Größter Online-Händler Japans verbietet Verkauf von Elfenbein

Seit Jahren nutzten Kriminelle und skrupellose Händler das Internet, um Gesetze zu umgehen und Zielgruppen in aller Welt zu erreichen.  Die Ankündigung von Rakuten, den Verkauf von Produkten aus Elfenbein zu verbieten, ist eine sehr willkommene Neuigkeit im Kampf gegen den Online-Handel mit Elfenbein.

Rakuten, der größte Online-Händler in Japan, hat den Verkauf von Elfenbein auf seiner Plattform verboten.

Der Anfang Juli eingeleitete Kurswechsel festigt den Ruf des Online-Händlers als weltweit führendes Unternehmen, das den Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel unterstützt. Rakuten hat außerdem den Verkauf von Körperteilen von Meeresschildkröten, Walen und Delfinen verboten. Das Verbot von Elfenbein kommt keine Sekunde zu früh: Aufgrund der hemmungslosen Elefantenwilderei sind die majestätischen Dickhäuter in einigen Gebieten vom Aussterben bedroht. Dabei gefährden die Händler zugleich Ökosysteme und untergraben die nationale Sicherheit.

Seit Jahren nutzten Kriminelle und skrupellose Händler das Internet, um Gesetze zu umgehen und Käufer in aller Welt zu erreichen. Die Untersuchungsberichte des IFAW (von Killing with Keystrokes  von 2008 bis zu Wanted – Dead or Alive von 2014) zeigten das Internet als riesigen Handelsplatz für wilde Tiere und zogen die Aufmerksamkeit von Strafverfolgungsbehörden und Industrie gleichermaßen auf sich. Strafverfolgungsbehörden in Ländern wie China, den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland haben bereits erfolgreiche Maßnahmen ergriffen, um den illegalen Wildtierhandel zu bekämpfen. Ohne die Kooperation von Online-Händlern würden diese Anstrengungen jedoch weiterhin ins Leere laufen. Wenn man nur einzelne Verkäufe oder Händler verbietet, werden die Geschäfte anderswo weitergeführt.

Wir müssen die Zulieferkette der Händler unterbrechen. Je weniger Anbieter von Stoßzähnen und Elfenbeinschnitzereien es gibt, umso weniger Gewinn wird erzielt, und somit steigt die Überlebenschance wild lebender Elefanten. Rakutens neue Unternehmensstrategie macht deutlich, dass illegaler Wildtierhandel nicht länger geduldet wird. Das Unternehmen verdient hohe Anerkennung für diesen entscheidenden Schritt.

Diese Neuausrichtung ist eine Reaktion auf Maßnahmen anderer Online-Riesen wie eBay, der bereits 2009 ein weltweites Verbot des Elfenbeinhandels auf seinen Internetseiten aussprach. Im gleichen Jahr verbot Alibaba alle Online-Angebote für Elefanten-Elfenbein, Nashorn-Horn, Haifischflossen sowie Derivate und Körperteile von Meeresschildkröten, Tigern, Bären und anderen geschützten wilden Tier- und Pflanzenarten. Der Chinesische Online-Marktplatz Taobao verbot ebenfalls den Verkauf aller Tierarten, die im „Gesetz für gefährdete und geschützte Tierarten in China“ sowie in Anhang I, II und III des Artenschutzabkommens CITES gelistet sind. Darüber hinaus verbot der US-Anbieter Etsy 2013 den Verkauf von Elfenbein und anderer Wildtierprodukte, und 2015 führte Tencent, der Inhaber der chinesischen Marken WeChat und QQ, sein Programm namens “Tencent for the Planet. Sag Nein zu illegalem Wildtierhandel” ein.

Am weltweiten Tag der Elefanten 2016 führten sieben Unternehmen, unter ihnen eBay, Etsy, Gumtree, Microsoft, Pinterest, Tencent und Yahoo!, globale, standardisierte Richtlinien für Wildtierprodukte ein. Sie sollen die Informationen für Online-Kunden vereinfachen, verbotene Produkte identifizieren und Gesetzeslücken schließen, die Kriminellen den illegalen Wildtierhandel per Internet bisher erleichterten.

Rakuten ist das japanische Wort für "Optimismus", und dieser Spitzname könnte angesichts dieser Entwicklung kaum passender sein. Wir freuen uns darauf, künftig mit ihnen zusammenzuarbeiten und so noch mehr Unterstützung zu haben für eine bessere Welt für Tiere.

Tania McCrea-Steele

Erfahren Sie mehr über die Arbeit des IFAW zur Bekämpfung des illegalen Wildtierhandels.

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
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Dr. Joseph Okori, Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Natursc
Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Naturschutz
Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
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Faye Cuevas, Esq., Strategische Beraterin und Leiterin tenBoma
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Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
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Jeffrey Flocken, Regionaldirektor Nordamerika
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Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
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Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
Programmdirektor Wildtierkriminalität
Robert Kless, Leiter IFAW Deutschland
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Tania McCrea-Steele, Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel
Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel, IFAW Großbritannien
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater Strategische Partnerschaften