Elefantenkorridor in Indien endlich frei von menschlichen Siedlungen

Ein Elefantenbulle im Rajaji-Nationalpark in Uttarakhand, Indien.Unsere Partnerorganisation Wildlife Trust of India (WTI) hat beim im Jahr 2005 gestarteten Elefantenkorridor-Projekt einen wichtigen Meilenstein für den Elefantenschutz erreicht.

Gemeinsam mit der indischen Forstbehörde haben IFAW und WTI in einer 2005 veröffentlichten Untersuchung unter dem Titel "Right of Passage" 88 Elefantenkorridore identifiziert (Aufgrund der Beeinträchtigung des Ökosystems durch das Bevölkerungswachstum und den Entwicklungsbedarf der Bevölkerung ist die Zahl mittlerweile auf 101 gestiegen.).

Damals hatte der WTI mit dem langwierigen Prozess begonnen, Elefantenkorridore durch vier verschiedene Methoden zu sichern:

  1. den Kauf von Land und seine Übergabe an die Forstbehörde,
  2. die Schaffung von an Dörfer angeschlossenen Waldreservaten,
  3. die freiwillige Umsiedlung von Dörfern und
  4. die Schaffung von Korridoren mithilfe staatlicher Unterstützung.

Die Bekanntgabe des WTI, dass der Chilla-Motichur-Elefantenkorridor jetzt gänzlich frei von menschlicher Besiedelung ist, kann als ein großer Meilenstein für den Elefantenschutz angesehen werden. Der Korridor ist eine sehr wichtige Verbindung von Lebensräumen zwischen den Gebieten Chilla und Motichur im Rajaji-Tigerreservat im nördlichen Bundesstaat Uttarakhand. Nach zwölf Jahren mühsamer Arbeit in Kooperation mit der Regierung von Uttarakhand sind die letzten Bewohner nun aus dem Gebiet des Korridors an einen sicheren Ort gezogen und machen den Elefanten damit den Weg endgültig frei.

Die Sicherung dieses Korridors ist der Abschluss eines sehr langen Prozesses. Die Forstbehörde und die Regierung von Uttakharand haben gemeinsam mit dem WTI daran gearbeitet, einen Konsens mit den Bewohnern des im Korridor gelegenen Dorfes Khand Gaon III zu erzielen, um eine freiwillige Umsiedlung herbeizuführen. Die Dorfbewohner sind jetzt alle in ihr neues Zuhause in Lalpani, Rishikes gezogen. Das dafür benötigte Land wurde von der Regierung bereitgestellt.

Wir hoffen nun, dass die Sicherung des Chilla-Motichur-Korridors auch der groß angelegten Kampagne der Asian Elephant Alliance neuen Auftrieb verschafft. Die Asian Elephant Alliance ist ein Zusammenschluss der Partner Elephant Familiy, IFAW, IUCN Niederlande, Wildlife Trust of India und World Land Trust.

Die dort bisher erzielten Ergebnisse sind ermutigend, auch wenn es nur langsam vorangeht. Fünf Korridore wurden bereits geschützt und weitere werden gerade gesichert.

Zudem tragen Erfolge wie dieser dazu bei, dass der Schaffung von Elefantenkorridoren in der Naturschutzdebatte endlich wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Rupa Gandhi Chaudhary

Erfahren Sie mehr über die Bedeutung von Elefantenkorridoren für den Schutz der Elefanten.

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
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Beth Allgood, IFAW Länderdirektorin USA
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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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Cynthia Milburn, Senior-Beraterin Strategieentwicklung
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Dr. Joseph Okori, Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Natursc
Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Naturschutz
Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
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Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
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Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident
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Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
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