Elfenbeinschmuggler aufgepasst – neue Initiative gegen Elfenbeinschmuggel im Kongo

Von links nach rechts: T.J. Chris Zekakany – Stellvertretender Generalstaatsanwalt in Brazzaville, Antoinette Nkabi – Naturschutzbeauftragte des kongolesischen Ministeriums für nachhaltige Entwicklung, Forstwirtschaft und Umwelt (MDDEFE), Céline Sissler-Bienvenu – Leiterin IFAW Frankreich und französischsprachiges Afrika. c. IFAWIn Zusammenarbeit mit dem kongolesischen Ministerium für nachhaltige Entwicklung, Forstwirtschaft und Umwelt (MDDEFE) veranstaltete der Internationale Tierschutz-Fonds in Brazzaville einen dreitägigen Workshop für Strafverfolgungsbehörden zur Bekämpfung des illegalen Elfenbeinhandels.

 

Dies ist die erste Veranstaltung im Rahmen eines auf drei Jahre angelegten gemeinsamen Projekts des IFAW und des MDDEFE zur Bekämpfung illegaler Elfenbeinmärkte im Kongo. Der am Weltumwelttag eröffnete Workshop soll innerhalb von Strafverfolgungsbehörden ein höheres Bewusstsein für das Problem des Elfenbeinhandels schaffen, den Ausbau von Kapazitäten anregen sowie die verschiedenen Behörden besser miteinander vernetzen.

 

Von links nach rechts: Antoinette Nkabi – Naturschutzbeauftragte des kongolesischen Ministeriums für nachhaltige Entwicklung, Forstwirtschaft und Umwelt (MDDEFE), Bockandza Paco – Lusaka Agreement Task Force (LATF) Kongo, Claude Massimba – Leiter Naturschutz im MDDEFE, Kongo Brazzaville. c. IFAW

Es ist umfassend dokumentiert, dass die Gefährdung der Elefantenpopulationen in Zentralafrika durch riesige unregulierte Elfenbeinmärkte groß ist. Analysen durch das Elephant Trade Information System (ETIS) weisen immer wieder darauf hin, dass Zentralafrika der Herkunftsort beträchtlicher Mengen illegalen Elfenbeins ist.

 

Dabei gilt die Demokratische Republik Kongo als eines der am stärksten in den illegalen Elfenbeinhandel involvierten Länder. Im Rahmen neuester Untersuchungen wurden weitere Triebkräfte des Handels erkannt. So konnte man neue Erkenntnisse zur Lage illegaler Elfenbeinmärkte gewinnen, in den  Elfenbeinschmuggel verwickelte Personen identifizieren sowie die zum Schmuggel eingesetzten Transportmittel an den wichtigsten Umschlagplätzen ausmachen.

 

Zwar sind die Triebkräfte, die die Elefantenwilderei und den illegalen Elfenbeinhandel steuern, von Land zu Land unterschiedlich, die Situation wurde jedoch durch mangelnde Koordination und mangelnden Informationsaustausch zwischen Strafverfolgungsbehörden im Kongo bislang eher verschlimmert.  Nur bei ganz wenigen Elfenbeinbeschlagnahmungen findet eine Strafverfolgung in Form von beispielsweise Ermittlungen, Festnahmen, Verurteilungen oder Verhängung von Strafen statt, die als Abschreckung dienen könnten. Beim Kampf gegen die Wilderei und den illegalen Wildtierhandel geht es um die Bekämpfung ernstzunehmender Verbrechen und Korruption, und dies erfordert ein gemeinsames und konzertiertes Vorgehen verschiedener Behörden auf nationaler Ebene.

 

Der Workshop wurde am 5. Juni von Antoinette Nkabi, der Naturschutzbeauftragten des kongolesischen Ministeriums für nachhaltige Entwicklung, Forstwirtschaft und Umwelt (MDDEFE), T. J Zekakany, stellvertretender Generalstaatsanwalt in Brazzaville und Céline Sissler-Bienvenu, Leiterin IFAW Frankreich und französischsprachiges Afrika, eröffnet.

 

Céline Sissler-Bienvenu betonte, dass der Kongo sowohl Herkunftsort als auch Umschlagplatz für den illegalen Elfenbeinhandel ist und dass illegale inländische Märkte auch den Handel auf internationaler Ebene anheizen. „Folglich ist es dringend notwendig, diese Märkte stillzulegen, wenn wir das Überleben der Elefanten im Kongo langfristig garantieren wollen.“ Antoinette bemerkte, dass „florierende Elfenbeinmärkte die Wilderei anheizen und zum Schutz der Biodiversität eingedämmt werden müssen“. T.J. Chris Zekakany unterstrich den dringenden Handlungsbedarf auch von Seiten der Justiz und hielt zum Aufbau eines nationalen Netzwerks von Staatsanwälten zur  Bekämpfung von Wilderei und Elfenbeinhandel an. 

 

Sowohl INTERPOL als auch die länderübergreifende Institution LATF (Lusaka Agreement Task Force) betonten, wie wichtig außerdem eine verstärkt durch geheimdienstliche Methoden gestützte Strafverfolgung (Intelligence-led Law Enforcement) und die Zusammenarbeit von Regierungsbehörden für eine effektive Bekämpfung des Wildtierschmuggels ist.

 

36 Mitarbeiter verschiedener Regierungsbehörden und länderübergreifender Behörden wie INTERPOL, LATF, dem Ministerium für Naturschutz, dem Ministerium für Forstwirtschaft, der Zollbehörde, der Justizbehörde, der Militärpolizei und der Polizei nahmen neben Nichtregierungsorganisationen wie der Wildlife Conservation Society (WCS) und dem Project for the Application of Law for Fauna (PALF) an dem Workshop teil.

 

-- KA

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien