Europäische IFAW Kampagne: Nein zum Elfenbeinhandel in der EU

Mindestens 20.000 Elefanten werden jedes Jahr in Afrika wegen ihres Elfenbeins getötet, und die Bestandszahlen sind auf ein neues Rekordtief gefallen. Allein zwischen 2007 und 2014 ging die Population um mehr als ein Drittel zurück. Um diesem Massensterben entgegenzuwirken, starten wir heute auf europäischer Ebene eine Kampagne, mit der wir die Europäische Union aufrufen, den Elfenbeinhandel in und aus der EU vollständig zu verbieten. Abgesehen von den fatalen Folgen für die Elefanten ist der Elfenbeinhandel mit Korruption, organisiertem Verbrechen und der Ermordung vieler afrikanischer Wildhüter verbunden.

Wir rufen deshalb alle Unterstützer und Tierschützer auf, unsere Petition zu unterschreiben, um dem grausamen Handel in der EU ein Ende zu setzen. Mit der Petition fordern wir EU-Kommissar Vella und die Mitgliedsstaaten auf, den EU-Binnenhandel mit Elfenbein zu verbieten.

Darüber hinaus haben wir 14.500 Europäer aus 15 EU-Mitgliedsstaaten über ihre Einstellung zu Elfenbein befragt. Die Mehrheit der Befragten sprach sich für ein vollständiges Handelsverbot von Elfenbeinprodukten innerhalb der EU aus. Nur weniger als 10 Prozent wären am Kauf von Elfenbeinprodukten interessiert. Überraschenderweise waren sich nur 42 Prozent der Befragten darüber im Klaren, dass Elefanten für ihr Elfenbeins brutal abgeschlachtet werden. 24 Prozent der Teilnehmer wussten nicht einmal, dass Elefanten sterben, wenn man ihre Stoßzähne absägt. Doch die traurige Wahrheit ist, dass Tag für Tag Elefanten wegen ihres Elfenbeins sterben und Kälber ihre Mütter verlieren - nur um die Gier nach Elfenbein zu befriedigen.

Elfenbein führt die Liste der in der EU beschlagnahmten Wildtierprodukte an. In Europa wurden in letzter Zeit riesige Elfenbeinmengen beschlagnahmt. Gleichzeitig ist die EU ist der bedeutendste Exporteur von Elfenbein nach China und Hongkong. Und der Export von bearbeitetem Elfenbein hat in den letzten zwei Jahren dramatisch zugenommen.

Laut geltendem EU-Recht ist der Handel mit Elfenbein noch immer erlaubt, wenn es antik ist (verarbeitetes Elfenbein, das vor dem 3. März 1947 erworben wurde) oder das Elfenbein („rohe" oder "bearbeitete" Stücke) erworben wurde, bevor CITES bzw. die EU-Richtlinien zum Handel mit Wildtierprodukten in Kraft traten.

Auch das Internet erleichtert den Handel mit Elfenbein innerhalb der EU, denn Vollzugsbehörden müssen beträchtliche Hindernisse überwinden, um die EU-Richtlinien anzuwenden. Darüber hinaus ist Elfenbein auch auf Auktionen und Märkten leicht erhältlich.

Wir glauben, dass trotz der wichtigen Schritte, die bereits von der EU in Verbindung mit dem Handel von Rohelfenbein unternommen wurden, noch viele Gesetzeslücken existieren, die dringend geschlossen werden müssen. Mehr Hintergrundinformationen zu den noch bestehenden Gesetzeslücken finden Sie in unserem IFAW Bericht.

China, weltweit größter Abnehmer von Elfenbein, hat den kommerziellen Import von Elfenbein vor kurzem größtenteils verboten. Das Land hat sich verpflichtet, die kommerzielle Verarbeitung und den Handel mit Elfenbein bis Ende 2017 zu beenden und fordert die EU auf, ebenfalls geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Wir müssen die Europäische Kommission und die Mitgliedsländer dazu bringen, die Binnenmärkte für Elfenbein zu schließen und die Ein- und Ausfuhr von Elfenbein komplett zu verbieten.

Rufen Sie die Europäische Union zum Handeln auf!

Eleonora Panella

Die Petition ist ebenfalls in den folgenden Sprachen verfügbar: Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Spanisch und Portugiesisch.

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
Präsident und CEO
Beth Allgood, IFAW Länderdirektorin USA
Länderdirektorin USA
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Cynthia Milburn, Senior-Beraterin Strategieentwicklung
Senior-Beraterin Strategieentwicklung
Dr. Joseph Okori, Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Natursc
Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Naturschutz
Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
Vizepräsidentin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident
Patrick Ramage, Programmdirektor Meeresschutz
Programmdirektor Meeresschutz
Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
Programmdirektor Wildtierkriminalität