Falschmeldung über Elfenbeinbeschlagnahmung sorgt für unerwartetes Aufatmen

Es passiert nicht sehr oft, dass man einen Fehler eingestehen muss und gleichzeitig erleichtert darüber ist, sich vertan zu haben. Aber genau so verhielt es sich mit einer Meldung, die wir vor ein paar Wochen in die Medien gebracht hatten.

Der Internationale Tierschutzfonds hatte eine Pressemitteilung mit der Information veröffentlicht, dass Mitarbeiter der kenianischen Finanzbehörde (Kenyan Revenue Authority, KRA) im Hafen von Mombasa einen Container gefunden hatten, in dem sich eine unbekannte Menge Elfenbein befand.

In Wirklichkeit befanden sich laut kenianischer Naturschutzbehörde KWS in dem Container allerdings Kuhhörner.

Die Information hatten wir einer kleinen Meldung in einer kenianischen Zeitung entnommen. Wir hatten uns darum bemüht, die Information per Anruf beim KWS und KRA zu überprüfen, doch auch aufgrund des ungünstigen Zeitpunkts während der Osterferien, war uns die Beschlagnahmung von keiner dieser Stellen bestätigt worden.

Angesichts der möglicherweise beträchtlichen Menge von beschlagnahmtem Elfenbein und der gleichzeitig zurückgehenden Medienberichterstattung zu dem Vorfall, nahmen wir das Risiko auf uns und gingen mit der Nachricht an die Öffentlichkeit. Wir wollten uns weiterhin um eine Bestätigung bemühen und die Meldung auf möglichst aktuellem Stand halten.

Leider entsprach die veröffentlichte Meldung nicht den Tatsachen. Dafür möchte ich mich im Namen des IFAW in aller Form entschuldigen. Wir hätten klarstellen müssen, dass die Meldung über die Beschlagnahmung noch unbestätigt war und auf einem Zeitungsartikel basierte.

Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht erleichtert war, als die Nachricht durchsickerte, dass es sich bei der Containerladung gar nicht um Elfenbein handelte. Wenigstens einmal konnten wir aufatmen, wo doch ansonsten eine Meldung von Elfenbeinbeschlagnahmungen die nächste jagt. Auch wenn in diesem Fall niemals wirklich Elefanten in Gefahr waren, fühlte es sich für mich so an, als wäre Hunderten von ihnen das Leben gerettet worden.

Das mag vielleicht seltsam klingen, aber so war es.

Der gesamte Vorfall unterstreicht auch einmal mehr, wie wichtig unsere Trainings zur Prävention von illegalem Wildtierhandel sind, wie beispielsweise das INTERPOL-Training in Botswana, an dem ich vergangenes Jahr teilgenommen habe.

Die IFAW-Trainings vernetzen Beamte aus vielen verschiedenen Behörden wie dem Zoll, der Forstbehörde, der Umweltschutzbehörde oder der Polizei. In vielen Ländern mangelt es zwischen diesen verschiedenen Behörden an Kommunikation untereinander und auch schlicht an Grundlagenwissen. In diesem Fall war es die mangelnde Kompetenz der Finanzbehörde, Elfenbein zu bestimmen. Für Uninformierte ist es tatsächlich nicht ganz einfach zu erkennen, aber mit dem richtigen Training ist das kein Problem.

Das Besorgniserregendste an dem ganzen Vorfall ist aber sicherlich die Tatsache, dass sich für eine Meldung darüber, dass im Hafen von Mombasa schon seit drei Jahren ein ganzer Container voller Elfenbein herumsteht, keiner so recht zu interessieren schien.

Es gibt für mich kein klareres Indiz dafür, dass der illegale Elfenbeinhandel völlig außer Kontrolle geraten ist.

Der IFAW wird weiterhin über Elfenbeinbeschlagnahmungen und das anhaltende Elefantenschlachten berichten. In Zukunft werden wir selbstverständlich darauf achten, solche Informationen vom jeweiligen Journalisten, der Behörde, der Weltzollorganisation oder INTERPOL definitiv bestätigen zu lassen. Wenn wir aber solche Nachrichten bestätigt bekommen, werden wir sie Ihnen ganz sicher mitteilen.

Elfenbeinhandel ist ein sehr ernstzunehmendes Problem, das nicht verharmlost werden darf – er muss gestoppt werden.

--AH

Handeln Sie jetzt und unterschreiben Sie die IFAW-Petition „Nein zum Elfenbein“.

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien