Elefantenbulle Satao darf nicht umsonst gestorben sein

Satao, einer der großen Elefantenbullen des Tsavo-Nationalparks in Kenia, wurde von Wilderern getötet.

Der Tod des großen Elefantenbullen Satao im Tsavo-Nationalpark in Kenia vor vierzehn Tagen ist tragisch. Sein Sterben steht stellvertretend für das, was zurzeit auf dem gesamten afrikanischen Kontinent passiert: Immer mehr Elefanten werden abgeschlachtet – aus Geldgier einem primitiven Verlangen nach Elfenbein.

Da es im Tsavo-Nationalpark nur noch sehr wenige Elefanten mit großen Stoßzähnen gibt, stechen gut ausgestattete Exemplare hervor. Sie rufen nicht nur unter den Rangern, die oft unter Einsatz ihres Lebens die Elefanten schützen, Ehrfurcht und Freude hervor. Auch von den Tour-Guides, die Besucher durch den Park führen, um ihnen die Elefanten zu zeigen, werden sie innig geliebt.

Deshalb geben sie ihnen zärtlich Kosenamen, entsprechend der Merkmale, die sie besonders auszeichnen – sei es aufgrund ihres Körperbaus oder ihrer Eigenarten.

Ich bin sicher, dass die Ranger im Tsavo-Nationalpark und auch jeder andere, der jemals das Glück hatte, Satao zu begegnen, seine eigenen Geschichten über seine Erlebnisse mit dem majestätischen Elefanten erzählen kann. Auch dies ist einer der Gründe für die große Welle der Trauer.

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Warum gibt es im Tsavo-Nationalpark nur noch so wenige Elefantenbullen mit großen Stoßzähnen? Um das zu erklären, muss man die Zeit zurückdrehen. In den 1970er und 1980er Jahren wurden Elefanten mit Stoßzähnen systematisch von Wilderern abgeschossen. So reduzierte der Mensch die Elefantenpopulation des Tsavo-Nationalparks innerhalb nur eines Jahrzehnts von ehemals 40.000 auf ungefähr 5.000. Die gezielte Wilderei löschte die Gene, die für große Stoßzähne verantwortlich sind wie auch Satao sie hatte, buchstäblich aus.

Und während ich im Stillen trauere, frage ich mich, ob wir nicht bereits wieder dieselben schlimmen Zustände wie in den 70er und 80er Jahren haben? Ungefähr zwei Jahrzehnte lang herrschte Frieden für die Elefanten im Tsavo-Nationalpark. Doch die Dinge haben sich verändert. Wie gefährdet sind diese letzten Elefantenbullen mit großen Stoßzähnen inzwischen? Und wie sicher sind die anderen Elefanten im Tsavo-Nationalpark wie auch anderswo auf dem Kontinent?

So tragisch Sataos Tod ist, so dringend muss er als Alarmsignal für alle Kenianer sowie für Tierschützer und für die ganze Welt gesehen werden! Mehr als 35.000 Elefanten werden jedes Jahr getötet. Damit rückt ein Aussterben der Elefanten in greifbare Nähe. Tun wir genug, um dieses Töten zu stoppen? Könnten wir nicht mehr tun?

Ich bin überzeugt, dass mehr getan werden kann! Es ist schon allein ein Todesurteil für die Elefanten, wenn man Elfenbein als „Handelsware“ bezeichnet und über dessen „Marktwert“ spricht. Dies sollte aufhören. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir gemeinsam und auf internationaler Ebene einschreiten müssen. Andernfalls wird es zu spät sein, um die Elefanten vor dem baldigen Aussterben zu bewahren.

Ich spreche nicht davon, eine weitere Konferenz einzuberufen, auf der über das tragische Schicksal der Elefanten diskutiert wird. Wir alle wissen darüber mittlerweile bestens Bescheid. Wir müssen vielmehr diejenigen unterstützen, die vor Ort ihr Leben riskieren, um die grauen Riesen zu schützen. Glauben Sie mir, ich weiß genau, wieviel mehr die Ranger erreichen könnten, wenn sie ein wenig mehr Hilfe bekommen würden.

Der IFAW tut alles, was in seiner Macht steht, um die Elefanten zu schützen. Deshalb unterstützen wir Vor-Ort-Initiativen gegen Wilderei wie zum Beispiel erst kürzlich im Tsavo-Nationalpark.

Zudem arbeitet der IFAW mit Partnern zusammen, um Mitarbeiter von Behörden und Justiz in Kenia zu schulen und dadurch die Strafverfolgung zu verbessern und dafür zu sorgen, dass Wilderer auch tatsächlich ins Gefängnis kommen. Kenia hat ein neues Gesetz mit schärferen Strafen. Unser Training soll bewirken, dass es auch angewendet wird.

In den Ländern, in denen Elefanten leben, und dort, wo es eine Nachfrage nach Elfenbein gibt, arbeiten wir an Lösungen, um sowohl den illegalen Handel als auch die Nachfrage nach dem „weißen Gold“ zu stoppen.

Die Gier nach Elfenbein ist schuld an Sataos tragischem Tod. Helfen Sie dem IFAW deshalb, die Wilderei zu stoppen.

James Isiche

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien