Heute beginnt die Robbenjagd in Kanada

Dieser Jäger gehört einer aussterbenden Zunft an
Donnerstag, März 22, 2012
Hamburg

Wie das kanadische Fischereiministerium (DFO) gestern bekannt gab, eröffnet es heute offiziell die Jagd auf Sattelrobben in Kanada im Golf von St. Lorenz. Der Termin wurde aufgrund schlechter Eis- und Wetterbedingungen vier Tage vorgezogen. Da es aufgrund fehlender Eisflächen dort kaum Robben gibt, nehmen nur wenige Robbenjäger an der Jagd teil. Vermutlich fahren höchstens fünf Schiffe hinaus, wie viele davon kommerziell jagen, ist noch unklar.

„Die Jagd im Golf von St. Lorenz ist tot“, so Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe des IFAW-Deutschland. „Aber leider ist es nicht der Sieg, den wir uns erhofft haben, denn es ist der Klimawandel, der die Robben tötet. Umso unverantwortlicher, dass die kanadische Regierung auch noch die letzten verbleibenden Robben zum Abschuss freigibt.“

Sattelrobben brauchen feste Eisdecken für die Geburt und Aufzucht ihres Nachwuchses. Ohne Eis können die Jungtiere nicht überleben. Nach Statistiken des kanadischen Umweltministeriums gibt es schon seit 1994 weniger Eis als im Durchschnitt, 2010 und 2011 gehören zu den eisärmsten Jahren. Das DFO geht davon aus, dass im Jahr 2011 80 Prozent des Robbennachwuchses wegen fehlenden Eises starb. Die Reproduktionsrate von Sattelrobben ist von 56 Prozent im Jahr 2009 auf 22 Prozent in 2011 gesunken, 13 Prozent der Robbenmütter haben ihre Jungen zu früh zur Welt gebracht.

Doch statt auf diese Bedrohung zu reagieren, setzte die kanadische Regierung die Jagdquote in diesem Jahr erneut auf 400.000 Sattelrobben fest. 
„Die kanadische Regierung ignoriert die Tatsache, dass der Klimawandel verheerende Auswirkungen auf die Sattelrobben hat“, so Sonntag weiter. „Die Politiker ignorieren die Wissenschaft, die offensichtlichen Folgen des Klimawandels und die Tatsache, dass es kaum noch Märkte für Robbenprodukte gibt.“

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