Gabun bietet Elfenbeinhandel die Stirn

Gabun bietet Elfenbeinhandel die StirnAm vergangenen Mittwoch sandte Gabuns Präsident Ali Bongo eine klare Botschaft an alle Elfenbeinhändler: Unser Elfenbein werdet ihr nicht bekommen! Er setzte einen Haufen aus über 1000 konfiszierten Stoßzähnen sowie 17.000 Schnitzereien, Armbändern und Ringen aus Elfenbein in Brand. 

Dies ist nicht nur eine sehr mutige Geste von Seiten der gabunischen Regierung, deren staatliche Elfenbeinlager zuvor geplündert worden waren, sondern es ist auch eine Aufforderung an den Rest der Welt, dem Töten von Elefanten und dem Elfenbeinhandel die Stirn zu bieten.

Dies war die erste Elfenbeinverbrennung in einem zentralafrikanischen Land. Im Jahr 1989 war Kenia das erste Land, das seinen Protest gegen das Elefantenschlachten in den achtziger Jahren zum Ausdruck brachte, indem es seine gesamten Elfenbein-Lagerbestände öffentlich verbrannte und damit nutzlos machte. Damals war die Botschaft an den Rest der Welt klipp und klar: Das Töten muss aufhören! Angesichts der aktuellen Entwicklungen hoffe ich schwer, dass die Botschaft erneut ihre Wirkung entfalten wird!

Im Moment, in dem ich diesen Beitrag schreibe, sind viele Elefantenpopulationen, besonders in bestimmten Gebieten West- und Zentralafrikas, in Gefahr. Im Frühjahr erst richteten Wilderer in Kamerun ein Massaker an, bei dem mindestens 650 Elefanten getötet wurden. Die Wilderei greift auch in vielen anderen Ländern weiterhin ungebremst um sich – im Kongo, Tschad, in Tansania, Mosambik, um nur einige davon zu nennen. Außerdem wurde noch nie so viel Elfenbein in großen Mengen beschlagnahmt wie im vergangenen Jahr. Ich möchte nicht schwarzmalerisch klingen, aber die Lage der Elefanten ist zurzeit nun mal nicht sehr rosig. Hinzu kommt, dass wir nur schwer Aussagen darüber treffen können, wie dramatisch die Lage wirklich ist. 

Ich hoffe wirklich, dass andere Länder dem Vorbild Gabuns folgen werden. Solange es Märkte für Elfenbein gibt, werden Elefanten auch getötet. Das können wir nicht einfach hinnehmen. Elfenbeinverbrennungen setzen ein deutliches Zeichen und zeigen der Welt, dass Wilderei und illegaler Handel nicht toleriert werden dürfen. Auch die Verbraucher werden so darüber aufgeklärt, dass sie durch ihre oft aus der Unwissenheit heraus getätigten Käufe von Elfenbeinprodukten zum Töten der Elefanten beitragen. Man muss endlich ernsthaft die Frage stellen, ob wir in unserer heutigen Welt einen unnötigen Luxusartikel wie Elfenbein wirklich noch brauchen.

Der IFAW wird seinen Kampf für die Elefanten in Afrika und Asien fortsetzen. Wir tun was wir können, um die Elefanten zu schützen, Verbraucher darüber zu informieren, welche Auswirkungen ihre Kaufentscheidungen haben und politischen Einfluss zu üben, damit die Tiere vor dem skrupellosen Abschlachten bewahrt werden. Wir danken Präsident Ali Bongo dafür, dass er mit uns an einem Strang zieht und fordern andere afrikanische Staatsoberhäupter dazu auf, seinem Beispiel zu folgen.

-- JB 

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
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James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
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