Elefantenmassaker geht weiter: 86 Tiere im Tschad getötet

IFAW-Mitarbeiterin untersucht getötete Elefanten in Kamerun 2012
Montag, März 18, 2013
Hamburg

Innerhalb der letzten Woche töteten Wilderer im Tschad, nahe der Grenze zu Kamerun, 86 Elefanten, darunter 33 trächtige Elefantenkühe. Ihnen wurden die Stoßzähne herausgehackt. Das ist das schlimmste Massaker an Elefanten, seit Wilderer aus dem Tschad und Sudan 2012 im Bouba Ndjida Nationalpark in Kamerun in wenigen Wochen bis zu 650 der Dickhäuter wegen ihres Elfenbeins töteten.

„Das ist total schockierend“, so Robert Kless, Leiter der Elefantenkampagne des IFAW-Deutschland. „Das Abschlachten von 86 Tieren, inklusive trächtiger Elefantenkühe, kann man nur barbarisch nennen. Es zeigt, mit welcher Härte die Wilderer vorgehen, um die Nachfrage nach Elfenbein zu stillen.“

Dem IFAW liegen Informationen vor, dass lokale Gemeinden im Südwesten des Tschad, wo die Tiere getötet wurden, ihre Regierung seit mehr als zwei Jahren um Hilfe gebeten haben. Es kam immer wieder zu Problemen mit Elefanten, die zum Beispiel die Ernte zerstören. Leider hat die Politik bisher nichts unternommen. Das könnte der Grund sein, warum über das Massaker tagelang nichts bekannt wurde. Von der Regierung im Stich gelassen, schwiegen die Bauern möglicherweise, nun da die Wilderer das Problem durch den Abschuss der Elefanten „gelöst“ haben. Das zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, vernünftige Lösungen für Mensch-Tier-Konflikte zu schaffen.

„Die Elfenbein-Wilderei ist ein globales Thema und braucht eine globale Antwort, wenn wir nicht wollen, dass Elefanten in bestimmten Regionen Afrikas ausgerottet werden“, so Kless weiter. „Die Länder, in denen das Elfenbein gehandelt wird, wie hauptsächlich China, müssen dafür sorgen, dass die Nachfrage aufhört, sonst können wir den Kampf um die Elefanten nicht gewinnen.“

Solche Elfenbein-Beutezüge wie jetzt im Tschad passieren immer wieder während der Trockenzeit. Schwer bewaffnete Wilderertrupps mit automatischen und halbautomatischen Militärwaffen greifen gezielt größere Elefantenherden an, um an deren Elfenbein zu kommen.

Der IFAW unterstützt seit 2012 den Sena Oura Nationalpark im Tschad bei seinen Anti-Wilderer-Maßnahmen. Der Sena Oura Park gehört zu einem grenzübergreifenden Nationalpark, zu dem auf der anderen Seite der Bouba Ndjida Park in Kamerun gehört.
„Nur durch grenzübergreifende Maßnahmen und die internationale Zusammenarbeit der Vollzugsbehörden können wir die Elfenbeinhändler zur Strecke bringen“, so Kless weiter. „Das Problem ist zu groß, um von einzelnen Ländern gelöst zu werden.“

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