei einem Kongress-Briefing in Washington D.C. schließlich auch politische Entscheidungsträger über unsere Anstrengungen unterrichten.

Katie Moore, Leiterin unseres Rettungsteams, wird Kongressabgeordneten und ihren Mitarbeitern von der Massenstrandung berichten, Details zum Einsatz in Cape Cod liefern und darauf hinweisen, dass staatliche Hilfe für Organisationen, die Rettungsaktionen koordinieren und die Ursache für solche Strandungen erforschen, dringend notwendig ist. Und wenn ich dringend sage, dann meine ich dringend.

Genau wie die Tiere, die unsere Hilfe benötigen, sind nämlich nun auch staatliche Fördermittel in Gefahr, die traditionell für solche Zwecke zur Verfügung stehen. Unsere Rettungsteams und Wissenschaftler können auf die Vorfälle nur so effizient reagieren, weil in den vergangenen 20 Jahren die US-weite Vernetzung von Organisationen und die Arbeit der Einsatzkräfte durch das US-Gesetz „Marine Mammal Health and Stranding Response Act“ möglich gemacht wurde. Teil der staatlichen Förderung ist auch das John H. Prescott-Programm, das Gelder für Strandungseinsätze in den ganzen USA bereithält. Dieses relativ günstige, aber hocheffiziente Förderprogramm will der Kongress nun voraussichtlich streichen, was sich aber auf die Arbeit von Rettungsteams im ganzen Land dramatisch auswirken würde. Ohne dieses erfolgreiche Programm wären Rettungseinsätze wie der vergangene in Cape Cod oder wissenschaftliche Ursachenforschung vielleicht bald nicht mehr möglich.

Andere Tierschutzprogramme, wie das zur Untersuchung ungewöhnlicher Todesfälle (Unusual Mortality Event program, UME), sind ebenso in Gefahr. Ohne diese Initiative, in der die zunehmende Sterblichkeit in Meeressäugerbeständen untersucht wird, blieben die Einsatzteams ohne jeglichen Anhaltspunkt für die Gründe solcher Massensterben. Die Fördermittel für solche Programme werden immer weiter gekürzt und ohne die Unterstützung des Kongresses könnten sie bald völlig gestrichen werden. Doch dieser Schritt würde letztendlich nicht nur die Meerestiere in Gefahr bringen, sondern auch uns Menschen. Wenn Wissenschaftler nicht die Mittel zur Verfügung haben, um die Ursache von Massensterben von Tieren zu erforschen, erfahren wir vielleicht nie, ob nicht auch für die Bevölkerung gesundheitliche Risiken bestehen.

Katie wird am Freitag in Washington dem US-Kongress in Erinnerung rufen, dass sich Politiker seit der Unterzeichnung des „Marine Mammal Protection Act“ durch Präsident Nixon vor 40 Jahren traditionell sehr gerne den Schutz unserer Meerestiere auf die Fahnen geschrieben haben. Förderprogramme und -Gelder müssen auch weiterhin zur Verfügung stehen, denn nur so können wir diesen Schutz gewährleisten.

-- FO

Kommentare: 1

 
Gast
2 Jahre ago

Ich bin enttäuscht von Obamas Regierung. Sie hat kaum etwas für den Tier- und Umweltschutz unternommen!
Es reicht nicht: "Yes we can!" zu rufen, man muss dann tatsächlich etwas tun.
Obama hat uns (seinem Volk und der ganzen Welt) viel versprochen und wenig gehalten.

Er und seine Regierung haben auch bei der großen Ölkatastrophe nicht gut gehandelt.
da lief monatelang Öl ins Meer und es wurden Fässerweise die Chemikalien verspritzt.
Und was hat Obama getan - er hat um das Volk zu beruhigen an den nächsten Feiertagen in eben diesem Meer gebadet, so als wenn nichts schlimmes geschehen wäre.

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Experten

Kampagnenberater
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Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Katie Moore, Leiterin Marine Mammal Rescue and Research
Programmdirektorin Tierrettung
Shannon Walajtys
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien