EU verrät Eisbären bei der CITES-Konferenz

Ein Eisbär auf der Suche nach Nahrung
Dienstag, März 5, 2013

Die EU-Delegation bei der CITES-Konferenz in Bangkok bringt heute einen Antrag zu Eisbären ein, der die Überlebenschancen der majestätischen Tiere erheblich verringern würde. Während die USA mit Unterstützung der russischen Föderation einen mehrheitsfähigen Antrag zum Schutz der Eisbären vor kommerziellem Handel vorlegen wird, kontert die EU mit einem Vorschlag, der Kanadas derzeit unhaltbare Jagdquoten beibehalten will. Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) bedauert, dass die EU bei ihrer Position bleibt, obwohl Bürger weltweit und innerhalb der EU öffentlich den Schutz der Eisbären gefordert haben, die schon durch den Klimawandel, aber auch durch den Handel mit ihren Fellen, Krallen und Zähnen massiv bedroht sind.

„Dies ist ein sehr unglücklicher Vorstoß der EU, den zahlreiche Eisbären mit ihrem Leben bezahlen werden“, so Dr. Ralf Sonntag, Leiter des IFAW-Deutschland und zur Zeit in Bangkok.

Kanada ist das einzige Land weltweit, das noch international mit Körperteilen von Eisbären handelt. Die Tatsache, dass Eisbären so selten geworden sind, treibt die Preise in Rekordhöhe. Die Anzahl gehandelter Felle hat beispielsweise in einem kanadischen Auktionshaus um 375 Prozent in den vergangenen fünf Jahren zugenommen. Gleichzeitig werden Jagdquoten erhöht, um die Nachfrage zu bedienen. In der Western Hudson Bay wurden die Jagdquoten für Eisbären 2011 verdreifacht – gegen den Rat der kanadischen Bundesregierung und einer IUCN-Expertengruppe (Polar Bear Specialist Group). 2012 wurde die Quote dann noch einmal angehoben.

„Dieser Alternativ-Antrag der EU ist kein Kompromiss“, so Nikita Ovsyanikov, russischer Wissenschaftler und Mitglied der IUCN Polar Bear Specialist Group. „Er bedeutet Kapitulation. Er tut nichts, um den unhaltbaren legalen, internationalen Handel mit Eisbär-Teilen in Kanada einzuschränken. Im Gegenteil, er wird auch in Russland den illegalen Handel und das Wildern von russischen Eisbären anfachen, weil der legale Handel dem illegalen ein Schlupfloch bietet.“

 

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