Freihandelsabkommen mit der EU könnte das Aus für den Walfang in Japan bedeuten

Freihandelsabkommen mit der EU könnte das Aus für den Walfang in Japan bedeuten Es gibt drei Länder auf der Welt, in denen der grausame kommerzielle Walfang noch immer betrieben wird. Zwei davon liegen in Europa: Island und Norwegen.

Ironischerweise ist es das dritte Land – nämlich Japan – auf das der Internationale Tierschutz-Fonds möglicherweise am effektivsten über die Europäische Union einwirken kann.

Die EU und Japan planen ein Freihandelsabkommen, und der IFAW versucht die Entscheider in den EU-Institutionen davon zu überzeugen, in das Freihandelsabkommen Klauseln aufzunehmen, die ein Ende des Walfangs in Japan vorsehen.

Dabei hatten wir einen guten Start.

Der internationale Handelsausschuss des Europäischen Parlaments schloss unter anderem zwei Punkte von großer Bedeutung in die Leitlinien für die Verhandlungen ein:

1) Das Ende des sogenannten Walfangs zu Forschungszwecken und

2) die Ausweisung großer Schutzgebiete, in denen der Walfang für immer verboten wird.

Die vollständigen Leitlinien finden Sie hier.

Das ist ein bemerkenswerter Sieg, wenn man bedenkt, dass diese deutlichen Worte von einem Ausschuss kommen, der in der Regel die Interessen der Handels- und Geschäftswelt hoch gewichtet und nur in Ausnahmefällen Zusätze akzeptiert, die dem Umwelt- oder Tierschutz zugute kommen.

Wir sind David Martin, einem Mitglied des Europarlaments, zu großem Dank verpflichtet, dass er die genannten Punkte in den Text eingefügt hat.

Erst im letzten Monat hat Herr Martin dem nicht-invasiven Walforschungsschiff von IFAW, Song of the Whale, in Island einen Besuch abgestattet und ein Ende des kommerziellen Walfangs gefordert. Er schlug die Walbeobachtung als solide Alternative zum Töten von Walen vor.

Bis Japan soweit ist, kann es leider noch eine Weile dauern.

Das Europaparlament wird nächste Woche über den Text abstimmen (nachdem bis jetzt nur der Handelsausschuss abgestimmt hat), dann müssen sich die anderen EU-Institutionen zu dem Thema äußern, und vor allem stehen noch die Verhandlungen mit Japan aus.

Wir werden die Verhandlungen in den kommenden Jahren verfolgen und wann immer nötig unsere Stimme für die Wale erheben.

--AH

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Experten

Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
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Dr. Ralf Sonntag, Länderdirektor Deutschland
Länderdirektor Deutschland
Isabel McCrea, Regionaldirektorin Ozeanien
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IFAW Japan Representative
Repräsentantin IFAW Japan
Patrick Ramage, Programmdirektor Wale
Programmdirektor Wale